Kulmbach
Geschichte

Denkmaltag in Kulmbach: Spannender Blick in die Geschichte

Hunderte Besucher nutzten gestern die Gelegenheit, besondere kulmbacher Denkmäler neu zu entdecken.
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So kennt den früheren Ratskeller am Kulmbacher Marktplatz kaum jemand. Beim Tag des offenen Denkmals durften die Besucher den schönen Innenhof mit den gedrechselten Holzbrüstungen erkunden.Foto: Horst Wunner
So kennt den früheren Ratskeller am Kulmbacher Marktplatz kaum jemand. Beim Tag des offenen Denkmals durften die Besucher den schönen Innenhof mit den gedrechselten Holzbrüstungen erkunden.Foto: Horst Wunner
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Gut, dass es den Tag des offenen Denkmals gibt. Da hat man Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen, sonst verschlossene Türen öffnen sich für Besucher. Das wollten viele Kulmbacher und auch Gäste von auswärts am Sonntag nutzen. Wie kleine Völkerwanderungen durchstreiften gestern Gruppen die Innenstadt oder gingen hinauf Richtung Rehberg, nachdem Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) mittags am Marktplatz diesen Ausflug in die Historie eröffnet hatte.

Mehrere Hundert Interessierte hatten die Spinnerei zum Ziel, wo Professor Martin Pöhner, ein Kenner der langen Geschichte dieses Industriebaus, durch die Zimmer der Hornschuch-Villa und über den Hof führte. Er erinnerte an die Glanzzeiten und den Abriss und stellte dazu die die Zukunft des Areals als Campus Kulmbach der Universität Bayreuth vor. Fotografien, alte Bilder und Dokumente machen auf die verschieden Zeitepochen aufmerksam.

Karin Elsel aus Kronach schwärmt von der Spinnerei, ist extra aus Kronach hierher gefahren. Um einen Blick ins Innere werfen zu können. "Mich interessiert das Auf und Ab der Kultur, wie sich etwas nach einer Zeit der Brache weiter entwickelt. Ich habe heute eine Menge Neues, sonst nicht Zugängliches kennengelernt.

Die Kulmbacherin Ingrid Kellner empfand es fast als Pflicht, sich wieder einmal an ihrer alten Arbeitsstelle umzuschauen. "Acht Jahre habe ich hier als Textilmaschinenführerin meinen Lebensunterhalt verdient, wenn ich so durch die Räume laufe, erfüllt mich schon ein bisschen Nostalgie."

Ein kaum bekanntes Denkmal

Ganz versteckt, aber wunderschön auf über 500 Meter gelegen, präsentiert sich ein Kleinod: Ein historisches Gartenhaus mit Laubsägedekor in der Bergstraße. Es wurde 1864 gebaut und erlebte eine wechselvolle Zeit. Seit 1929 ist das Grundstück im Familienbesitz, das Haus war verfallen, ehe es Dagmar und Ulli Stephan aufwändig restaurierten.

Trotz des steilen Anstiegs kamen Hunderte zum bisher wohl unbekanntesten Denkmal von Kulmbach gekommen , darunter Theresa aus Steinbach bei Marienweiher und ihr Freund Pascal aus Kulmbach. Beide studieren Architektur, daher ihr besonders Interesse an Denkmäler.

Das dritte offene Denkmal am im Stadtgebiet war der frühere Ratskeller am Marktplatz. Heute ist dort ein Software-Unternehmen zu Hause, in Räumen, deren mit Originalstuck verzierte Decken von Säulen getragen werden. Die Treppenaufgänge aus Holz und die gedrechselten Holzbrüstungen im Innenhof sind äußerst sehenswert.

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