Wenn es um Bäume geht, schlagen die Emotionen hoch. Nicht nur, wenn Wutbürger gegen Stuttgart 21 protestieren und dafür eintreten, die Bäume im Umfeld des neuen Hauptbahnhofs zu erhalten. Auch in Kulmbach, wo es sich um einen ganzen Wald handelt: Spaziergänger, Jogger und Mountainbiker, bisher ihr Idyll am Rehberg gewohnt, sind sauer wegen der neuen, breiten Wirtschaftswege im Staatsforst vom Kessel bis Tennach: Sie erkennen ihren Wald nicht mehr.

Viele Kulmbacher haben sich nach dem Bericht auf infranken.de über Ostern die Forstarbeiten angeschaut - und sind verärgert. Auch Rudolf Heuwieser: "Mit sorgsamer Waldpflege und verträglichem Kompromiss zwischen Wald als Wirtschaftsgut zur Holzgewinnung und Nah erholungsgebiet für viele Menschen hat der wiederholte Einsatz der Raupenfahrzeuge am Rehberg nichts mehr zu tun", meint er. Es seien "breite Aufmarschstraßen für die Forsttruppen" geschaffen worden, schimpft er.

Für Protestaktion


Der Kulmbacher Arzt glaubt, dass das Interesse von gestressten Menschen, die am Rehberg spazieren gehen, joggen oder walken wollen und Erholung suchen, viel zu kurz kommt. Heuwieser spricht sich für eine Protestaktion aus.

Zumindest ein Treffen aller Beteiligten im Wald wird es jetzt geben. Auf Vorschlag des Bund Naturschutz (BN) soll ein Ortstermin Licht ins Dickicht sowie Wutbürger und Vertreter des Staatsforstbetriebs Nordhalben ins Gespräch bringen. Angedacht ist der nächste Samstag. Ein genauer Termin wird noch bekanntgegeben.

Der Nordhalbender Forstbetriebsleiter Fritz Maier greift die Idee des BN-Regionalreferenten Tom Konopka, Nürnberg, auf und sagt: "Wir haben ja auch im Vorfeld der Maßnahme mit der Presse zusammen die Bürger informiert. Wenn sich jetzt herausstellt, dass das Interesse noch viel stärker ist, können wir gern so einen Ortstermin machen." Einzelheiten müssten noch mit der BN-Kreisgruppe Kulmbach und den Mitarbeitern des Forstbetriebs besprochen werden. Eingeladen sind alle interessierten Kulmbacher. Maier will auch die Wandervereine einladen.

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