Ludwigschorgast
Sanierung

Der Kirchturm in Ludwigschorgast ist wieder komplett

Die Einwohner von Ludwigschorgast wissen ab sofort wieder, woher der Wind weht. Dazu müssen sie nur ihren Blick auf die Spitze des Kirchturms richten. Denn dort dreht sich endlich wieder die historische Wetterfahne.
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Die Turmzier steht. Ein Mitarbeiter der Firma Bayreuther Turmuhren legt in 25 Metern Höhe letzte Hand an. Mit im Bild (von rechts) Pfarrer Michal Osak, die Zimmerleute in ihrer Zunfttracht und Kirchenpfleger Franz Frosch. Fotos: Tobias Braunersreuther
Die Turmzier steht. Ein Mitarbeiter der Firma Bayreuther Turmuhren legt in 25 Metern Höhe letzte Hand an. Mit im Bild (von rechts) Pfarrer Michal Osak, die Zimmerleute in ihrer Zunfttracht und Kirchenpfleger Franz Frosch. Fotos: Tobias Braunersreuther
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Sechs Wochen sind es her, da wurde die Turmzier im Zuge der Kirchensanierung abgenommen. Eine Schiefstellung und Schäden an der Turmzierbasis waren der Grund. Fachmännisch restauriert wurde das Ensemble mit Kugel, Kreuz und Wetterfahne bei der Firma Bayreuther Turmuhren.

Gestrahlt, lackiert, vergoldet

Die Teile wurden komplett sandgestrahlt, mehrfach grundiert und lackiert, dann vergoldet. "Alles in Handarbeit", versichert der Handwerker.

Nach der Demontage sind in der Kugel alte Dokumente gefunden worden. Pater Josef Bencsik aus Västeras in Schweden, als Vertreter des abwesenden Pfarrers Wilhelm Utzschneider, vermerkte in einem Schriftstück: "Erstmals war die Kugel 1810 auf den Turm aufgesetzt worden. Blitz und Unwetter haben im Jahre 1971 eine Sanierung des Turmes notwendig gemacht."

Auch der ehemalige Ludwigschorgaster Schmiedemeister Hans Stölzel hat sich darin verewigt.
Er führte die Flaschnerarbeiten aus. Zwischenzeitlich war der Einsatz der Zimmerleute gefragt. Der Kaiserstiel, der die Turmbekrönung trägt, zeigte sich im oberen Bereich verrottet. Rund die Hälfte des vier Meter langen Holzbalkens, der zum großen Teil im Sterngebälk des Turmes eingelassen ist, wurde durch Eichenholz ersetzt. "Nur was notwendig ist, wird erneuert. So will es der Denkmalschutz", sagt Zimmerer Markus Erhardt. Bevor die neue Turmzier installiert wurde, deponierte Kirchenpfleger Franz Frosch zum Andenken an diesen denkwürdigen Tag aktuelle Geldmünzen, Urkunde über ausgeführte Leistungen, Kirchenchronik und Zeitungsberichte in einem Kupferrohr. Damit will man zeittypische Dinge an die künftigen Generationen weitergeben.

Von der höchsten Ebene des Gerüstes segnete Pfarrer Michal Osak das Kreuz mit den Worten: "Möge die Pfarrkirche unter Gottes allmächtigen Schutz alle Stürme der Zeit überdauern".

Das Gerüst, das den Turm von der Sohle bis zur Spitze einhüllte, wurde gleichzeitig genutzt, die vier Kirchenuhren zu restaurieren. Mittlerweile ist die Sicht wieder frei auf strahlend goldene Zeiger und Ziffern. Nach geltender Regelung ist Unterhalt und Wartung der Kirchturmuhr Sache der politischen Gemeinde, die dafür die Kosten von rund 5000 Euro übernehmen wird.

Derzeit sanieren die Zimmerleute Dielung und Treppenaufgang zum Glockenstuhl. Zur Freude von Architekt Peter Schickel sind die "kritischen Maßnahmen" abgeschlossen. Dazu gehört auch die Schiefereindeckung des Turmes. Nicht mit Lob sparte daher der Bauleiter für die ausführenden Firmen Eber Bedachungen Kulmbach und die Zimmerei Schuster aus Welschenkahl, die die Mamutarbeiten erledigt hatten.
Überhaupt ging in letzter Zeit vieles Schlag auf Schlag. Meter um Meter wurde vergangene Woche das Gerüst am Turm und an zwei Seiten der Kirche entfernt. Dieser Tage geht es damit weiter. Ebenso wird noch die Restfläche des Kirchendaches eingedeckt. Weniger bewegend wird letztlich die Sanierung des Daches der Sakristei im Frühjahr 2015 sein.

Zum Schluss noch die gute Nachricht von Peter Schickel: An Weihnachten werden die Glocken und der Viertelstunden-Schlag wieder erklingen.
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