Kulmbach
Burggeflüster

Das war doch wahrlich Wurst

Werbung kann so würzig sein - auch wenn es "nur" um die Wurst geht.
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Foodwatch vermutet, dass billiges Fleisch auch in Wurst landet.  Symbolbild: dpa
Foodwatch vermutet, dass billiges Fleisch auch in Wurst landet. Symbolbild: dpa

Was war das doch für eine würzige Werbung, die früher Kulmbacher Handwerker gemacht haben. Das ist mir beim Blättern in alten Zeitungsexemplaren der Bayerischen Rundschau wieder mal aufgefallen.

"Ausgezeichnet schmeckend"

Ins Auge gestochen ist mir da vor allem die Anzeige eines Metzgers, an den sich viele ältere Kulmbacher noch bestens erinnern werden: Georg Loske, der so manche Spezialität in seinem Laden in der Webergasse mit blumigen Worten umschrieben hat. So in der BR-Anzeige 1968 seine Picanta-Wurst, die er als "bekömmlich und ausgezeichnet schmeckend" angepriesen hat. Sie sei aus Kalb- und Jungbullenfleisch, mit erlesenen Zutaten und feinsten Gewürzen gefertigt, ernährungswissenschaftlich und fachlich hervorragend bewertet.

Wer mehr wissen wollte...

Ob Loske sich diese Beurteilung, wie es heute wohl erforderlich wäre, von einem Institut hat bestätigen lassen? Sicher nicht, doch vielen Kulmbachern war das im wahrsten Sinne des Wortes damals auch wurscht. Was geschmeckt hat, wurde gekauft, zumal dann, wenn es einem der Metzgermeister so schmackhaft gemacht hat. Für die Picanta-Wurst hat Loske offenbar wirklich mit bestem Gewissen geworben. Denn wie steht doch am Ende der Zeitungsanzeige. "Krankenhäuser, Altersheime, Vereine und Sportverbände erhalten gerne nähere Wertangaben." Wenn so was nicht Vertrauen schafft



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