Mainleus

"Der Bürger sollte die Wahl haben"

Er ist der Dritte im Bunde der Mainleuser Bürgermeister-Kandidaten: Jürgen Karg. Der 55-Jährige geht für die SPD ins Rennen um das höchste Amt in der Gemeinde.
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Für Jürgen Karg als Handwerker ist das Spinnstuben-Ensemble ein Projekt mit Symbolcharakter: Die Sanierung haben vor vielen Jahren die Sozialdemokraten angestoßen, sagt der Bürgermeister-Kandidat der Mainleuser SPD.  Foto: Jürgen Gärtner
Für Jürgen Karg als Handwerker ist das Spinnstuben-Ensemble ein Projekt mit Symbolcharakter: Die Sanierung haben vor vielen Jahren die Sozialdemokraten angestoßen, sagt der Bürgermeister-Kandidat der Mainleuser SPD. Foto: Jürgen Gärtner

Jürgen Karg will es noch einmal wissen: Der 55-jährige selbstständige Elektriker fordert bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 Amtsinhaber Robert Bosch von der CSU heraus. Der SPD-Kandidat stand bereits bei der letzten Bürgermeisterwahl in Mainleus in der Stichwahl. Sie bewerben sich zum zweiten Mal um das Amt als Bürgermeister. Warum klappt es diesmal? Jürgen Karg: (lacht) Wichtig ist, dass die Wähler eine Wahlmöglichkeit haben müssen. Das ist meine Meinung als überzeugter Sozialdemokrat. Denn bei Marco Oettinghaus von der Werte-Partei ist ja noch gar nicht klar, ob er zur Wahl antreten kann (siehe auch Meldung rechts. Anmerkung der Redaktion). Was wollen Sie anders machen als Amtsinhaber Robert Bosch? Noch etwas mehr draußen in den Ortschaften unterwegs sein. Die Entwicklung der ehemaligen Spinnerei würde ich gerne forcieren, mehr abbrechen und das Gelände energetisch zukunftsorientiert ausbauen. Ich würde nur das Kesselhaus und die alte Weberei erhalten, die unter Denkmalschutz stehen. Man muss bei den alten Gebäuden auch an die Folgekosten denken. Wir haben ja außerdem noch das schlossähnliche Spinnstubenareal, das eine Erinnerung an Fritz Hornschuch ist und das Aushängeschild von Mainleus darstellt. War der Kauf der Spinnerei ein Fehler? Ich hätte sie nicht gekauft und habe damals dem Notarvertrag nicht zugestimmt. Denn der Vorbesitzer hätte das Gelände auch beplant und entwickelt. Damit würde das finanzielle Risiko nicht beim Markt Mainleus liegen. Aber wir leben in einer Demokratie, der Kaufbeschluss erfolgte mehrheitlich. Jetzt unterstütze ich das Projekt vollständig. Ob der Kauf letztendlich ein Fehler war, kann ich noch nicht sagen, wir haben hier Neuland betreten. Wie werden Sie Ihren Wahlkampf führen? So fair wie beim letzten Mal. Vielleicht nicht mehr so aufwändig. Sie haben bereits Marco Oettinghaus von der Werte-Partei als einen möglichen weiteren Herausforderer von Robert Bosch angesprochen. Wie schätzen Sie ihn ein? Das kann ich nicht, weil ich ihn nicht kenne. Klar ist: Favorit bei der Wahl ist der Amtsinhaber. Wir sind die Herausforderer. Wie fanden Sie die Informationspolitik der Gemeinde in Sachen Mobilfunk in Schwarzach und Eichberg? Das Schwarzacher Vorhaben ist über eine Bauvoranfrage erst im Gemeinderat bekannt geworden. Da war die Sache schon im Dorf rum. Die Gemeinde und der Bürgermeister haben gut reagiert, indem sie die Info-Veranstaltung mit allen wichtigen Ansprechpartnern in Schwarzach durchgeführt haben. Ich bin der Meinung, wenn man den Mobilfunk nutzen will, muss man mit den Masten leben. Wenn der Mobilfunk tatsächlich schädlich sein sollte, dann ist das Aufgabe der Bundesregierung und der EU, darauf zu reagieren. Da hat der Markt Mainleus wenig Möglichkeiten. Weiße Flecken, also Funklöcher, bringen jedenfalls nur Nachteile. Hätten Sie mit so einem Widerstand gegen die Funkmasten gerechnet? Nein. Aber bei der Umfrage zu den Hotspots haben wir festgestellt, dass es bei der Stimmungslage ein Nord-Süd-Gefälle in der Gemeinde gibt. Die schwache Beteiligung an der Hotspot-Umfrage hat aber auch gezeigt, dass die Bürger verstanden haben, dass an dieser Technik kein Weg vorbeiführt, wenn man mit der Gesellschaft Schritt halten will. Die SPD befindet sich derzeit in der Krise. Wirkt sich das auch auf die Bürgermeisterwahl aus? Das kann sein. Schließlich steht auf dem Wahlzettel Jürgen Karg, SPD. Wer die SPD nicht mag, hat vielleicht ein Problem, dann dort sein Kreuz zu machen. Zur SPD: Es soll mir jemand eine andere Partei zeigen, die eigentlich in die Opposition will und sich zum Regieren zwingt, um das Land am Laufen zu halten. Die Soziales und Marktwirtschaft verbindet und keine unerfüllbaren Forderungen stellt. Ich kann den Streit um die Grundrente nicht verstehen. Die Leute müssen 35 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben. Auf der anderen Seite werden Millionen Euro in Bauvorhaben wie die Umgehung von Untersteinach gesteckt, die man günstiger hätte haben können. Man sollte bei einem engen Haushalt schauen, was wichtig ist und was nicht. Welche Maßnahme würden Sie im Falle einer Wahl als erstes angehen? Es gibt so viel zu tun, es wurde so viel angeschoben. Ich würde das Spinnstuben-Ensemble vorantreiben, damit es möglichst schnell fertig wird und der Markt Mieteinnahmen erzielt. Auf dem Spinnerei-Gelände wäre mein Ziel eine zügige Baulandfreimachung. Und dann ist da noch die Gestaltung der Hauptstraße, des Rathausplatzes, des Genossenschaftsplatzes und des Konrad-Popp-Platzes. Vor allem die Entwicklung des Spinnereigeländes wird sich über Jahre ziehen - das Projekt würde ich auch in einer zweiten Amtszeit weiter mit entwickeln. Dass Sie antreten, das steht schon länger fest. Warum haben Sie sich mit der Nominierungsversammlung so lange Zeit gelassen? Der Termin ist erst am 30. Dezember. Wir wollten die Gemeinderats- und den Bürgermeister-Kandidaten gleichzeitig nominieren. Es ist so, dass wir die Gemeinderatsliste nicht mit 20 Kandidaten besetzen können.

Um noch Leute auf die Liste zu holen, haben wir den Termin soweit rausgeschoben. Wegen meiner Bürgermeister-Kandidatur war das nicht. Das war schon im Frühjahr beschlossene Sache. Das Gespräch führte Jürgen Gärtner

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