Kulmbach
Stadtwerke

Die Blaich in Kulmbach wird trocken gelegt

An der Hofer Straße in Kulmbach entsteht ein neues Regenüber laufbecken. Die Bauarbeiten dauern noch bis Dezember. Bis dahin müssen die Anwohner noch mit Einschränkungen leben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Großbaustelle in der Hofer Straße: Stadtwerke-Chef Stephan Pröschold (rechts) und der für die Baustelle verantwortliche Mitarbeiter Frank Pfaffenberger. Foto: Katrin Geyer
Großbaustelle in der Hofer Straße: Stadtwerke-Chef Stephan Pröschold (rechts) und der für die Baustelle verantwortliche Mitarbeiter Frank Pfaffenberger. Foto: Katrin Geyer
An sich hat Kerstin Deichsel nichts gegen den Winter. Trotzdem: "Ich hoffe zur Zeit nur, dass es nicht noch kälter wird", sagt sie. Mit gutem Grund. Ihr Haushalt in der Hofer Straße hängt derzeit an einer Notwasserversorgung. Statt durch unterirdische Leitungen kommt das Trinkwasser über oberirdisch verlegte Schläuche ins Haus. Als das Thermometer am Wochenende Minusgrade zeigte, fror zum Glück nichts ein. Aber ein wenig bange ist es der Kulmbacherin schon vor noch größerer Kälte.

Stephan Pröschold beruhigt: "Es kann nichts passieren!". Auf der Großbaustelle in der Hofer Straße sind Experten am Werk. Und die, so sagt der Chef der Stadtwerke, werden dafür sorgen, dass bis Mitte Dezember ein Großprojekt ordnungsgemäß abgewickelt wird.Ein Projekt allerdings, von dem nach Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr viel zu sehen sein wird. Denn was in der Hofer Straße derzeit für rund 591.000 Euro entsteht, verschwindet zum großen Teil unter der Erde. Westlich der Auffahrt zur Berliner Brücke entsteht zur Zeit ein Regenüberlaufbecken, 38 Meter lang, drei Meter breit und im Inneren drei Meter hoch, das dafür sorgen soll, dass es künftig auch nach starkem Regen in der Blaich keine überlaufenden Gullys oder herausgedrückte Kanaldeckel mehr geben wird.


Hochwasserschutz



Das Becken, das ein so genanntes Rückhaltevolumen von 175.000 Liter Wasser haben wird, ist Teil eines Entwässerungskonzepts für den gesamten Stadtteil, zu dem auch Regenüberlaufbecken am Pörbitscher Platz und am Ängerlein sowie ein Auffanggraben am Berg oberhalb der Lorenz-Sandler-Straße gehören werden. All das zusammen wiederum soll Teil des Gesamtkonzeptes für die Neugestaltung der Flutmulde sein. Damit wird voraussichtlich im nächsten Jahr begonnen - zur Freude der Blaicher, die in den letzten Jahren mehrfach Angst vor Hochwasser haben mussten.

Die Funktionsweise eines solchen Regenrückhaltebeckens Beckens ist simpel. An trockenen Tagen oder solchen mit schwachem Regen fließen die Abwässer aus dem Gebiet links und rechts der Hofer Straße und aus der Ober- und Unterpurbach ebenso wie das Oberflächenwasser in einem Kanal Richtung Kläranlage. Das Regenüberlaufbecken wird auf einem Teilstücks des Kanals eingebaut.

Dieser Kanal verträgt durchaus einiges an Regen. Etwa 30 bis 35 Liter je Quadratmeter und Stunde kann er bewältigen. "Das entspricht einem kräftigen Platzregen", sagt Stephan Pröschold. Wenn aus dem Platzregen freilich ein Wolkenbruch wird, ist der Kanal schnell überlastet. Bisher hat sich das Wasser dann dort einen Weg gesucht, wo man es nicht haben wollte: In Gullys, mitten auf der Straße - oder gar in einem Keller.


Wasser auch an kalten Tagen



Künftig nimmt das große Becken das Wasser auf. Steigt der Wasserspiegel dort stark an, wird das Zuviel an Wasser über einen Überlauf in die Flutmulde abgeleitet. Weil das nur bei sehr starkem Regen passiert, handelt es sich vor allem um Oberflächenwasser. "Es gibt da keine hygienischen Bedenken", versichert Pröschold - und verweist darauf, dass die Gewässer im Stadtgebiet durchwegs eine hohe Wasserqualität aufweisen.

Bis Mitte Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin müssen die Anlieger der großen Baustelle noch mit einigen Beeinträchtigungen leben. Die Zufahrt zu ihren Grundstücken ist erschwert oder blockiert. Das Wasser kommt, wie schon erwähnt, über eine Behelfsleitung. "Es ist sicher gestellt, dass da auch in kalten Nächten nichts einfriert. Es gibt Heizungen für solche Leitungen - oder man kann für ständigen Durchfluss sorgen", sagt Stadtwerke-Chef Pröschold.

Das wird Kerstin Deichsel beruhigen, die die Einschränkungen im übrigen mit großer Gelassenheit hinnimmt. So, wie auch ihr Nachbar Gerhard Scheibe, Geschäftsführer des Fitness-Studios in der Hofer Straße. Ist die Sperrung schlecht fürs Geschäft? "Ach wo", sagt der. "Wenn gebaut wird, gibt es halt für eine gewisse Zeit einmal Behinderungen." Und dass seine Kunden vorübergehend keine Parkplätze vor der Tür haben, sei nun wirklich nicht schlimm. "Wer ins Fitness-Studio geht, kann ruhig auch mal ein paar Meter laufen."


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren