Kulmbach
Burggeflüster

Der Atem des Grauens

Menschliche Nähe kann was Schönes sein. Manchmal aber auch nicht.
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Manchen Menschen möchte man einen Mundschutz empfehlen.Symbolbild: Maurizio Gambarini dpa/lno
Manchen Menschen möchte man einen Mundschutz empfehlen.Symbolbild: Maurizio Gambarini dpa/lno

Ich bin nicht zimperlich. Weder, wenn es darum geht, in den Dreck zu fassen, noch, wenn es darum geht, dass mich jemand anfasst.

Wir alle kennen ja diese Antatscher, die einem immer eine Spur zu nahe kommen, die einen einmal zu oft am Arm oder an der Schulter packen. Die meisten von ihnen haben wohl keine unlauteren Absichten. Sie sind halt so, nerven einfach fürchterlich durch mangelhaftes Gefühl für Distanz. Sollte jemand allerdings mit eindeutig zweideutiger Absicht hinlangen, kriegt er Probleme. Auch da bin ich nicht zimperlich.

Aber es gibt da so einiges, das ich gar nicht haben kann. Da bin ich, leider muss ich das zugeben, ein Sensibelchen. Mich graust's und schüttelt's schon beim Gedanken an diese Menschen.

Menschen, die zum Beispiel ganz fürchterlich nach Zigarettenrauch riechen. Da brauche ich einige Meter Sicherheitsabstand. Auch eine ausgeprägte Alkoholfahne ist für mich ekelerregend.

Ganz besonders schlimm aber finde ich es, wenn ich in einer Warteschlange stehe, an der Supermarkt-Kasse, am Fahrkartenautomaten auf dem Bahnhof oder am Einlass zu einer Veranstaltung, und sich dann einer so dicht hinter mich stellt, dass er mir beständig seinen Atem ins Genick bläst.

Puh... kriegen Sie auch beim bloßen Gedanken daran schon eine Gänsehaut? Ich sinne noch nach über einen geeigneten Abwehrmechanismus. Sollte mir jemals einer einfallen, können Sie sicher sein: Auch da bin ich dann garantiert nicht zimperlich.



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