Kulmbach
Selbstversorger

Der grüne Daumen ist erlernbar

An der Kulmbacher Hauswirtschaftsschule bekommen die Studierenden im Fach Hausgartenbau das Rüstzeug für den Start in die Selbstversorgung.
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Gute Planung sorgt für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Praxislehrerin Regina Burkhardt (links) zeigt der Studierenden Bettina van Plüren, wie es gemacht wird.Dagmar Besand
Gute Planung sorgt für gesunde Pflanzen und reiche Ernte. Praxislehrerin Regina Burkhardt (links) zeigt der Studierenden Bettina van Plüren, wie es gemacht wird.Dagmar Besand
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Gesundes Essen im eigenen Garten ernten - diesen Wunsch wollen sich viele Gartenbesitzer erfüllen. Wer mit dem Anbau von frischem Obst und Gemüse Erfolg haben und mehr als nur ein paar Salatköpfe und Kräuter anbauen möchte, braucht ein wenig Fachwissen. Schließlich haben die verschiedenen Pflanzenarten unterschiedliche Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen, wenn die Mühe sich lohnen soll.

Wie man's richtig macht, das lernen die Studierenden der Hauswirtschaftsschule am Amt für Landwirtschaft Kulmbach-Kronach von Regina Burkhardt. Die Lehrerin für Hausgartenbau hat viel Erfahrung in der Anzucht und Pflege von Gemüsepflanzen.

Eine der Studierenden ist Bettina van Plüren aus Stadtsteinach, die ihren Garten für den praktischen Unterricht zur Verfügung stellt. Hier zeigt Regina Burkhardt von A bis Z, wie man mit überschaubarem Aufwand leckeres Gemüse und Obst selbst erzeugen kann. "Das ist eine sehr interessante und vielseitige Ausbildung", sagt van Plüren. "Man nimmt hier in jedem Fall viel mit, egal, ob man es für die zukünftige berufliche Tätigkeit macht oder ob man einfach etwas für die eigene Weiterbildung tunt möchte."

Im Frühjahr wurden gemeinsam die Beete vorbereitet, im Mai und Juni ist die Hochzeit der wärmeliebenden Kulturen. Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Sellerie und Lauch, die zunächst im Haus vorgezogen wurden, werden jetzt im Freien oder im Gewächshaus weiterkultiviert. Auch Bohnen mögen keine kalten Nächte und können noch bis Mitte Juli ins Freiland ausgesät werden.

Kann man in einem privaten Garten so viel anbauen, dass man sich davon ernähren kann? Das hängt davon ab, wie viel Einsatz man bringen möchte! Gartenbau macht Arbeit und kostet viel Zeit. Wer berufstätig ist und nicht seine gesamte Freizeit mit der Bewirtschaftung großer Flächen verbringen möchte, sollte seine Ziele nicht zu hoch stecken und seine Beete nach Bedarf erweitern, sagt Praxislehrerin Regina Burkhardt.

"Die ideale Beetbreite ist 1,20 Meter. So kommt man von beiden Seiten gut an alle Pflanzen heran", rät die Expertin. Damit es nicht krumm und schief wird, werden die Einzelbeete mit einer Richtschnur abgeteilt, dazwischen kleine Wege gestampft. Die Erde wird aufgelockert, mit einem Rechen schön glatt gezogen. Als oberste Schicht bringen die Frauen Kompost auf, damit die Pflanzen gut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind: "Drei Liter pro Quadratmeter sind ideal."


Zeit sparen: Gleiches zugleich

Gut geplant ist halb geerntet: Dafür sollten Hobbygärtner ihre Arbeit sinnvoll strukturieren: "Gleiche Aufgaben immer zugleich erledigen", lautet Regina Burkhardts Grundregel. So werden nach dem Einebnen aller Flächen alle Saat- und Pflanzrillen gezogen, danach erst die Samen und Jungpflanzen in die Erde gebracht. Geschickt ist es, bei der Pflanzung mit einem leichten Erdwall einen Gießrand um die Pflanzen zu formen. So fließt das Wasser beim Angießen zu den Wurzeln und versickert nicht ungenutzt im Boden.

Für alle Hobbygärtner hat die Praxislehrerin noch wertvolle Tipps zur Anbau-Reihenfolge: Beete mit viel Kompost, vor allem frisch angelegte Hochbeete, sollte man im ersten Jahr nur mit Starkzehrern wie Zucchini, Kürbissen, Tomaten, Paprika, Auberginen, Sellerie und Kohl bestücken, die viele Nährstoffe benötigen und diese auch vertragen können. Im zweiten Jahr sind auf derselben Fläche die Mittelzehrer an der Reihe: Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Lauch, Rettich, Rote Bete oder Zwiebeln gehören dazu.

Die bescheidenen Schwachzehrer kommen dann im dritten Jahr mit den Rest-Nährstoffen aus: Buschbohnen, Erbsen, Salate und Kräuter. Danach kann das Beet wieder mit Kompost angereichert werden, der Kreislauf beginnt vor vorn.

Mit viel Freude setzten die Frauen die Tipps um. Die meisten von ihnen werden das Gelernte auch zu Hause anwenden: Frisch aus dem Garten schmeckt es halt einfach am besten!

Die Studierenden beschäftigen sich im Hausgartenbau nicht nur mit Essbarem. Zu einem schönen Garten gehören auch Blumen. Gemeinsam werden Geranien und andere ausdauernde Sommerblüher in Kästen gepflanzt. Regina Burkhardt sind dabei auch Details wichtig, wie beispielsweise die Auswahl der Blumenerde. "Aus ökologischen Gründen ist torffreie Erde unbedingt zu bevorzugen, um die für die Umwelt wertvollen Moore zu schützen", sagt sie.


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