Kulmbach
Ausstellung

Der Betrachter vollendet oft das Kunstwerk

Aktuell können Kunstinteressierte die gesamte Bandbreite der Mitglieder des Kulmbacher Kunstvereins in der Oberen Stadtgalerie bestaunen.
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Lorenz Beutner arbeitet an einem Blütenkelch und erklärt Claudia Schwarz (recht) und Eva-Maria Dannhorn seine Vorgehensweise.Uschi Prawitz
Lorenz Beutner arbeitet an einem Blütenkelch und erklärt Claudia Schwarz (recht) und Eva-Maria Dannhorn seine Vorgehensweise.Uschi Prawitz
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27 Mitglieder sind mit 45 Arbeiten vertreten, darunter Gemälde, Skulpturen, Grafiken oder Zeichnungen, realistisch, abstrakt oder teils skurril. "Es ist unsere 9. Mitgliederausstellung, von jedem teilnehmenden Mitglied ist mindestens ein Werk ausgestellt", sagt Projektleiterin Claudia Schwarz.

Ganz neu im Verein und gleich mit seinen Sandsteinskulpturen vertreten ist Lorenz Beutner. In Belgien geboren und in Kulmbach aufgewachsen beschäftigt er sich schon sein ganzes Leben lang künstlerisch, vorher mit Musik, aber auch im Bereich Street-Art machte er sich in München bereits bekannt. "Ich war sehr independent und punkig unterwegs", erklärt der Künstler, der vor etwa 1,5 Jahren den Sandstein für sich entdeckte. "Ich habe viel mit Speckstein gearbeitet, und eine Bekannte meiner Eltern fand meine Arbeiten so gut, dass sie mich sehr hartnäckig zum Sandstein überredete."

Anfassen ausdrücklich erlaubt

Zum Glück, könnte man fast sagen, denn die abstrakten und doch naturnahen Gebilde, die Lorenz Beutner dem Stein entlockt, wirken beinahe zart und anschmeichelnd. "Das Anfassen meiner Skulpturen ist explizit erlaubt", sagt er, denn Steine seien zum Berühren da, die Wärme und Weichheit, die ein harter Stein ausstrahlen kann, soll auch haptisch erfasst werden können.

Wenn Lorenz Beutner eine Idee hat, sucht er den passenden Stein und entwickelt die Idee mit dem Arbeiten, "die Idee muss zum Stein passen, ich mache auch keine Vorabzeichnungen." Das Material Sandstein liebt er auch aufgrund der vielen, verschiedenen Farbschattierungen zwischen Gelb und Weiß.

Der abstrakte Blütenkelch, an dem er aktuell arbeitet, hat beinahe schon etwas Porzellanartiges. "Jede einzelne Bewegung ist wichtig und wird von mir sprichwörtlich in Stein gemeißelt", sagt er, und macht aus einem starren, harten Material etwas Lebendiges und Anschmiegsames. "Die Harmonie im Fluss ist mein zentrales Thema", sagt er.

Die abwechslungsreiche und eindrucksvolle Mitgliederausstellung ist noch bis zum 14. Juli in der Oberen Stadtgalerie zu sehen. Die Galerie ist immer samstags und sonntags zwischen 13 und 16 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.kunstverein-kulmbach.de.

Noch ein Hinweis: Bis 18. August ist eine jurierte Sonderausstellung des Kunstvereins im Töpfermuseum Thurnau zu sehen.

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