Kulmbach
Entdecker-Tour (141)

Der Kulmbacher Stadtpark profitiert von Spenden

Den Rupperts-Brunnen im Stadtpark hat die Stadt Kulmbach einem noblen Bürger zu verdanken. Warum er das tat, lesen Sie hier.
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Der Rupperts-Brunnen im Kulmbacher Stadtpark. Foto: Erich Olbrich
Der Rupperts-Brunnen im Kulmbacher Stadtpark. Foto: Erich Olbrich
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Trinkwasser ist die Voraussetzung für das menschliche Überleben. In der gesamten Menschheitsgeschichte wurden Siedlungen in der Nähe von Wasserstellen errichtet. Der Name der Stadt Kulmbach leitet sich auch davon ab.

Viele Brunnen aus dem Stadtbild entfernt

"Kulm" ist der Berg, und die Endung "ach" beschreibt das fließende Gewässer, frei übersetzt könnte man also "Bergbach" sagen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden Wasserleitungen aus Eisen in die Häuser verlegt. Viele Brunnen wurden danach aus dem Stadtbild entfernt.

Ein beliebtes Erholungsgebiet in der Innenstadt war der Prinzessin-Garten am Schießgraben. Als dieser nach dem Neubau des benachbarten Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums nicht mehr verfügbar war, regte sich Unmut in der Bevölkerung. Bei der Suche nach einem Ersatz wandelte Stadtgärtner Wilhelm Kühn ab 1894 eine Fläche östlich der Stadt in eine Parkanlage um.

Zwei Weiher und ein Rosengarten

Durch eine hohe Zuwendung aus dem Nachlass von Hans Planck konnte ein landschaftsgestaltender, botanischer und den Tierschutz einbeziehender Stadtpark angelegt werden. Zu ihm gehörten auch zwei Weiher und ein Rosengarten, die inzwischen alle nicht mehr vorhanden sind.

Bis in die heutigen Tage wird der Stadtpark durch Spenden aus der Bevölkerung bedacht. So auch am 23. Juni 1962, als sich zahlreiche Kulmbacher im Stadtpark einfanden, um der Übergabe des von Alfred Ruppert gestifteten Springbrunnens an die Stadt Kulmbach beizuwohnen.

Ein Sinnbild des Kommens und Gehens

Alfred Ruppert war der Direktor der mechanischen Plüschfabrik Türk und Kneitz, er starb am 22. März 1966 und liegt im Neuen Friedhof begraben. Heute trennt die Straße "Am Kreuzstein" das Fabrikgelände (Töpfer) von seiner im Zeitgeist des Jahres 1928 errichteten Fabrikanten-Villa in der Luitpoldstraße.

Oberbürgermeister Wilhelm Murrmann wies in seiner Ansprache darauf hin, dass der Name Ruppert mit dem Begriff der Gebefreudigkeit verbunden sei. Schon oft habe Alfred Ruppert seiner zweiten Heimat, wie er selbst Kulmbach nannte, durch Stiftungen und Spenden Gutes getan. Der Brunnen, der vor allem den alten Leuten, die den Park gerne besuchten, viel Freude machen würde, sei ein Sinnbild des Kommens und Gehens, des ewigen Werdens und Vergehens.

Bronzeplatte mit Inschrift

Mit einer Bronzeplatte am Brunnen weist die Stadt auf den Spender hin: "Ruppertsbrunnen, der Stadt Kulmbach und ihren Bürgern, gestiftet von Direktor Alfred Ruppert, 1962."

Der Spender ergriff selbst das Wort. Er betonte, dass er und seine Gattin täglich die Anlagen besuchten und dabei immer wieder feststellten, welches Kleinod sich hier befinde. Verschiedentlich sei, so meinte er launig, bereits die Ansicht geäußert worden, dass der Springbrunnenstrahl etwas höher sein könnte. Die Unzufriedenen sollten sich damit trösten, dass der Brunnen ja noch sehr jung sei. Kurz erwähnte er die Freude einiger alten Leutchen, die durch den Brunnen an ihre schlesische Heimat erinnert würden. Er schloss mit den Worten: "Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu Anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigne Herz zurück."

Mit Walzern, Märschen und anderen Liedern gaben der Musikverein und der "Gesangsverein Frohsinn" der Feierstunde einen festlichen Rahmen.

Ein Bild der Verwüstung

Die Erstellungskosten beliefen sich damals auf 4896,22 Mark. Den Entwurf fertigte H. Simmler vom Stadtbauamt, die technische Seite übernahmen die Stadtwerke Kulmbach. Für die Bauausführung war das Baugeschäft Hans Michel verantwortlich. Nach wenigen Monaten, am 22. August 1962, wurde der von Direktor Alfred Ruppert gestiftete und von OB Murrmann feierlich eingeweihte Brunnen beschädigt. Die Wasserfontäne erfreute zwar immer noch die Betrachter, aber ringsum bot sich ein Bild der Verwüstung. Zwei Wasserscheinwerfer, die den herrlichen Brunnen auch nachts malerisch erleuchteten, lagen verbeult und verbogen auf dem Brunnenrand. Die Birnen waren herausgeschraubt und gestohlen und die Anschlussdrähte herausgerissen. Ruppert und Murrmann zeigten sich empört über den Vorfall.

Die herbeigerufenen Elektriker behoben schnell den angerichteten Schaden, problematisch war aber die Beschaffung der beiden Scheinwerfer, da diese nur von einer einzigen Firma hergestellt wurden.

Der Springbrunnen erfreut noch heute die Kulmbacher und ihre Gäste aus nah und fern mit seinen in die Höhe schießenden Fontänen und der nächtlichen Beleuchtung.

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