Kulmbach
Kommentar

Die Bauern und das Ausgleichsgesetz: Ärger, Wut und Emotionen

Der Umgang von Ministerpräsident Söder mit dem Volksbegehren erzürnt die Bauern in Bayern.
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Heftig diskutiert wurde in der Kulmbacher Dr.-Stammberger-Halle.Foto: Jochen Nützel
Heftig diskutiert wurde in der Kulmbacher Dr.-Stammberger-Halle.Foto: Jochen Nützel

Hat sich Markus Söder tatsächlich zum Vorkämpfer des Naturschutzes aufgeschwungen oder trieben ihn doch eher taktische Überlegungen, als er im Mai ankündigte, das Volksbegehrens für die Artenvielfalt 1:1 übernehmen zu wollen?

Genaues weiß man nicht. Aber die Mutmaßung sei erlaubt, dass dem Ministerpräsidenten sehr wohl klar ist, dass man in Zeiten wie diesen die Menschen in den Städten nicht aus dem Blick verlieren darf, will man künftige Wahlen gewinnen, und dass sein neuentdecktes grünes Gewissen deshalb zumindest zum Teil auf machtpolitischem Kalkül fußt.

Allein - die Rechnung ist nicht aufgegangen. An der Haltung Söders und am "Versöhnungsgesetz" hat sich die Wut der Bauern entzündet, die, einem Flächenbrand gleich, einen ganzen Berufsstand gegen die CSU aufgebracht hat. Mehr noch: Es scheint, als habe die Entscheidung die bislang enge, fast symbiotische Bindung zwischen der CSU und den Bauern nachhaltig beschädigt.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat nun die undankbare Aufgabe, die Wogen zu glätten. Von einer "Charmeoffensive" hat eine große Tageszeitung dieser Tage gesprochen. In Kulmbach freilich verpuffte der Charme. Sogar nach dem dramatischen Abbruch der Veranstaltung nach dem Zusammenbruch eines Teilnehmers blieb die Stimmung aufgeheizt.

Ob die CSU mit ihrer Öko-Wende den Grünen Wähler abspenstig machen kann, ist nicht sicher. Dass sie in den eigenen Reihen welche verloren hat, schon.

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