Guttenberg
Projekt

Die "Blaue Lagune" bei Guttenberg: Ein besonderes Naturschutzprojekt

Die Hartsteinwerke Schicker beteiligen sich als erstes oberfränkisches Unternehmen an einem besonderen Naturschutzprojekt.
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Von links Schicker-Gesellschafter Michael Schicker, Landrat Klaus Peter Söllner, Umweltminister Thorsten Glauber. Foto: Jürgen Gärtner
Von links Schicker-Gesellschafter Michael Schicker, Landrat Klaus Peter Söllner, Umweltminister Thorsten Glauber. Foto: Jürgen Gärtner
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Die "Blaue Lagune" bietet einen beeindruckenden Anblick: Schroffe, steil abfallende Felshänge, je nach Lichteinfall tiefblaues Wasser. Der Anblick erinnert an die alten Karl-May-Filme. Dieser ungewöhnliche Ort war am Freitagvormittag Treffpunkt für eine außergewöhnliche Aktion.

Es geht um die Verbindung von Naturschutz und Rohstoffgewinnung, die sich nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Denn Kiesgruben und Steinbrüche sind für viele seltene Amphibienarten zur neuen Heimat geworden. So wie die "Blaue Lagune" auf dem Gelände der Hartsteinwerke Schicker in Guttenberg.

Erster Vertrag in Oberfranken

Um den Schutz von Kröte und Co. auszubauen, nehmen die Hartsteinwerke nun sogar an einem bayernweiten Projekt teil. Ein entsprechender Vertrag - oberfrankenweit der erste - wurde am Freitagvormittag Umweltminister Thorsten Glauber übergeben.

Bernhard Leutheußer, Geschäftsführer der Hartsteinwerke Schicker, wies darauf hin, dass das Unternehmen schon seit 2011 mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) zusammenarbeitet. Der Abbau von Rohstoffen bedeute zwar einen Eingriff in die Natur, aber auch eine Chance: "Denn die schroffen Felsen und karge Böden sowie die Gewässer bilden wieder einen Lebensraum für viele Tiere."

Auch ein Unternehmen aus dem Raum Bamberg hat den Vertrag unterzeichnet: Die Firma Porzner Natursteine aus Zapfendorf.

"Natur auf Zeit"

Das Projekt, für das die Verträge unterzeichnet wurden, nennt sich "Natur auf Zeit". Das Bundesamt für Naturschutz fördert darin Firmen, die ihr Gelände naturnah gestalten. So würden wertvolle Biotope geschaffen. Es wird den Betrieben aber auch die Möglichkeit eingeräumt, diese Veränderungen unter bestimmten Voraussetzungen wieder zu beseitigen.

Umweltminister Thorsten Glauber (FW) begrüßte das Engagement der beiden Firmen: "Hier wird im Sinne des Umweltschutzes gemeinsam nach Lösungen gesucht." Angesichts der beeindruckenden Kulisse der "Blauen Lagune" zeigte sich der Landespolitiker überzeugt: "Wir fühlen uns hier wohl - andere Lebewesen sicher auch." Neben der Rohstoffgewinnung werde Recycling immer wichtiger, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken, betonte der Minister abschließend.

Angesichts der Bedeutung des Projekts war auch der Vorsitzende des LBV, Norbert Schäffer, nach Guttenberg gekommen. Er erklärte, dass es sich nicht um ein 08/15-Projekt handele.

Es gehe darum, Arten wie der Kreuzkröte, dem Kammmolch und dem Laubfrosch eine neue Heimat zu schaffen. Denn deren natürlicher Lebensraum - naturnahe Flussauen - sei weitgehend verschwunden. Deshalb seien die Tiere auf solche Ersatzlebensräume wie die "Blaue Lagune" angewiesen.

Laut Landrat Klaus Peter Söllner sind die Sandgruben und Steinbrüche entlang der Fränkischen Linie "Hotspots für den Artenschutz".

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