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Kulmbach
Corona

Die Konfirmation ist abgesagt

Die Pandemie wirkt sich nun auch auf das kirchliche Leben aus: Gemeindeveranstaltungen finden nicht mehr statt.
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Die Petrikirche in KulmbachFoto: Archiv/Erich Olbrich
Die Petrikirche in KulmbachFoto: Archiv/Erich Olbrich

Werden wegen der Corona-Pandemie die Konfirmationen in der Region abgesagt? Ein Beschluss, den der Dekanatsausschuss im evangelischen Dekanatsbezirk Kulmbach am Donnerstagabend gefasst hat, legt das nahe. Der Ausschuss empfiehlt den Kirchengemeinden "eindringlich" nicht nur die Aussetzung aller Gemeindeveranstaltungen bis mindestens zum Ende der Osterferien, sondern auch die Absage der Konfirmationsgottesdienste.

Der Beschluss sei nach einer sehr intensiven Sitzung einstimmig gefasst worden, so Dekan Thomas Kretschmar. "Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen, aber wir halten sie für gesellschaftlich wirklich geboten, um die Menschen zu schützen."

Die Entscheidung sei als Prävention zu verstehen, heißt es in dem Beschluss weiter. Man sei sich der Tragweite des Beschlusses bewusst, sehe sich aber auch in der Verantwortung nicht nur für Menschen mit besonderen gesundheitlichen Risiken, sondern auch für die Mitarbeitenden in sozialen, medizinischen und pflegerischen Berufen.

Die Entscheidung darüber, ob die Konfirmationsgottesdienste abgesagt werden, liegt jetzt bei den Kirchenvorständen der Kirchengemeinden. Sie entscheiden auch, ob Abendmahlsgottesdienste stattfinden. Auch hier empfiehlt der Dekanatsausschuss, das Leitungsgremium des Dekanatsbezirks, dringend den Verzicht.

Dem Vernehmen nach orientieren sich etliche Kirchengemeinden nun an den "Empfehlungen zum kirchlichen Leben", mit der sich Regionalbischöfin Dorothea Greiner noch am späten Donnerstagabend an die Dekane und Einrichtungsleiter im Kirchenkreis Bayreuth gewandt hat. Darin wird, was die Konfirmationsfeiern angeht, zu einem "intensiven Dialog mit den Familien" und zu einer guten Abstimmung geraten. Denkbar seien zum Beispiel Konfirmationsfeiern in kleinerer Form - nur mit den Konfirmanden, ihren Eltern, den Paten und dem Kirchenvorstand.

Zur Absage entschlossen hat man sich bereits in der Kirchengemeinde der Johanneskirche in Kulmbach-Burghaig. In einem von Pfarrer Holger Fischer und dem Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, Karlheinz Schölzky, unterzeichneten Brief an die Konfirmanden und ihre Eltern wird die Verlegung der Konfirmation 2020 auf einen unbestimmten Zeitpunkt angekündigt. "Wir erahnen, was für Sie familiär, emotional und organisatorisch bedeutet und bedauern das zutiefst", heißt es darin. Ein ähnlich lautendes Schreiben ging gestern Vormittag auch in der Petrikirchen-Gemeinde hinaus.

Dekanatskantor Christian Reitenspieß hat bereits am Freitagvormittag auf die Empfehlung des Ausschusses reagiert. In einer Rundmail hat er darüber informiert, dass ab sofort die Proben von Kinderchor, Kantorei, Seniorenchor und des Projektchores zur Konfirmation abgesagt sind. Auch das Passionskonzert am Karfreitag findet nicht statt: Die Markus-Passion wird vermutlich erst 2021 zu hören sein.

Unklar ist derzeit noch, wie man im evangelischen Dekanat Thurnau in Sachen Konfirmation verfahren wird. Dekanin Martina Beck verwies auf Anfrage auf eine Pfarrkonferenz am Samstagnachmittag und auf die Diskussion in den Kirchenvorständen der Gemeinden. Es gelte, Ruhe zu bewahren, sagte sie, betonte aber auch, "dass wir sehr verantwortlich und vorsichtig vorgehen werden".

Nachdem das Erzbistum Bamberg strikte Vorschriften zum Ablauf von Gottesdiensten erlassen hat, habe man sich dazu entschlossen, bis zum 19. April in Kulmbach, Motschenbach, Thurnau, Neudrossenfeld und Mainleus keine Gottesdienste mehr zu feiern, so Hans Roppelt, Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Kulmbach. Auch in Stadtsteinach und Untersteinach fallen die Gottesdienste aus.

Zudem finden keine Veranstaltungen "in pfarrlicher Verantwortung" mehr statt. Das betrifft unter anderem auch die Alltagsexerzitien in der Passionszeit.

Weitgehend zurückgefahren wurde die Krankenhaus-Seelsorge. Der ehrenamtliche Besuchsdienst wurde bis auf weiteres eingestellt. "Zum Schutz der Ehrenamtlichen und zum Schutz der Patienten", wie Pfarrer Christian Schmidt betont. Er verweist aber auch darauf, dass jeder, der Bedarf an seelsorgerischem Beistand oder den Wunsch nach kirchlichen Sakramenten habe, diese auch erhalten könne.