Kulmbach
Schließung

Das Kulmbacher Jugendzentrum macht dicht

Das Jugendzentrum wird Ende 2018 die "Alte Spinnerei" verlassen. Eine millionenschwere Umbaumaßnahme macht diesen Schritt erforderlich.
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Nach 19 Jahren zieht das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" aus dem früheren Spinnereigebäude aus.  Foto: Alexander Hartmann
Nach 19 Jahren zieht das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" aus dem früheren Spinnereigebäude aus. Foto: Alexander Hartmann
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Es ist eine Nachricht, die viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene schocken wird: Das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" schließt Ende des Jahres. Nach 19 Jahren. Am 11. September 1999 war die Einrichtung der offenen Jugendarbeit ins frühere Industriegebäude eingezogen. Jetzt steht der Auszug bevor.

Der Umbau im Geschoss darüber

Eine große Baumaßnahme macht diesen Schritt erforderlich. Schon vor Jahren hatte die Stadt Kulmbach angekündigt, die bislang leer stehenden Flächen im Stockwerk oberhalb des Jugendzentrums "Alte Spinnerei" zu einem Kunst- und Kulturzentrum für heimische Vereine und Verbände auszubauen. Dass der Betrieb während des Baus aus Sicherheitsgründen nicht fortgeführt werden kann, das hat sich aber offenbar erst jetzt herausgestellt.

Ausmaß war nicht abzusehen

Es sei nicht ganz abzusehen gewesen, wie sehr die Eingriffe in das Gebäude das Jugendzentrum "Alte Spinnerei" beeinträchtigen, erklären Stadt, Kreisjugendring und Landkreis in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Mit Blick auf das millionenschwere Projekt war der Kooperationsvertrag der drei Partner im vergangenen Jahr vorab auch nur bis zum 31. Dezember 2018 verlängert worden. Bei der Konkretisierung der Planung habe sich nun gezeigt, dass die Decke zwischen den Räumen der "Alten Spinnerei" und dem Obergeschoss nur mit einer massiven Verstärkung und umfangreichen statischen Maßnahmen ertüchtigt werden kann, heißt es in der schriftlichen Mitteilung. Umfangreiche Eingriffe, die unter anderem den Brandschutz und Fluchtwege betreffen, seien notwendig.

Gefahr von Deckendurchbrüchen

Nach Einschätzung der Fachplaner sind die Arbeiten mit erheblichen Risiken verbunden. So gebe es die Gefahr von Deckendurchbrüchen. Aus Gründen der Sicherheit für die Besucher und Mitarbeiter sei es daher unmöglich, den Juz-Betrieb aufrechtzuerhalten.

Partner suchen Alternative

Stadt, Landkreis und KJR suchen nun gemeinsam nach einer kurzfristigen Alternative für eine interimsmäßige Unterbringung des Jugendzentrums in einem anderen städtischen Gebäude. Schon in der September-Sitzung sollen dem Stadtrat erste Vorschläge unterbreitet werden, wie der Pressesprecher der Stadt Kulmbach, Simon Ries, mitteilt.

"Wir hoffen, dass schnell eine Lösung gefunden wird, damit wir unser Angebot weiterhin unterbreiten können", sagt Juz-Leiter Stefan Lehner. Lehner wusste vom Umbau, wurde von den weitreichenden Folgen aber überrascht. Er wünscht sich eine zeitnahe Lösung. "Ein paar Monate könnte man vielleicht überbrücken. Läge das Juz aber längere Zeit brach, müssten wir mit Blick auf unser Publikum mit unserer Arbeit wohl bei Null anfangen", stellt er fest.

Uni als Mieter

Ziel der Stadt Kulmbach ist es, das Kunst- und Kulturzentrum im Lauf des Jahres 2020 fertigzustellen. Dann, so die Pläne der Kommune, könnten die Räume teilweise vorübergehend auch von der Uni Bayreuth mitgenutzt werden, bis der eigentliche Universitäts-Campus fertiggestellt ist.

Wie Pressesprecher Simon Ries mitteilt, ist nach dem Ende der Baumaßnahme eine Rückkehr des Juz in die jetzigen, unter dem Kulturzentrum liegenden Räumlichkeiten der "Alten Spinnerei" durchaus möglich. "Wir müssten aber das Konzept anpassen. Unter anderem sollten dann Gruppierungen wie etwa Theatergruppen die Räume mit nutzen können."



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