Harsdorf
Ärger

Das Harsdorfer Post-Trauma

In Harsdorf hat sich die Post-Austrägerin bei der Arbeit verletzt. Nachdem die Zustellung ausgefallen ist, steht die Post in der Kritik.
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An zwei Tagen konnte in Harsdorf die Post nicht zugestellt worden. Weil sich die Zustellerin verletzt hat. Symbolbild: Martin Gerten/dpa
An zwei Tagen konnte in Harsdorf die Post nicht zugestellt worden. Weil sich die Zustellerin verletzt hat. Symbolbild: Martin Gerten/dpa
Dass ihr Dienstunfall bayernweit für Schlagzeilen sorgen würde, das hat die Harsdorfer Postbotin wohl nicht vermutet, als sich ihr Missgeschick am Freitag, 6. April, ereignet hat. Selbst die Süddeutsche Zeitung hat über die Folgen ihres Dienstunfalls berichtet. Was war passiert? Die Austrägerin hatte sich auf ihrer Zustelltour am Finger verletzt und musste den Arzt aufsuchen. Der hat sie krankgeschrieben. Was die Harsdorfer zu spüren bekommen haben, denn: Am Freitag und Samstag blieben ihre Briefkästen leer.


"Erst am Freitag"

So mancher will die Post auch am Donnerstag vermisst haben, was das Unternehmen Post dementiert. "Die Zustellerin hat sich ja erst am Freitag verletzt", sagt Pressesprecher Erwin Nier, der sich wundert, welch immenses Presseecho das Harsdorfer Post-Trauma gefunden hat.


"Extrem hoher Krankenstand"

Dass der Fall auf so großes Medieninteresse gestoßen ist, liegt darin begründet, dass die Post kurzfristig keinen Ersatz-Zusteller gefunden hat. Während die Gewerkschaft von einer zu geringen Personaldecke des Unternehmens spricht, verweist Pressesprecher Nier auf unglückliche Umstände. Es habe an den Tagen einen extrem hohen Krankenstand bei den Austrägern gegeben. Trotz intensivster Bemühungen sei es da nicht gelungen, einen Ersatz- Zusteller zu gewinnen.
Für gewöhnlich sei man, so Nier, auf personelle Engpässe vorbereitet. An diesen Tagen sei die Lage extrem angespannt gewesen. "Sollte jemand dringend auf einen Brief gewartet und ihn nicht bekommen haben, bitten wir um Nachsicht. Wir haben aber alles Menschenmögliche versucht", betont der Pressesprecher und verweist darauf, dass die Briefe am Montag wieder zugestellt worden sind.


Das wünscht sich der Bürgermeister

Was der Harsdorfer Bürgermeister Günther Hübner (CSU) bestätigt. Er war es übrigens nicht, der die Zustell-Panne an die Öffentlichkeit gebracht hat. "Wäre ich von der Presse nicht darauf angesprochen worden, hätte ich die Sache auf sich beruhen lassen", sagt Hübner. Was er sich nach all dem Tohuwabohu wünscht: Dass sich Zustell-Ausfälle nicht wiederholen.


Keine Garantie

Eine Garantie dafür könne die Post aber nicht geben, sagt Erwin Nier. Denn trotz aller personeller Vorkehrungen könne man Extremsituationen nicht ausschließen. Der Pressesprecher verweist darauf, dass die Post täglich rund 60 Millionen Sendungen zustelle. "In den Medien findet der Zustelldienst aber leider meist nur dann Beachtung, wenn was schief läuft."
In Harsdorf hat sich die Lage beruhigt. Die Post kommt ja wieder, auch wenn sie noch nicht von der üblichen Zustellerin ausgetragen wird. Die ist noch krankgeschrieben - und sie wird sich im Krankenstand wundern, welche hohe Wellen ihr Dienstunfall geschlagen hat.
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