Die Diskussion um das geplante, 24 Hektar große Gewerbegebiet Himmelkron Nord" geht in die nächste Runde. Die Ankündigung der Bürgerinitiative, einen eigenen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen, war laut stellvertretendem Bürgermeister Harald Peetz entscheidend für einen "Faktencheck" von CSU und FWG.

Gemeinderat Sebastian Herrmann (CSU/JU), der maßgebend den Faktencheck mit den Mitgliedern der CSU/FWG-Fraktion zusammenstellte, erklärte: "Der Faktencheck beinhaltet all die Themen, die bisher immer wieder angesprochen wurden." Mit einer beigefügten Chronologie der Gemeinderatsbeschlüsse zeigt die CSU/FWG-Fraktion ferner auf, dass das fragliche Gewerbegebiet eine lange Vorgeschichte hat und bereits 1993 bei der Festlegung möglicher Erweiterungsflächen der Gemeinde Himmelkron ein Thema war.

Harald Peetz: "Damit wird auch deutlich, dass diese Entwicklung nicht erst in den letzten Wochen geboren wurde." Peetz verwies auf den Beschluss des Gemeinderates vom 3. Mai 2018, wonach sich dieser bei einer zufriedenstellenden Lösung der Verkehrsprobleme im Bereich der B 303 mit 14 zu 1 Stimmen bereiterklärt hatte, einen Aufstellungsbeschluss für ein mögliches Gewerbegebiet nördlich der B 303 zu fassen.

Peetz weiter: "Nachdem am 3. Mai 2018 erstmals der Bauträger einen möglichen Entwurf für einen Bebauungsplan nördlich der B 303 in nichtöffentlicher Sitzung vorstellte, erfolgte bereits am 23. Mai 2018 ein erstes offenes Gespräch mit Vertretern des Bundes Naturschutz und Bürgermeister Gerhard Schneider im Himmelkroner Rathaus."

Dass im Gemeinderat ein unterschiedlicher Informationsstand herrscht, wird gleich zu Beginn klar verneint. Gemeinderat Sebastian Herrmann: "Alle Fraktionen haben die gleichen Informationen." Es stimme auch nicht, dass die Gemeinde das Baugebiet erschließen muss, weil sie sich schon finanziell mit einem sechsstelligen Betrag an der Planung beteiligt hat. Es wurden und werden alle Kosten für die Planung von einem potenziellen Investor getragen.

Entschieden wird auch die Behauptung zurückgewiesen, dass die weitere Erschließung des Gewerbegebietes Himmelkron Nord zum Verkehrschaos führen beziehungsweise verschwenderisch nach dem Vorbild des Los Angeles-Kreisels von Gersthofen erfolgen würde.

Dazu Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU): "Das ganze Projekt steht und fällt mit einer vernünftigen Verkehrserschließung. Nur mit der Erschließung des neuen Gewerbegebietes ist eine spürbare Verbesserung der Verkehrsprobleme im Bereich B 303 Kulmbacher und Bayreuther Straße möglich. Wir kämpfen für unsere favorisierte Lösung, einen Kreisverkehr mit Bypässen in die verschiedenen Bereiche."

Im weiteren Verlauf des "Faktenchecks" werden insgesamt zehn Punkte genannt, die nach Meinung der CSU/FWG nicht stimmen. So unter anderem die Feststellung, dass die Verkehrsbelastung in den Ortsbereichen mit dem Gewerbegebiet höher werde. Gemeinderat Sebastian Herrmann: "Die Lage des Gewerbegebietes direkt an der Bundesstraße und der Autobahn ist ideal und sorgt für keine Zunahme des Verkehrs in den Ortschaften. Nur wenn sich neue Betriebe in der näheren Umgebung ansiedeln würden, kommt es dadurch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in unseren Ortskernen und auf der ganzen Länge der B 303 im Himmelkroner Gemeindebereich."

Schließlich nimmt die CSU/FWG-Fraktion auch zum Hochwasserrisiko Stellung: "Bei der Verwirklichung des Gewerbegebiets haben die Gemeinde und natürlich auch das Wasserwirtschaftsamt ein besonderes Augenmerk auf die Größe der Rückhaltebecken und die Versickerung des Niederschlagswassers."

Auch auf die Erschließung ging Bürgermeister Schneider ein: "Sie muss auf das gesamte Gebiet ausgelegt werden. Technisch ist es möglich, nur eine Teilfläche zu erschließen, jedoch aus wirtschaftlichen Aspekten ist dies nicht darstellbar."

Zuletzt nimmt die CSU/FWG-Fraktion klare Position zu den Arbeitsplätzen: "Der Bedarf nach sicheren und ortsnahen Arbeitsplätzen ist da. Reden Sie einmal mit denen, die viele Kilometer zu ihrem Arbeitsplatz pendeln müssen."