Wirsberg

Der Straßenlärm an der B 303 bleibt ein Ärgernis

Seit Jahrzehnten kämpfen die Anwohner entlang der B 303 für Schutzmaßnahmen - bisher ohne Erfolg. Doch es gab auch gute Nachrichten im Gemeinderat.
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Seit 49 Jahren kämpft die Marktgemeinde Wirsberg für Lärmschutzmaßnahmen für die Bewohner an der B 303. Bislang wurden nur marginale Verbesserung vorgenommen. Jetzt soll es mit den Vertretern des Staatlichen Bauamtes Bayreuth und den betroffenen Anliegern zu einem gemeinsamen Gespräch im Rathaus kommen. Werner Reißaus
Seit 49 Jahren kämpft die Marktgemeinde Wirsberg für Lärmschutzmaßnahmen für die Bewohner an der B 303. Bislang wurden nur marginale Verbesserung vorgenommen. Jetzt soll es mit den Vertretern des Staatlichen Bauamtes Bayreuth und den betroffenen Anliegern zu einem gemeinsamen Gespräch im Rathaus kommen. Werner Reißaus

Die Abwasserentsorgungs- und Wasserbezugsgebühr beträgt ab 1. Januar 2020 in der Marktgemeinde Wirsberg insgesamt 4,85 Euro pro Kubikmeter. Damit wird die Verbrauchsgebühr künftig um 10 Cent pro Kubikmeter billiger. Das war die erfreulichste Nachricht aus der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend, der die Änderung der beiden Gebührensatzungen einstimmig beschloss. Bürgermeister Hermann Anselstetter (SPD) dankte der Verwaltung mit der geschäftsleitenden Beamtin und Kämmerin Andrea Müller sowie den Kollegen vom Finanzausschuss, die die Neukalkulation der beiden Gebühren für Wasser und Abwasser beraten und dem Gemeinderat einstimmig die Empfehlung ausgeprochen hatten, die Satzungsänderungen vorzunehmen.

Bisher hatte der Markt Wirsberg in der Kombination Wasser- und Abwassergebühr einen Kubikmeterpreis von 4,95 Euro. Die Abwassergebühr liegt jetzt bei 3,30 Euro und beim Wasser bei 1,55 Euro pro Kubikmeter. Damit sind die Kanalgebühren gegenüber den letzten vier Jahren um 31 Cent günstiger, aber der Wasserpreis wird nächstes Jahr um 21 Cent steigen.

Bürgermeister Anselstetter ging auch kurz auf die Überlegung im Finanzausschuss ein, eine Grundgebühr einzuführen. "Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die keine Grundgebühr erhebt. Wir waren uns einig, dass wir die Grundgebühr nicht für sozial gerecht halten, weil ein Singlehaushalt die gleiche Grundgebühr entrichten müsste wie eine größere Familie. Die nächsten vier Jahre bleiben die Gebühren so stabil, wie sie gegenwärtig sind und es wird keine neue Grundgebühr eingeführt."

Nicht unerwähnt ließ Bürgermeister allerdings, dass es für den Abwasserzweckverband der Schorgasttalgemeinden noch keine Endabrechnung gibt. Zweiter Bürgermeister Karl Heinz Opel (FW) zeigte sich mit dem Gesamtpreis von 4,85 Euro noch zufrieden: "Solange wir keine 5 Euro haben, ist das für mich noch in Ordnung." Am Beispiel der eigenen Wasserversorgung stellte Udo Gebhardt (FW) fest, dass es für den Markt von Vorteil ist, wenn der Marktgemeinderat selbst über die Anlage entscheiden kann und nicht wie bei der Abwasserentsorgung von einem Zweckverband abhängig ist, wo man derzeit gar nicht weiß, wo der Weg hingeht.

Ein zentrales Thema am Dienstagabend war auch die zunehmende Lärmbelästigung für die Bewohner entlang der B 303. Klar ist, dass der für Herbst dieses Jahres angekündigte lärmmindernde Asphaltbelag an der B 303 heuer nicht mehr aufgetragen wird, sondern erst im kommenden Jahr, wie Bürgermeister Hermann Anselstetter erklärte. Die Beschwerden und Klagen der Anlieger über die Lärmbelastung sind deshalb weiterhin ein ernstes Thema. Anselstetter zeigte mit einem Blick in seine Unterlagen auf, dass bereits im Jahr 1971 die ersten Lärmschutzmaßnahmen gefordert wurden. Seitdem wurden nur marginale Verbesserungen vorgenommen.

Lärmmessungen von Anliegern haben ergeben, dass die zulässigen Grenzwerte sowohl am Tag als auch in der Nacht deutlich überschritten werden. Auch der einst festgestellte Anteil von 16 Prozent Lkw-Verkehr ist inzwischen deutlich höher. Bürgermeister Hermann Anselstetter schlug vor, die verantwortlichen Vertreter des Staatlichen Bauamtes zunächst zu einem Gespräch ins Rathaus einzuladen, bei dem auch die betroffenen Anlieger zu Wort kommen können. Damit zeigte sich das Gremium einverstanden.

Die Marktgemeinde wird eine Reihe von Naturschutzprojekten beim Landratsamt Kulmbach anmelden, die aus den Ersatzzahlungen für die beiden Windenergieanlagen in Wirsberg finanziert werden. Wie Hermann Anselstetter dazu berichtete, mussten für die beiden Bürgeranlagen 135 000 Euro an Ausgleichszahlungen geleistet werden. Nun soll unter anderem am "Neufanger Berg" ein Blühwald angelegt werden. Hier wird mit Kosten von 17 335 Euro gerechnet. Weitere Projekte sollen in der Sommer- und Winterleite, mit dem Feuchtbiotop im Schorgasttal und dem Kauf von ökologisch aufwertbaren Flächen verwirklicht werden. Umstritten ist noch ein Fledermausschutzkonzept für das gesamte Gemeindegebiet, das auf Kosten von rund 20 000 Euro geschätzt wurde. Gemeinderat Jochen Trier (FW) zeigte dafür kein Verständnis und stimmte dagegen: "Wir verbrennen hier öffentliche Gelder für ein Schutzkonzept, das vielleicht auch ehrenamtlich erstellt werden könnte."

Bürgermeister Anselstetter berichtete noch über den Sachstand der kleinen Dorferneuerungen in Osserich und Sessenreuth. Der Bauentwurf für Osserich soll dem Marktgemeinderat spätestens im Januar vorgelegt werden. Der Vorentwurf für die Maßnahmen in Sessenreuth soll ebenfalls in Kürze auf den Ratstisch. Hier geht es um eine Platzgestaltung im Ort, die Sanierung des Dorfteiches und den Bau eines Gehweges entlang der Kreisstraße. Eine Interessensbekundung wurde noch für eine kleine Dorferneuerung in Cottenau abgegeben. Hier will der Marktgemeinderat auch die Tür für Kleinstbetriebe und private Maßnahmen aufstoßen.

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