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Untersteinach bei Kulmbach
Freizeit

Das tierische Hobby des Pfarrer Oertel

Pfarrer Wolfgang Oertel liebt Meerschweinchen. Schon mit sieben Jahren bekam er sein erstes Meerschweinchen namens Susi. Dann kam Hansi - und im Nu hatte Oertel eine Meerschweinchenzucht. Auch heute noch, als Erwachsener, kann sich der Pfarrer für die kleinen Nager begeistern.
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Pfarrer Wolfgang Oertel präsentiert "Brownie"  -  und amüsiert sich über die witzigen Wirbel, die schon deutlich zu sehen sind. Foto: Sonja Adam
Pfarrer Wolfgang Oertel präsentiert "Brownie" - und amüsiert sich über die witzigen Wirbel, die schon deutlich zu sehen sind. Foto: Sonja Adam
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Und deshalb freut er sich tierisch über fünf kleine Meerschweinchen, die soeben das Licht der Welt erblickt haben.

Mr. Strubbel ist der Chef


"Unser Zuchtbulle ist der Mr. Strubbel, ein Rosetten-Meerschweinchen", erklärt Wolfgang Oertel und amüsiert sich köstlich über das fünf Jahre alte Tier. Denn es spielt sich offenkundig als Chef auf, brummt im Käfig und auch im Freigehege majestätisch. Die anderen fiepen viel höher. Und Mr. Strubbel kümmert sich rührend um den Nachwuchs und lässt die Schelmereien, die die Kleinen so treiben, nur zu gerne zu. Sie dürfen ihn anrempeln, sich hinter seinem dicken Fell verstecken.

Mr. Strubbel hatte nicht immer leichte Zeiten. Denn vor einigen Jahren brach ein Marder in die Oertelsche Meerschweinchenzucht ein, und alle Meerschweinchen büchsten aus, verkrochen sich im Garten. "Nur der Mr. Strubbel blieb übrig, er war so scheu, dass er sich nicht mehr einfangen ließ", erinnert sich Wolfgang Oertel noch genau. Trotzdem gelang es, ihn eines Tages wieder in den Käfig zu setzen. Und sofort verfiel Mr. Strubbel in eine Depression vor lauter Einsamkeit. "Wir haben dann Spenalzo, das Albino-Meerschweinchen, aus dem Tierheim geholt", erzählt Oertel. Und schließlich kam auch noch Madame Wollny, ein Angora-Meerschweinchen dazu. "Man konnte richtig sehen, wie der Mr.
Strubbel sofort wieder auflebte und wie er glücklich war."

"Meerschweinchen sind keine Tiere, die man alleine halten kann", erzählt der Pfarrer. Und sogleich gerät er ins Schwärmen. Denn es ist exakt das Familienleben der Meerschweinchen, das ihn so fasziniert. "Manchmal mache ich mir eine Tasse Kaffee und setze mich vor den Meerschweinchenkäfig. Das ist so schön anzuschauen. Das ist Entspannung pur. Die Meerschweinchen haben so ein tolles Familienleben", erzählt Wolfgang Oertel.

Die Sache mit den Wirbeln


Und tatsächlich wuseln die Kleinen aufgeregt im Käfig herum. Sie klettern manchmal auf Mamas Rücken. "Das braune mit den Wirbeln nenne ich Brownie, und das schwarz-weiße soll Charlie heißen - wie Charlie Chaplin", überlegt der Pfarrer. Eines wird mal einen Seitenscheitel bekommen. "Aber bei der Namensfindung muss ich mit meinen Kindern reden", sagt der passionierte Meerschweinchenfan, der nicht das alleinige Namensgebungsrecht hat.

Einige Meerschweinchen werden Wirbel bekommen wie der Papa. Rosettenmeerschweinchen haben exakt acht Wirbel: zwei Gesichtsrosetten, zwei Hüftrosetten, zwei Hinterhandrosetten. Und die restlichen Rosetten sollten hintereinander am Körper angeordnet sein, schreibt der Rassestandard vor.

Meerschweinchen gibt es in den unterschiedlichsten Arten: Satin-Meerschweinchen, Angora-Meerschweinchen, Langhaar-Meerschweinchen wie die Peruaner, Kurzhaar-Meerschweinchen, gekräuselte Meerschweinchen und rauhaarige Meerschweinchen.

63 bis 72 Tage Tragezeit


Spätestens mit einem halben Jahr sind die Meerschweinchen geschlechtsreif, weiß Oertel. Die Tragezeit beträgt zwischen 63 und 72 Tagen.

Normalerweise leben die Meerschweinchen in einem Hasenkäfig mit sechs Parteien, im Sommer dürfen sie aber auch ins Freigehege. "Sie sind wie kleine Rasenmäher", sagt Wolfgang Oertel und versetzt deshalb das Gehege immer wieder um ein paar Meter.

Natürlich gibt der Pfarrer auch immer wieder Meerschweinchen ab. "Sonst wird unsere Zucht ja zu groß."
Für den Untersteinacher Pfarrer gehören Tiere zum Familienleben selbstverständlich dazu: Und deshalb tummeln sich im Gartenteich Goldfische, im Pfarrhaus leben außerdem noch zwei Nymphensittiche und ein Wellensittich sowie drei Katzen namens Fussel, Pfuffel und Socke. Und außerdem joggt Wolfgang Oertel täglich mit seinem Hovawart-Hund "Lola" ...
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