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Burggeflüster

Der hohle Leergut-Automat

Automaten nehmen Arbeit ab und erleichtern das Leben - oder bringen einen zur Weißglut.
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Automaten sind schon eine feine Sache. Zumindest für den, der sie aufstellt. Einmal angeschafft, muss man ihnen kein Gehalt zahlen, deshalb auch mit keiner Gewerkschaft verhandeln. Sicher, auch Automaten können streiken. Doch ein kundiger Mechaniker hat diesen Ausstand in der Regel schnell beendet. Gewerkschaftlich oder gar betriebsrätlich werden sich die Maschinen wohl erst dann organisieren, wenn sie mit künstlicher Intelligenz aufgepimpt sind.

Automaten der heutigen Generation sind jedenfalls noch ziemlich einfältig. Manche, wie die für Leergut, sogar richtig hohl. Die erste Flasche schluckt das Ding anstandslos. Prima. Bei der nächsten eine Fehlermeldung: "Bitte nur leere Flaschen einlegen." Ist sie doch, nicht mal mehr ein Tröpfchen drin! Auch nach dem vierten Versuch ist nichts zu machen, das ausgediente Behältnis muss zurück ins Körbchen. Kopfschütteln.

Dann die nächste böse Überraschung: "Barcode nicht lesbar". Aber der ist doch unversehrt! Und es ist die gleiche Cola-Flasche wie die erste, die der Automat noch problemlos akzeptiert hatte. Grrr...

Mitten im Rückgabevorgang spuckt der Kasten wie von Geisterhand die Einzahl-Quittung aus. Moment mal, wir waren doch noch gar nicht fertig! Der Spuk wiederholt sich, am Ende hält man vier Belege in der Hand. Wo ist die versteckte Kamera?

Nervig auch, wieviele Behältnisse der hohle Kasten mit "nicht im Sortiment enthalten" abweist. So muss man selbst mit gängigen Mehrweg-Joghurt-Gläser sein Glück woanders versuchen. Man hat ja Zeit...

Da loben wir uns doch die guten alten Getränkemärkte, wo noch ein Mensch aus Fleisch und Blut das Leergut persönlich entgegennimmt und in die passenden Kästen einsortiert. Und wenn's sein muss, darf es auch ein Gespräch übers Wetter sein.Christian Schuberth

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