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Den Tennisclub Rot-Weiß Kulmbach gibt es schon seit 120 Jahren

Der Tennisclub Rot-Weiß feiert heuer sein 120-jähriges Bestehen. Nach schwierigen Zeiten ist auf der Anlage in der Blaich längst wieder Ruhe eingekehrt.
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Tennis verbindet Generationen: Anna Resiga gehört mit fünf Jahren zu den jüngsten Spielern des Tennis-Clubs Rot-Weiß, Wilhelm Hugel ist mit 84 Jahren einer der ältesten Aktiven.Sonny Adam
Tennis verbindet Generationen: Anna Resiga gehört mit fünf Jahren zu den jüngsten Spielern des Tennis-Clubs Rot-Weiß, Wilhelm Hugel ist mit 84 Jahren einer der ältesten Aktiven.Sonny Adam
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Anna ist erst fünf Jahre alt, aber schon ein echter Tenniscrack. "Ich spiele, seitdem ich drei bin", erklärt sie - meistens mit Moritz. "Der ist zwar ein Junge und ein bisschen kleiner, aber das macht nichts." "Manchmal spiele ich aber auch mit Papa", sagt Anna.

Ihr Vater Ovidiu Resiga (38) ist Arzt am Klinikum und hat seine Tennisleidenschaft auf die Tochter übertragen.

Schon der dritte Standort

"Wir machen viel für Kinder und Jugendliche im Verein. Denn das ist unsere Zukunft", sagt Vorsitzender Hans-Dieter Ernst. Der Tennisclub Rot-Weiß wurde 1899 gegründet. Gespielt wurde zunächst nicht am heutigen Standort in der Blaich, sondern auf einem Platz hinter dem Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium.

"Die zweite Station war hinter der Pestalozzischule. Dort gab es zwei Tennisplätze, aber dann brauchte die Schule den Platz", erläutert der Vorsitzende. Seit 1927 habe der ehrwürdige Club seinen Sitz in der Blaich. Zu verdanken ist dies Geheimrat Fritz Hornschuch. Der gewährte einen Kredit und machte die Inbetriebnahme der schmucken Anlage überhaupt erst möglich.

Etwa 60 Kinder und Jugendliche aktiv

In diesem Jahr feiert der Traditionsclub sein 120-jähriges Bestehen. Aktuell hat der Verein 196 Mitglieder, davon 60 Kinder und Jugendliche.

Dass der TC Rot-Weiß sein Jubiläum feiern kann, ist auch dem Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm zu verdanken. Denn vor einigen Jahren drohte dem Verein die Insolvenz. In den Zeiten des von Boris Becker und Steffi Graf ausgelösten Tennis-Booms hatte man ein neues Clubhaus gebaut - großzügig und exklusiv. Neun Plätze standen den damals 500 Mitgliedern zur Verfügung.

Kurz vor der Insolvenz

Doch dann ließ die Begeisterung nach. Und für den Verein wurde es immer schwieriger, die Kredite zu bedienen. Kurz vor der Insolvenz, verkaufte der TC sein das Gelände an die Bürgerhospitalstiftung. "Wir sind seitdem nur Pächter. Aber wir waren auf einen Schlag wieder schuldenfrei", dankt Ernst noch heute dem Kulmbacher Oberbürgermeister für die Rettung.

Auf einem Teil des Geländes wurde der neue Kindergarten in der Blaich errichtet.

Die verbliebenen Plätze sind gut in Schuss. "Die Jugend ist natürlich unsere Perspektive. Wir müssen sie fördern, aber wir konkurrieren mit erlebnisorientierten Angeboten. Es ist nicht einfach", sagt Hans-Dieter Ernst. Oberstes Ziel sei es, auch in Zukunft den Teamgeist zu fördern und Mannschaften zu etablieren.

In der höchsten Klasse gespielt

Tatsächlich ist Tennis ein Sport, der verschiedene Generationen verbindet. Wilhelm Hugel, von allen nur "Helm" genannt, ist schon 84 Jahre alt. Und auch in diesem Alter fegt er seine Gegner noch vom Platz. Seit 70 Jahren ist Hugel von der Jagd nach den kleinen Filzbällen fasziniert. "Ich war mit 13 und 14 Jahren Balljunge. Damals war Tennis noch ein Sport der oberen Zehntausend", erzählt er.

Als er gefragt worden sei, ob er nicht auch mal einen Schläger in die Hand nehmen wollte, musste er nicht lange überlegen. Und Wilhelm Hugel entpuppte sich als ein Riesen-Talent. Er hat Zeit seines Lebens in den höchsten Klassen auf deutscher oder internationaler Ebene gespielt, darunter in Nürnberg, Bayreuth, Röthenbach und Burgkunstadt. Vor zehn Jahren kehrte er zu seinem "Heimatverein" zurück. 2017 wurde Hugel bayerischer Seniorenmeister.

Neue Pläne

Hugel ist auch mit 84 Jahren noch fasziniert vom weißen Sport. "Tennis macht Spaß. Ohne Tennis kann ich nicht sein, ich brauche einfach Bewegung", sagt er. Dass er nach Herzproblemen ein bisschen kürzer treten muss, hält ihn nicht davon ab, schon wieder Pläne zu schmieden. "Nächstes Jahr möchte ich wieder in einer Mannschaft spielen", sagt er. Da bekommt seine riesige Pokalsammlung vielleicht weiteren Zuwachs.

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