Neudrossenfeld
Aboplus-Aktion

Dem Hochprozentigen auf der Spur

Max Kirchner von der Brennerei Ziegler wusste im "Bräuwerck" allerlei Wissenswertes rund um Herstellung und Qualität von Schnaps, Gin und Whisky zu berichten. Den Genießern von Hochprozentigem gefiel's.
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Max Kirchner von der Brennerei Ziegler führte die Gäste im "Bräuwerck" mit Gin, Schnaps und Whisky durch den Abend. Fotos: Ronald Rinklef
Max Kirchner von der Brennerei Ziegler führte die Gäste im "Bräuwerck" mit Gin, Schnaps und Whisky durch den Abend. Fotos: Ronald Rinklef
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Es war ein stundenlanger Ausflug in die Welt der Genüsse, aber auch ein Trip in Gebiete, die normalerweise nur Brauer oder Destillateure betreten. Rund 20 Genießer trafen sich im "Bräuwerck", um aus fachkundigem Mund Wissenswertes über all das zu erfahren, was bei Bier, Schnäpsen, Gin oder Whisky den Gaumen kitzelt. Dafür hatte Oliver Götz vom Kulmbacher Marco-Getränkefachmarkt gesorgt, um unter anderem auch Leser der Bayerischen Rundschau verwöhnen zu lassen, die im Rahmen der AboPlus-Aktion dabei waren.
Bevor es in höhere Regionen ging, was den Alkoholgehalt betrifft, gab Bernd Weibbrecht einen Einblick ins Herzstück des "Bräuwercks": die Brauerei. Direkt am Sudwerk erläuterte der Braumeister, wie die Bier-Spezialität in Neudrossenfeld entsteht und worauf zu achten ist. Der bekennende Fan von Spalter Aromahopfen ("fränkisch, gute Qualität") ließ die Besucher aber auch an etwas Exklusivem teilhaben, das es im Ausschank gar nicht gibt: ein Craft-Bier, kalt gehopft, mit Cascade-Hopfen als Geschmacksträger fürs Litschi-Zitrone-Aroma. "Für einen Kunden eingebraut!"


Die schwierige Obsternte

Aus dem Alltag der Brennerei Ziegler in Freudenberg am Main (Main-Tauber-Kreis) erzählte dann Destillateur Max Kirchner. Der Lebensmitteltechniker, der mit einem Augenzwinkern einräumte, zu Zeiten der anstrengenden Obsternte ("Die Massen müssen alle sofort verarbeitet werden...") lieber mit Whisky-Tastings durch die Lande zu ziehen, hatte viel mehr als nur Schnaps zu bieten. Denn: In der 150 Jahre alten Obstbrennerei wird mittlerweile auch Gin hergestellt. Oder eben das Getränk, das man eher in Schottland vermutet: Nach einem Begrüßungs-Gin und vier Schnäpsen gab es mit zwei Mal "Aureum 1865" und dem leicht rauchigen "Grave Digger" - der in Kooperation mit der gleichnamigen Metal-Band aus Gladbeck produziert wird - gleich drei Whisky-Sorten zu probieren.
Dass ein Brand höherwertiger ist als der Geist, die Spirituose im Supermarktregal die billigste Variante beim Schnaps ist? Oder bei einem Aufwand von 75 Kilogramm Obst der Himbeerbrand unter 100 Euro nicht zu haben ist? Max Kirchner, aber auch der eine oder andere Tasteing-Gast bewiesen jede Menge Wissen. Und natürlich wurde auch rege diskutiert, schließlich ist vieles einfach auch Geschmackssache.
Nach einem als gelungen befundenen Abend ging es auf den Heimweg, ganz sicher nicht am Steuer eines Fahrzeugs. Mit im Gepäck ein praktischer Experten-Hinweis für zu Hause: Wer Gäste mit Hochprozentigem verköstigt, sollte den Schnaps immer eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. "Dann ist er richtig servierfähig!"

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