Kulmbach
Bierwoche

Die Bierwoche hat treue Fans

Am Wochenende schlugen die Wogen im Stadel noch einmal hoch. Bester Stimmung war nicht nur das junge Partyvolk.
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Foto:Sonny Adam
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Strahlendes Sommerwetter, heiße, aber nicht zu heiße Temperaturen: Am zweiten Bierwochen-Wochenende strömten die Fans aus aller Herren Länder in den Stadel und feierten, als ob es kein Morgen gäbe. Am Samstagabend heizte die Joe Williams Band mit Partymusik die Stimmung so richtig an. Die Luft im Zelt war feucht und voller Bierseligkeit. In den Gängen gab es kein Durchkommen mehr.

"Am Bierfestsamstag war es wirklich richtig voll. Fast ein bisschen zu viel. Aber ansonsten gehe ich sehr gerne in den Stadel", zog Birgit Obermaier Bilanz. "Ich finde das neue Zelt einfach schön. Es ist groß, hell freundlich und sehr gepflegt. Und am allerbesten gefällt mir, dass Leute zwischen 16 und 86 hier im Stadel gemeinsam feiern können."

Die letzten Biermarken

Viele Kulmbach nutzten den letzten Tag, um noch einmal im Zelt vorbei zu schauen. "Wir verbraten noch die letzten Biermarken. Vier Mal waren wir schon da", erklärte Gerhard Schmidt. Er kam mit seiner Familie ins Zelt. Seine Frau Cornelia und seine Tochter Claudia (5) tanzten ausgelassen vor der Bühne zu den Klängen der Kasendorfer Musikanten.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner war am letzten Tag noch im Stadel. Ehrensache. Schon mittags gab es kaum noch Plätze im Stadel. Und das hatte einen guten Grund: Denn am letzten Sonntag darf man seine eigene Brotzeit mitbringen. Der Gesangverein Weiher-Mangersreuth hatte Tupperdosen mit Radi, Gurken, Tomaten, Salaten, aber auch Pressack und andere Brotzeitspezialitäten dabei. "Das ist ein ganz schöner Brauch. Und Weißwürste isst man natürlich trotzdem", sagt Rita Reuschlein.

"Wir waren fünf Mal da - das passd scho", zogen Frank und Kerstin Rödel ihre persönliche Bilanz.

Unter den Feierlustigen gab es auch viele Kulmbach-Rückkehrer. Alexander Reich lebt inzwischen in Hamburg. Er kam mit seiner Frau Carolin und seinen Töchtern Charlotte (10) und Theresa (7) und machte die Nacht zum Tage. "Das gefällt uns hier richtig gut", kommentierte Charlotte und fand den Trubel kein bisschen zu hektisch. "Wir kommen immer wieder zur Bierwoche", versprachen die Mädels. Dass sie dabei Tracht trugen, versteht sich von selbst. Denn schließlich ist die Mama eine echte Münchnerin.

Angesagter Treffpunkt

"Beim Bierfest trifft man Leute - selbst ich", lachte Michael Rößler. Rößler arbeitet bei Glen Dimplex, kommt aber ursprünglich aus Dingolfing. "Ich bin ein echter Niederbayer. Eigentlich bin ich ja nur hier, um ein bisschen bayerische Kultur nach Franken zu bringen. Aber ich fühle mich hier wirklich wohl", scherzte der Lederhosenträger.

Bedienungen haben gut zu tun.

Nach dem Frühshoppen blieben die Stadelfans gleich zum Mittagessen sitzen. Und danach wurde weitergefeiert. Denn der letzte Tag ist immer der schönste. "Ich komme direkt vom Ballermann ins Zelt, ich war im Urlaub. Aber ich muss einfach hierherkommen", erzählte Michael Nürnberger und bestellte gleich eine deftige Haxe.

Doch wie war die Bierwoche eigentlich für die, die arbeiten mussten? Die Bedienungen hatten keine Zeit, um eine Bilanz zu ziehen. Das Schankpersonal zapfte beidhändig. "Ich bin schon zum fünften Mal Brezelmadel, es macht Spaß", erzählt indes Annalena Tempel aus Fölschnitz. Und ein nettes Erlebnis hatte sie auch: Ein Besucher zahlte eine Brezel, obwohl er wirklich keinen Hunger hatte. "Er hat gesagt, eine Brezel will er nicht, aber er gibt mir trotzdem Geld", lachte die Jobberin. Auch die Andenken gingen weg wie warme Semmeln. "Wir mussten sogar Krüge nachbestellen. Jeder wollte sie haben", verriet Julian Sünkel, der im Zelt die Souvenirs verkaufte.

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