Forstlahm
Sport

Crossfit: Schwitzen ohne Schnick-Schnack

Fit sein für die Herausforderungen des Alltags: Das ist das Ziel von Crossfit. Dem Trend aus den USA kann man seit kurzem auch hierzulande frönen.
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Nur nicht Nachlassen: Marc Jersch beim Crossfit-Training.Fotos: Miriam Hegner
Nur nicht Nachlassen: Marc Jersch beim Crossfit-Training.Fotos: Miriam Hegner
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Fleckiger Betonboden, weiß gestrichene Klinkerwände, Sitzbänke aus gestapelten Euro-Paletten. Rockmusik plärrt aus den Lautsprechern und übertönt das Keuchen der Männer, die Liegestütze machen, Kniebeugen und Klimmzüge.

"Hier gibt's keine Fernseher, keine Saftbar, keinen Gerätepark", erklärt Ralf Müller, Trainer und Inhaber von Crossfit Kulmbach. Und auch sonst sei beim Crossfit-Training einiges anders als in den meisten Fitness-Studios. "Es geht nicht um einen Sixpack oder einen knackigen Po. Es geht darum, fit zu sein für die Herausforderungen des Alltags, zum Beispiel den Wasserkasten in die Wohnung zu tragen oder etwas Schweres vom Schrank zu heben.

Fettabbau und Muskelaufbau sind eher ein Nebeneffekt."


Abwechslungsreiche Übungen
Kombiniert werden Kraft- und Ausdauertraining, trainiert wird ohne Maschinen, nur mit Hilfsmitteln wie Hanteln, Gewichten oder Springseilen. "Die Bewegungen an Trainingsmaschinen in herkömmlichen Fitness-Studios sind eingelenkig, das heißt, dass immer nur ein Gelenk und damit auch eine bestimmte Muskelpartie bewegt wird", erklärt Ralf Müller. "Das ist unnatürlich und auf die Dauer monoton."



Die Übungen beim Crossfit sollen sich dagegen an Alltagsbewegungen orientieren, wie dem Heben eines schweren Gegenstands. "Für jede Trainingseinheit kombiniere ich verschiedene Übungen neu, um für Abwechslung zu sorgen." Trainiert wird in kleinen Gruppen unter Anleitung des Trainers.

Die Einheiten sind kurz und möglichst anstrengend, inklusive Aufwärmen und Dehnübungen zum Schluss dauern sie nur eine Stunde. "Aber dabei kommt man schon richtig ins Schwitzen."


Schwierigkeitsgrad anpassen
Zielgruppe für Crossfit seien Menschen jeglichen Alters und Leistungsniveaus, sagt Ralf Müller. "Jede Übung lässt sich im Schwierigkeitsgrad anpassen, zum Beispiel, indem leichtere oder schwerere Gewichte verwendet werden. Crossfit ist deshalb genau so für sportliche junge Männer und Frauen geeignet wie für Untrainierte oder Senioren."

Anderer Meinung ist da der Sportmediziner Frank Pensel, der in Kulmbach eine Praxis betreibt. "Crossfit eignet sich vor allem für sportlich Aktive.

Wenn jemand vorher nicht regelmäßig Sport betrieben und die muskulären Voraussetzungen nicht hat, kann es bei diesem intensiven Training zu Überlastungen kommen." Muskel- und Sehnenschäden sowie Schmerzen könnten die Folge sein, so der Facharzt.

"Alles steht und fällt mit dem Trainer. Der muss genau wissen, was er wem zumuten kann, muss die Leistungsfähigkeit einer Person richtig beurteilen und die Übungen darauf abstimmen", sagt der Mediziner. Fitness-Einsteigern würde Pensel zunächst den Besuch eines regulären Fitness-Studios empfehlen.


Gute Betreuung ist wichtig
Auch hier sei aber eine gute Betreuung essentiell.

"Crossfit ist eine mögliche Fitness-Trainingsmethode, aus meiner Sicht aber nicht prinzipiell besser als andere Trainingsmethoden."

Ralf Müller sieht den Vorteil von Crossfit gerade in der persönlichen Betreuung. "Die ist leider in vielen Fitness-Studios nicht gegeben." Nach einer Einweisung in die Bedienung der Maschinen sei der Sportler oft sich selbst überlassen. "Unerfahrene schaden sich oft mehr, als dass sie sich Gutes tun, weil sie Übungen falsch machen."
Auch Crossfit-Neuling Claudio Dresel schätzt den Kontakt mit dem Trainer. "So bekomme ich sofort Rückmeldung zu meinen Fortschritten." Der 22-Jährige spielt Fußball beim VfB Kulmbach und sieht im Crossfit eine gute Methode, um über den Winter fit zu bleiben.


Wenig Zeitaufwand
Der 28-jährige Marc Jersch findet es gut, dass die Trainingseinheiten kurz und intensiv sind.

"Gerade wenn man berufstätig ist und nicht so viel Zeit hat, ist das super." Die persönliche Betreuung schätzt er ebenfalls.

Diesen Aspekt hält Ralf Müller unter anderem für ausschlaggebend für den Trend Crossfit. "Das motiviert einfach unheimlich." Crossfit, in den USA entwickelt und ursprünglich für das Training von Athleten und Polizeibeamten eingesetzt, gewinnt in den Staaten seit einigen Jahren auch bei Nicht-Profisportlern zunehmend an Beliebtheit. "Und im Moment kommt der Trend nach Deutschland", sagt Ralf Müller. Er selbst lernte Crossfit im Herbst 2012 kennen und machte sich nur ein Jahr später mit seiner eigenen Box, wie die Crossfitness-Studios genannt werden, selbständig.


Verlosung
Zu gewinnen gibt es drei mal einen Probemonat in der Crossfit-Box in Forstlahm.

Teilnahme ist möglich entweder per E-Mail mit dem Betreff "Crossfit" und der Angabe von Alter, Adresse und Telefonnummer an redaktion.kulmbach@infranken.de oder per Postkarte mit denselben Angaben an:
Bayerische Rundschau
E.-C.-Baumann-Straße 5
95326 Kulmbach

Einsendeschluss ist Dienstag, der 14. Januar 2014, 24 Uhr.

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