Neuenmarkt
Bahntag Bayern

DDM: Wer will Lokomotiv-Führer werden?

Das Deutsche Dampflokomotiv-Museum (DDM) Neuenmarkt beteiligte sich am Samstag am Bahntag Bayern. Die Resonanz ließ allerdings zu wünschen übrig.
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Für den kleinen Lukas war es ein besonderes Erlebnis, auf dem Führerstand einer modernen Diesellok zu sitzen. Rechts Geschäftsstellenleiter Harald Schmid von der Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft. Foto: Werner Reißaus
Für den kleinen Lukas war es ein besonderes Erlebnis, auf dem Führerstand einer modernen Diesellok zu sitzen. Rechts Geschäftsstellenleiter Harald Schmid von der Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft. Foto: Werner Reißaus
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Der Traumberuf "Lokführer" scheint Vergangenheit: Die Zahl derer, die sich über das Ausbildungsangebot informieren ließen, war überschaubar.

Neben der Bahn der Region, "agilis", präsentierten sich auch die Pressnitztalbahn aus dem Erzgebirge und und die Eisenbahn Verkehrsgewerkschaft von der Geschäftsstelle aus Würzburg. Im Freigelände stand eine moderne Diesellok der Pressnitztalbahn - auf der konnten die Kids auch einmal Lokführer spielen.

Das DDM bot außerdem Fahrsimulatorfahrten auf dem Führerstand einer alten S-Bahn an, und in einer Ausstellung konnte sich die Besucher über das Thema "Bahnberufe früher und heute" informieren. Schließlich wurden noch kostenlose Führungen durch den Lokschuppen zum Thema "Arbeit in einem Bahnbetriebswerk früher" angeboten.

Für Schüler von 15 bis 20 Jahren und Studenten war der Eintritt in das DDM zum Bahntag kostenlos. Im Mittelpunkt der Berufsberatung standen die Berufe eines Triebfahrzeugführers, eines Kundenbetreuers oder eines Disponenten.

Die agilis Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG, die ihren Sitz in Regensburg hat und in der oberfränkischen Region schwerpunktmäßig unterwegs ist, war am Samstag durch Betriebsleiter Stefan Rothert von der Außenstelle in Bayreuth vertreten, die für den Fahrbetrieb zuständig ist. Sein Part war am Samstag, junge Männer oder Frauen für den Triebfahrzeugführer zu begeistern: "Als Bahn in der Region wollten wir uns hier präsentieren."

Für den Triebfahrzeugführer ist eine neunmonatige Qualifizierung notwendig mit theoretischem Unterricht und fahrpraktische Ausbildung an der zukünftigen Einsatzstelle. Zu den Ausbildungsinhalten und Prüfungen zählen unter anderem Signalkunde, der Bahnbetrieb mit Zug- und Rangierfahrten, die Zugsicherungstechnik, die Kommunikationseinrichtungen, die Fahrzeugtechnik und die Bremstechnik.

Stefan Rothert: "In den ersten Monaten werden die theoretischen Grundlagen gelehrt und dann bei Trainings am Simulator und Führerstandsmitfahrten verfestigt. Nach dem Kennenlernen der Fahrzeug- und Bremstechnik erfolgt der Start in die Fahrpraxis mit einem erfahrenen, anleitenden Triebfahrzeugführer."

Danach finden Lernerfolgskontrollen statt. Während der Ausbildung werden folgende Prüfungen absolviert:

• Führerscheinprüfung

• mündliche Zwischenprüfung

• Abschussprüfung, bestehend aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil

Für die Bewerbung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung, idealerweise im gewerblich-technischen Bereich, mindestens ein qualifizierender Hauptschulabschluss und der Führerschein der Klasse B sowie ein Pkw Voraussetzung. Außerdem wird ein technisches Interesse und hohe Lernbereitschaft sowie ein hohes Maß an Verantwortungs- und Sicherheitsbewusstsein vorausgesetzt. Schließlich aber auch die Bereitschaft zum Wechselschichtdienst auch an Wochenenden und Feiertagen.

Mit der Pressnitztalbahn war ein weiteres Eisenbahnverkehrsunternehmen am Bahntag im DDM durch Roberto Hennig vertreten: "Wir haben unseren Sitz am Rande von Deutschland, 200 Meter von der tschechischen Grenze, aber mitten in Europa. Wir unternehmen auch viele Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen, das geht von der einzigen in Deutschland ölgefeuerten und betriebsbereiten Dampflok los bis hin zum ,Rasenden Roland' auf der Insel Rügen."

Die Verbindung zum DDM kommt nicht von ungefähr, denn hier bietet sich durchaus auch eine Zusammenarbeit an, was Sonderfahrten mit den Schnellzuglokomotive der Baureihe 01 0509-8 angeht. Zwei junge Azubis zum Lokführer aus Saalfeld und Chemnitz standen dabei auch Rede und Antwort. Roberto Hennig: "Junge Leute gehen ja nicht auf einen älteren Herren zu, sondern sie wollen Gleichaltrige ansprechen und da habe ich zwei würdige Vertreter mitgebracht."

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