Kasendorf
Haushalt

Der Straßenbau im neuen Kasendorfer Gewerbegebiet kann beginnen

Noch heuer soll das neue Industriegebiet in Krumme Fohre erschlossen werden. Gleichzeitig kämpft der Markt Kasendorf mit einem hohen Gewerbesteuerrückgang.
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Hier bei Krumme Fohre soll ein neues Gewerbegebiet entstehen.Archiv/Peter Müller
Hier bei Krumme Fohre soll ein neues Gewerbegebiet entstehen.Archiv/Peter Müller
Die Verabschiedung eines genehmigungsfähigen Haushalts war für den Markt Kasendorf auch 2018 kein Problem. Denn die Rücklagen belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro. Auch die Verschuldung liegt mit aktuell 166 Euro pro Einwohnerdeutlich unter dem Landesdurchschnitt. Eine Zahl, von der die meisten Kommunen im Landkreis nur träumen können.


"Zeiten der Glückseligkeit" sind vorbei


Doch die "Zeiten der Glückseligkeit" seien auch in Kasendorf vorbei, waren sich Kämmerer Herbert Schmidt und Bürgermeister Bernd Steinhäuser in der jüngsten Gemeinderatssitzung einig. Der Hauptgrund: Ein ortsansässiges Großunternehmen hat betriebliche Umstrukturierungen vorgenommen. Und das führt zu einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen um eine halbe Million Euro im Vergleich zu 2017.

"Da die Kreisumlage trotz der Senkung des Hebesatzes um einen Punkt aufgrund unseres hohen Steueraufkommens 2016 um 382 000 auf 1,782 Millionen Euro steigt, ergibt sich nur eine Zuführung von 112 000 Euro an den Vermögenshaushalt", rechnete Schmidt den Räten seinen "vorsichtigen" Ansatz vor.


Viel Geld für Kinderbetreuung


Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 4,85 Millionen Euro. Geprägt ist er durch hohe Ausgaben im Kindergartenbereich. Mehr als 900 000 Euro sind hier eingeplant. Der Unterhalt des Bauhofs schlägt mit 398 000 Euro zu Buche. Die Ausgaben für Schule und Hort sind mit 338 000 Euro geplant.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 2,651 Millionen Euro. Er sei auch geprägt von der Anfinanzierung von Maßnahmen, deren überwiegende Kosten erst in den Folgejahren anfallen, erklärte der Kämmerer. Konkret spielte er auf das Projekt "Schwarzes Ross" sowie auf die Sanierung des Anwesens Peesten 31 an. Insgesamt sind hier Investitionen von mehr als fünf Millionen Euro zu erwarten. Dieser Summe stehen Zuschüsse von 4,2 Millionen Euro gegenüber.

Da derzeit nicht absehbar ist, wie zeitnah die Fördermittel des Staates ausbezahlt werden, ermächtigten die Kasendorfer Räte die Verwaltung, Kredite von bis zu einer Million Euro aufnehmen zu dürfen. "Im schlimmsten Fall müssen Zuwendungen in siebenstelliger Höhe vorfinanziert werden", so Schmidt. Bis Ende 2018 könnte der Schuldenstand auf bis zu 1,378 Millionen Euro steigen.
Einstimmig und ohne Diskussion verabschiedete das Gremium das Zahlenwerk. Die Hebesätze bleiben für die Grundsteuern A und B und für die Gewerbesteuer bei 300 Punkten und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt.


Kuriose Anmerkung des Prüfers


Große Aufmerksamkeit schenkten die Räte der überörtlichen Prüfung der Jahresrechnungen für 1999 bis 2015. Ein halbes Jahr lang war der Prüfer im Rathaus und stellte ein 61-seitiges Werk mit Anregungen, Mängeln und Verbesserungen zusammen. Die größten Beanstandungen gab es im Bereich Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, hier sollen künftig die Kosten genauer zugeordnet werden.

Außerdem bemängelte der Prüfer, dass die Haushalte "so spät" verabschiedet wurden und Anschaffungen schon vor der Genehmigung getätigt worden waren. Bürgermeister Bernd Steinhäuser merkte dazu nur an, dass auch der Landkreisetat erst in den nächsten Tagen auf den Weg gebracht werde.


Kuriose Anmerkung des Prüfers


Kurios: Der Rechnungsprüfer hatte angemahnt, dass Kasendorf eine Straßenausbaubeitragssatzung erlassen sollte. Dieses Ansinnen hat sich jedoch offenbar erledigt, da die CSU-Fraktion im Landtag einen Gesetzentwurf zur Abschaffung dieser "Strabs" eingebracht hat (BR von gestern).

Keine Einwände hatten die Gemeinderäte gegen den Bau eines Hauses im Toskanastil mit Garage und Carport in Heubsch. Außerdem signalisierten die Räte, das Einvernehmen für ein weiteres Vorhaben in der Zultenberger Straße in Aussicht zu stellen. Der Bauherr möchte Förderung für diese Baumaßnahme in Anspruch nehmen, deshalb erfolgt die Antragsstellung mit Verzögerung.

Für die Feuerwehren im Gebiet des Marktes Kasendorf werden Beschaffungen für 5600 Euro getätigt. Die Räte gaben dafür grünes Licht. Der Auftrag wird allerdings erst nach der Genehmigung des Haushalts vergeben.
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