Kulmbach
Kirche

Das Dekanat Kulmbach ist bald Geschichte

Im Zuge des Strukturwandels bildet das katholische Erzbistum neue Dekanate. Kulmbach gehört künftig zu Hof.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Dekanat Kulmbach, hier die Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau, geht mit dem Dekanat Hofer Land ins neue Dekanat Hof über.Foto Jürgen Gärtner
Das Dekanat Kulmbach, hier die Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau, geht mit dem Dekanat Hofer Land ins neue Dekanat Hof über.Foto Jürgen Gärtner
+3 Bilder

Die sinkende Zahl der Kirchgänger und der Mangel an Seelsorgern zwingen das Erzbistum Bamberg zu einem Strukturwandel: Neue Seelsorgebereiche werden geschaffen, Dekanate zusammengefasst. Mit nicht unwesentlichen Folgen: So wird es das eigenständige Dekanat Kulmbach ab dem 1. September nicht mehr geben. Kulmbach und das Dekanat Hofer Land gehen in das Dekanat Hof über, dessen Verwaltungssitz in der Saalestadt ist.

35 Seelsorgebereiche

Wenige Wochen vor dem Inkrafttreten der neuen Strukturen steht fest, welche Dekanate geschaffen werden, welche 35 Seelsorgebereiche es geben wird. Die bisherigen Pfarreien bleiben trotz der Veränderungen bestehen. Sie sollen laut Erzbistum in den neuen Seelsorgebereichen eng zusammenarbeiten.

Teams werden gebildet

In jedem Seelsorgebereich wird es ein Team geben, bestehend aus Priestern, Diakonen, Gemeinde- und/oder Pastoralreferentinnen und -referenten, dem ein Leitender Pfarrer vorsteht. Es ist außerdem vorgesehen, dass hauptamtliche Verwaltungsleiter Seelsorger von Verwaltungsaufgaben etwa in der Kita-Verwaltung oder beim Gebäudemanagement entlasten.

"Mit diesen Schritten reagieren wir auf die Anforderungen der Menschen an die Pastoral bei den veränderten Lebensverhältnissen und dem demografischen Wandel, der eine sinkende Zahl von Gläubigen und Seelsorgern mit sich bringt", sagt Generalvikar Georg Kestel in einer Pressemitteilung. Die Pastoral ist der Bereich der Seelsorge in der römisch-katholischen Kirche. Die Bezeichnung wird auch als Synonym für Seelsorge verwendet, ist jedoch nicht genau deckungsgleich. Das Wort geht auf das lateinische Adjektiv pastoralis zurück, eine Ableitung von pastor "Hirte" (Quelle: wikipedia).

Keine "XXL-Pfarreien"

Das Gemeindeleben in den Pfarreien und Filialen solle laut Kestel lebendig bleiben, auch wenn nicht an jedem Ort künftig jedes Angebot aufrechterhalten werden könne und in manchen Fällen zu bestimmten Zeiten längere Wege zum Gottesdienst notwendig würden. Eine Zusammenlegung von Gemeinden zu "XXL-Pfarreien" werde es nicht geben.

35 Seelsorgebereiche

Die 35 Seelsorgebereiche sind künftig in den zehn Erzbischöflichen Dekanaten Hof, Kronach, Coburg, Bamberg, Bayreuth, Forchheim, Erlangen, Nürnberg, Fürth und Ansbach gegliedert. In jedem Dekanat wählen die Seelsorger aus dem Kreis der hauptamtlichen Priester einen Dekan, der das Dekanat nach außen vertritt. Die Regionen und die Regionaldekane wird es künftig nicht mehr geben.

Aus vier wird einer

Im Landkreis Kulmbach gab es bis dato vier Seelsorgebereiche: Kulmbach Stadt/Land, Marienweiher, Main-Schorgast-Tal und Stadtsteinacher Land. Diese werden zum Seelsorgebereich Kulmbach zusammengefasst, dem Enchenreuth angegliedert wird, das bisher zu Hof gehörte. Leitender Pfarrer wird der Noch-Dekan Hans Roppelt.

Der 64-Jährige könnte sich im Herbst auch für das Amt des neuen Dekans für Hof-Kulmbach bewerben. Ob das für ihn eine Option ist? "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", sagt Roppelt, nach dessen Worten im Seelsorgebereich Kulmbach schon intensiv an der künftigen Ausrichtung gearbeitet wird. "Dafür haben wir bis zum Jahr 2020 Zeit."

Roppelt ist überzeugt ist, dass die Gläubigen den Strukturprozess nicht zu spüren bekommen werden. "Die Pfarreien bleiben bestehen. Das ist für die Leute das Wichtigste. Sie wollen wissen, wer ihr Pfarrer und wann am Sonntag Gottesdienst ist, nicht, zu welchem Seelsorgebereich sie gehören." Laut Roppelt musste das Erzbistum auf die sinkende Zahl der Seelsorger reagieren. "Hätten wir noch so viele Priester wie vor zwölf Jahren, hätte es die Diskussion nicht gegeben."

Ziel: lebendige Gemeinden

Wie Erzbischof Ludwig Schick erläutert, sollen die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Zuge der Strukturreform mehr Verantwortung übernehmen und mehr Kompetenzen übertragen bekommen. Die Hauptamtlichen sollten inspirieren, moderieren und integrieren, "damit überall lebendige Gemeinden vorhanden sind".

Das passierte in der evangelischen Kirche

Mit sinkenden Mitgliederzahlen und dem Pfarrermangel hat auch die evangelische Kirche zu kämpfen. In der evangelischen Landeskirche ist aber nicht geplant, Dekanate zusammenzuführen, wie Dekan Thomas Kretschmar mitteilt. Jedoch werde die neue Landesstellenplanung, die 2020 vorliegen werde, zu Einschnitten in den einzelnen Dekanaten führen. Kretschmar rechnet damit, dass von den 26 jetzigen hauptamtlichen Stellen drei wegfallen werden. Es könnte beispielsweise dazu kommen könne, dass kleine Kirchengemeinden zusammengelegt werden, ein Pfarrer zwei Pfarrstellen betreuen werde. Die Einschnitte werden wehtun, sagt Kretschmar. Er verweist darauf, dass die Entscheidungen nicht von der Landeskirche, sondern im Dekanat zusammen mit den Kirchengemeinden getroffen werden.hn

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren