Marktschorgast
Schaden

Dampflok mit Problemen - Gleis in Marktschorgast blockiert

Bei einer Fahrt die Schiefe Ebene hinauf hatte die aus der Schweiz stammende "01"-Lok Schwierigkeiten mit Bremse und Schleppachse. Der Sonderzug blockierte das Durchfahrgleis am Bahnhof Marktschorgast.
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Bei der Abfahrt im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg lief es für den Sonderzug noch programmgemäß. Wenig später gab die Schweizer Schnellzuglok (unser Bild) an der Steilrampe "Schiefe Ebene" allerdings ihren Geist auf.  Foto: Werner Reißaus
Bei der Abfahrt im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg lief es für den Sonderzug noch programmgemäß. Wenig später gab die Schweizer Schnellzuglok (unser Bild) an der Steilrampe "Schiefe Ebene" allerdings ihren Geist auf. Foto: Werner Reißaus
Der Dampfsonderzug, der am Samstag von Würzburg bis nach Marktschorgast mit einem längeren Zwischenstopp im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg unterwegs war, hatte mehr Probleme, als ihm lieb waren.

Zwei ehemalige Hofer Schnellzuglokomotiven der Baureihe 01 waren mit einem rund 500 Tonnen schweren Sonderzug gegen 15 auf der Steilstrecke "Schiefe Ebene" unterwegs - und dann passierte es: Die aus der Schweiz stammende "01"-er brachte nicht mehr die Leistung, weil sich die Bremse und die Schleppachse unter dem Führerhaus nicht mehr vertrugen.

Der Leiter des Deutschen Dampflokomotiv-Museums, Volker Dietel, erklärt das Problem: "Die Bremse hatte angelegt, dabei ist eine massive Flachstelle in der Schleppachse entstanden. Die Bescherung haben wir dann in Marktschorgast gesehen." Mit Hängen und Würgen und unter kräftiger Mithilfe einer Diesellok als Schiebehilfe kam der Sonderzug zwar am Ende der "Schiefen Ebene" an.
Dort gab die frisch revidierte Schnellzuglokomotive, die in Lyss bei Zürich ihren Heimatbahnhof hat, sprichwörtlich ihren Geist auf.

Der Sonderzug hatte am frühen Samstagmorgen seine Fahrt in Passau aufgenommen. Da wurde er noch von einer leistungsstarken Elektrolok der Baureihe 185 gezogen. In Würzburg wurde der rund 350 Tonnen schwere Sonderzug von den beiden Dampfloks der Baureihe 01 - unter Eisenbahnfreunden als "Königin der Dampflokomotiven" bekannt und gelobt - durch das oberfränkische Maintal weiter nach Kulmbach und Neuenmarkt-Wirsberg gebracht.

Gegen 10.30 Uhr war in Kulmbach der erste Betriebshalt. Im Bahnhofsbereich der Bierstadt wurde sogar für die mitreisenden Eisenbahn- und Dampflokfreunde eine sogenannte Scheinanfahrt organisiert.

Weiter ging die Fahrt nach Neuenmarkt-Wirsberg. Die Zug anhängelast betrug zunächst 350 Tonnen, aber bei der zweiten Bergfahrt wurden noch zwei Waggons angehängt, so dass man auf eine Zuglast von rund 500 Tonnen kam. Dann passierte das Malheur.

Im Bahnhof von Marktschorgast begann dann ein großes Rangierspiel, bei dem auch die Schiebelok eingesetzt wurde.

Dietel weiter: "Mit Hilfe dieser Schiebelok konnten wir uns oben in Marktschorgast etwas entwirren. Die 01 150 konnte dann mit den zehn Wagen runter nach Neuenmarkt fahren und hat dann ihre weitere Reise in Richtung Heilbronn angetreten. Dort hatte sie eine Verspätung von 210 Minuten."

Die Schiebelok brachte dann die schadhafte Schweizer 01 ins Areal des DDM.

Wie geht es weiter mit der Lok?

Wie es mit der schadhaften Lok weiter geht, wird sich zeigen. "Im Prinzip müsste eigentlich die Achse ausgebaut oder überschliffen werden, damit sie in Schrittgeschwindigkeit wieder nach Meiningen fahren kann", erklärt Dietel die Herausforderung.

Der normale Regionalverkehr war von der Panne nur wenig betroffen, obwohl im Bahnhof Marktschogast das Durchfahrgleis über eine Stunde blockiert wurde. Museumsleiter Volker Dietel: "Wir haben sehr gute Fahrdienstleiter in unserer Region. Die mussten ein wenig jonglieren. Dann ist halt der Regionalexpressverkehr auf dem Gleis in Marktschorgast gefahren, wo normalerweise der Verkehr von Hof nach Neuenmarkt-Wirsberg unterwegs ist." Die Zeitverzögerung für den Regionalverkehr haben sich dadurch in Grenzen gehalten."

Als einen weiteren Glücksfall bezeichnete Museumsleiter Volker Dieter, dass im Sonderzug ein Mitarbeiter des Eisenbahnbundesamtes aus Bonn dabei war, der auch Entscheidungen traf. Beratend stand zudem ein Eisenbahn-Sachverständiger zur Seite. Beide waren bei der Tagung des Verbandes Deutscher Museums- und Touristikbahnen dabei, die sich an diesem Wochenende im Deutschen Dampflokomotiv-Museum zur Jahrestagung traf.
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