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Stadtsteinach
Verabschiedung

Dekan Hans Roppelt geht mit schwerem Herzen nach Kulmbach

Nach 18-jährigem Wirken wendet sich Hans Roppelt neuen Aufgaben in Kulmbach zu. Die Stadtsteinacher ließen ihren Dekan nur schweren Herzens ziehen. Doch auch Roppelt selbst fiel der Abschied sichtlich schwer, denn Stadtsteinach war für den Seelsorger zur Heimat geworden.
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Maria Hempfling hatte eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie überreichte für den Stadtsteinacher Kindergarten das Abschiedsgeschenk an Dekan Hans Roppelt - ein Fotobuch. Fotos: Sonja Adam
Maria Hempfling hatte eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie überreichte für den Stadtsteinacher Kindergarten das Abschiedsgeschenk an Dekan Hans Roppelt - ein Fotobuch. Fotos: Sonja Adam
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Beim Gottesdienst platzte die Kirche aus allen Nähten. Bereits zuvor hatten die Kindergartenkinder den Dekan auf dem Vorplatz empfangen. "Ich war als Mensch nicht allein und auch als Pfarrer nicht. Manchmal war ich beeindruckt von dem Glauben, den die Menschen haben", erinnerte sich der Dekan. Offen gab er zu, dass er die Wehmut des Abschieds spüre. Doch es sei die frohe Botschaft und das Reich Gottes, das ihm Mut gebe und Kraft, den neuen Weg zu gehen.

Seiner letzten Predigt legte er einige Verse aus Matthäus 13 zugrunde. "Die Liebe Gottes bekommen wir geschenkt, alle Menschen gleichermaßen. Und Gott vergibt immer wieder", verkündete Roppelt. Dieser Text sei eine Absage an Egoismus, Neid, Konkurrenzkampf und anderen Trends der Zeit.
"Wenn jeder an sich denkt, ist auch an jeden gedacht", sagte Roppelt - "doch diese Haltung ist damit eben nicht gemeint."

Der Dekan freute sich, an Pfarrer Wolfgang Eßel eine frohe, lebendige und schöne Pfarrei übergeben zu können. "Pfarrer kommen, Pfarrer gehen, aber Pfarrgemeinden bleiben bestehen", tröstete er die Stadtsteinacher Gläubigen.

Grußwort-Marathon

In einem wahren Grußwort-Marathon dankten die unterschiedlichsten Weggefährten dem Dekan. Kirchenpfleger Klaus Geier blickte auf die umfangreiche Bautätigkeit, die quasi die komplette Amtszeit Roppelts geprägt habe. In dieser Zeit wurden die Pfarrkirche St. Michael und das Pfarrheim saniert, außerdem wurden im Pfarrhaus die Fenster erneuert und eine Kinderkrippe eingerichtet, so Geier.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Günther Kotschenreuther beleuchtete die beiden Seiten Hans Roppelts: Er war der ernste, pflichtbewusste Seelsorger, der in seiner Amtszeit 6500 Gottesdienste, 500 Beerdigungen, 350 Taufen, 120 Hochzeiten gefeiert hat. Unter seiner Regie konnten 384 Kinder die Erstkommunion empfangen - auch Kapläne, Praktikanten und ausländische Pfarrer hat er unter seine Fittiche genommen. Auch an ganz spezielle Angebote wie die Rorate-Gottesdienste, die Männer- und Frauengottesdienste sowie die Jugend- und Faschingsgottesdienste erinnerte Kotschenreuther. "Doch Dekan Hans Roppelt hatte noch ein anderes Gesicht: Er war auch ein fröhlicher und geselliger Pfarrer. Er war ein Hirte, der immer bei seinen Schäfchen war", sagte Kotschenreuther und blickte auf die Pfarrausflüge und Fahrten zurück. "Und manchmal hat er seine Quetsch'n rausgeholt."

Die Ökumene war Hans Roppelt immer ein besonderes Anliegen. "Er war 18 Jahre auf dem richtigen Weg. Er ist Gottes Spur gefolgt", formulierte es Dekanatsratsvorsitzender Hartmut Richter. Er schätzte vor allem die moderne, lebensnahe und direkte Art von Roppelt und dessen Gabe, das Evangelium zeitgerecht auszulegen. "Es beruhigt uns, dass Sie als Dekan weiter zur Verfügung stehen", sagte Richter, der sich auf die weitere Zusammenarbeit freute.

Auch Landrat Klaus Peter Söllner, Bürgermeister Roland Wolfrum, Schulleiter Michael Pfitzner, Pfarrerin Kathrin Klinger und viele weitere Weggefährten aus dem öffentlichen Leben blickten auf die vergangenen fast 18 Jahre zurück. Und alle kamen zum Ergebnis: Mit dem Abschied von Hans Roppelt wird Stadtsteinach etwas fehlen. "Stets lächelt das Willkommen, das Lebewohl aber geht seufzend", zitierte Bürgermeister Roland Wolfrum den großen Schriftsteller William Shakespeare und bedauerte den Weggang des Stadtsteinacher Dekans.

Die Stadtsteinacher Schüler hatten sich ihre eigenen Gedanken darüber gemacht, welche Aufgaben ein Dekan eigentlich übernimmt. Viel Mühe für die Verabschiedung hatten sich die Ministranten gegeben, die einen persönlichen Sketch einstudiert hatten. Natürlich kam darin auch Pfarrhund Argos vor.

Udo-Jürgens-Hit umgedichtet

Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung dichteten Udo Jürgens' Hit "Mit 66 Jahren" um. "Vor über 17 Jahren, da fing das Ganze an - er wollte uns mal zeigen, was er so alles kann. Und jetzt nach diesen Jahren, da schauen wir zurück: Wir können's gar nicht fassen - was hatten wir für ein Glück", lautete der Refrain.
In einer großen Feierstunde im Pfarrheim verabschiedeten sich die Stadtsteinacher dann noch die halbe Nacht von "ihrem" Dekan - und viele versprachen, ihm auch in Kulmbach die Treue zu halten. Die Bierstadt ist schließlich nicht aus der Welt...

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