Kulmbach
Energiekosten

Die Beratung durch die Energieagentur hat sich ausgezahlt

Karlheinz Wildgrube aus Mainleus hat mit Hilfe der Energieagentur Oberfranken seine Strom- und Heizkosten im Monat von 280 auf 65 Euro gesenkt.
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Karlheinz Wildgrube ist inzwischen selbst ein Klimaexperte: Täglich schaut er, wie viel er einspart. Die Investition amortisiert sich innerhalb von knapp sieben Jahren. Sonny Adam
Karlheinz Wildgrube ist inzwischen selbst ein Klimaexperte: Täglich schaut er, wie viel er einspart. Die Investition amortisiert sich innerhalb von knapp sieben Jahren. Sonny Adam
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"Als Rentner muss man schauen, wo man bleibt", sagt Karlheinz Wildgrube. Genau dieser Anreiz war es, der ihn vor Jahren zur Energieagentur Oberfranken gehen ließ. Seitdem hat sich bei Karlheinz Wildgrube und seiner Frau Helga (68) viel verändert. Das Haus ist zukunftssicher modernisiert. 80 000 Euro hat der frühere Ingenieur in sein 1978 erbautes Eigenheim investiert. Die Wertsteigerung liegt allerdings bei 120 000 Euro. "Ich würde es wieder tun. Anfangs ging es mir nur um Solarthermie, aber der Umweltgedanke ist auch immer dabei gewesen", macht Wildgrube allen, die sich mit Sanierungsgedanken tragen Mut, sich von den Experten beraten zu lassen.

"Als meine Ölheizung 28 Jahre alt war, habe ich mir etwas überlegt. Ich wollte eine Beratung", erzählt Wildgrube. Schnell war ihm klar, dass er eine Wärmepumpe einbauen möchte. Aber keine Wärmepumpe, die im Garten aufgestellt wird, sondern eine, die im Keller untergebracht ist.

Doch das war erst der Anfang. Die Wildgrubes bauten vor drei Jahren eine Dämmung in ihr bis dato nur gering gedämmtes Haus ein. Sie machten eine Aufdachdämmung, installierten eine neue Gaube. Auf dem Dach wurde eine 9,88 KWp-Photovoltaikanlage installiert. Der Clou ist ein Stromspeicher, der 7,4 kWh aufnehmen kann. "Ich habe auch noch den Stromanbieter gewechselt. So konnte ich meine Stromrechnung von 280 Euro im Monat auf 65 reduzieren. Und dann bekomme ich noch 35 Euro für den eingespeisten Strom", rechnet Wildgrube.

De facto bedeutet das: Die Wildgrube haben nur noch 30 Euro Stromkosten im Monat, inklusive Heizung. Und das, obwohl sie sich regelmäßig den Gang in eine Infrarotkabine gönnen. "Das war die beste Anschaffung der letzten 30 Jahre. Ich würde es sofort wieder machen", sagt Wildgrube.

Wäsche bei Sonnenschein

"Ich möchte auch anderen Mut machen. Man muss sich einfach nur beraten lassen und sich ein bisschen mit der Materie auseinandersetzen", sagt der Ingenieur. Der 73-Jährige gibt zu, dass sich auch das Nutzungsverhalten inzwischen geändert hat. "Bei uns wird jetzt nur noch tagsüber, wenn die Sonne scheint, gewaschen", sagt Wildgrube. Denn dann produziert die Anlage so viel Strom, dass die Waschmaschine mit eigenem Strom laufen kann.

Wildgrube hat mit der Energieagentur Oberfranken einen Video-Clip gedreht, in dem er seine Motivation darstellt. Finanziert wurde die energetische Sanierung durch ein zinsgünstiges Darlehen der KfW und die KfW-Speicherförderung.

Zum Hausbesuch kamen Markus Ruckdeschel und Energieberater Jürgen Ramming von der Energieagentur Oberfranken. Auch Landrat Klaus Peter Söllner und Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger gaben sich die Ehre. "Unser Landkreis hat beschlossen, diese Klimaschutzberatung durch die Energieagentur Oberfranken nun für weitere zwei Jahre zu finanzieren. Somit bleibt dieser Service für die Bürger auch in Zukunft kostenlos", sagte Landrat Klaus Peter Söllner.

Nach der Beratung investieren die Bürger übrigens durchschnittlich rund 32 700 Euro. "Wir haben 2004 damit begonnen, ein Mal im Monat eine Energiesprechstunde zu machen. In den letzten zehn Jahren hat sich die Energie- und Klimaschutzberatung etabliert", betonte Ingrid Flieger.



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