Kulmbach
Gnadenkonfirmation

Das Ehepaar Kunkel aus Kulmbach will gemeinsam 100 werden

Heinz und Ruth Kunkel sind seit 70 Jahren verheiratet und haben ein großes Ziel: Sie wollen gemeinsam 100 werden.
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Ein Prost auf weitere gute Jahre: das Ehepaar Kunkel mit Bürgermeister Frank Wilzok (links) und stellvertretendem Landrat Dieter SchaarHorst Wunner
Ein Prost auf weitere gute Jahre: das Ehepaar Kunkel mit Bürgermeister Frank Wilzok (links) und stellvertretendem Landrat Dieter SchaarHorst Wunner
Sie sind zusammen bald 200 Jahre alt und seit 70 Jahren verheiratet. Sie sprühen noch vor Vitalität und man spürt auch nach sieben Jahrzehnten Gemeinsamkeit noch die besondere Zuneigung, ja, man darf es so sagen, Liebe.


Herrlicher Blick auf die Stadt


Der 97-jährige Heinz Kunkel und die 95 Jahre alte Ruth sind an ihrer Gnadenhochzeit so was von gut aufgelegt, dass man meint, sie würden gleich irgendwohin zum Tanzen gehen.

An ihnen ist viel erstaunlich: Er fuhr bis Dezember letzten Jahres noch Auto und das unfallfrei seit 1940. Sie versorgt allein den Haushalt. Beide wohnen im elften Stock des Wohnturms West. Der Blick auf die Stadt und die Plassenburg ist grandios. "Wir haben schon viele prachtvolle Sonnenaufgänge genossen," sagen sie.


Beim Baden am Wannsee kennengelernt


Er ist gebürtig aus Wolgast in Vorpommern, sie eine waschechte Berlinerin aus dem Bezirk Neukölln. Beide kamen 1986 nach Kulmbach. "Wir besuchten Bekannte und uns gefiel es so gut hier, dass wir heimisch wurden". Über das Kennenlernen beim Baden am Wannsee sagt sie: "Das Leben schreibt die schönsten Geschichten, denn ich habe ihn spontan angesprochen, den Schüchternen, er taute gleich auf und daraus wurden 70 Jahre Ehe." Einen Grund nannte sie auch für das lange Beisammensein: "Einer muss dem anderen verzeihen können."

An die Hochzeit im Zeichen der Lebensmittelmarken erinnert sich das Ehepaar noch gut. Es gab kein Brautkleid und keinen schwarzen Anzug, dafür einen "falschen Hasen", einen Hackbraten, von der Mutter zum Mittagessen. Damals sei alles rationiert gewesen.


Ein leichtes Leben hatten sie nicht


Ein leichtes Leben hatten sie nicht. Er erfror beide Füße im Zweiten Weltkrieg beim Marsch bis hinter Moskau, sie musste sich in Berlin durchkämpfen. Mit der Anstellung als Cheffahrer bei der Sparkasse Berlin und ihrer Arbeit als Verkäuferin ging es aufwärts. "Wir hatten später ein schönes Leben, reisten um die Welt." Eine 30-tägige Kreuzfahrt führte sie bis nach Mexiko und Tahiti, dicke Alben zeigen ihre Lebensstationen.

Die Kulmbacher seien jedoch ein bisschen gewöhnungsbedürftig gewesen, "jetzt fühlen wir uns hier aber sauwohl", lachen beide.

Zum täglichen Ritual gehört das Lesen der Tageszeitung, ihr Lieblingsplatz ist der Balkon, dort sitzen sie jeden Tag. Und Heinz blickt zu seiner Frau und meint: "Wir sind zufrieden, weil wir gut leben können, eine schöne Wohnung haben und gesundheitlich nicht klagen müssen." Ein Ziel haben sie dennoch: gemeinsam 100 Jahre alt zu werden. Wenn man so vor ihnen sitzt und ihnen zuhört, scheint das nicht unmöglich.
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