Laden...
Kulmbach
Corona

Corona legt Kulmbacher Gymnasium lahm

Weil ein Schüler Kontakt zu einer mit dem Corona-Virus infizierten Person hatte, fällt der Unterricht am Caspar-Vischer-Gymnasium aus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das CVG ist seit Montag geschlossen, weil ein Schüler Kontakt zu einer infizierten Person hatte.Alexander Hartmann
Das CVG ist seit Montag geschlossen, weil ein Schüler Kontakt zu einer infizierten Person hatte.Alexander Hartmann
+1 Bild

Die Meldung verbreitete sich am Sonntagabend über die digitalen Medien in Windeseile: Wegen des Corona-Virus bleibt das Caspar-Vischer-Gymnasium ab Montag geschlossen, teilte die Schulleitung mit. Ein Hinweis, der im Kulmbacher Land nicht nur Schüler und Eltern des CVG aufgeschreckt hat. Denn auch wenn von einer reinen Vorsichtsmaßnahme gesprochen wurde - das Wort Corona schürt Hysterie.

Die Nachricht vom Sonntag ist angekommen: Nur ein Kind sei am Montagmorgen in die Schule gekommen, sagte Direktorin Ulrike Endres, die gestern Mittag zusammen mit Vertretern des Landrats- und Gesundheitsamtes bei einem Pressegespräch für Aufklärung sorgte.

Keine Krankheitssymptome

Fakt ist: Im Landkreis ist, soweit bekannt, noch keine Person mit dem Virus infiziert. Beim Schüler des CVG handelt es sich auch um keinen Verdachtsfall, sondern um eine Kontaktperson, die bis dato keine Krankheitssymptome gezeigt habe, so Amtsärztin Camelia Fiedler.

Alles bleibt anonym

Ob es ein Junge oder ein Mädchen ist, wie alt der Schüler ist? Dazu wollte sich niemand äußern. "Wir wollen die Anonymität wahren, denn wer unverschuldet in so eine Situation geraten ist, der muss geschützt werden", sagte Landrat Klaus Peter Söllner (FW). Er teilte mit, dass der Gymnasiast Kontakt zu einer Person aus Südbayern hatte, bei der, wie am Sonntag bekannt geworden sei, der Corona-Virus nachgewiesen worden ist. Der Schüler habe am Nachmittag die Schulleitung informiert. Ulrike Endres habe sich anschließend umgehend mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Einheitliches Vorgehen in Oberfranken

Es habe zwei Handlungsmöglichkeiten gegeben, so der Landrat. Man hätte nur den Klassenverband des Schülers zuhause lassen oder das CVG komplett schließen können. Nach eingehender Beratung habe man sich entschlossen, den Unterricht abzusetzen, weil aufgrund des Kurssystems am Gymnasium keine klare Differenzierung möglich sei, weil viele Schüler gemeinsame Räume und Toiletten nutzen. Ein Vorgehen, dem bis dato alle von solchen Fällen betroffenen Schulen in Oberfranken gefolgt seien.

Am Donnerstag wieder Schule?

Am Montagmorgen hat der Schüler das Gesundheitsamt aufgesucht. Dort wurde ein Abstrich genommen. Mitarbeiter hätten den Test sofort in das zuständige Labor gebracht, "um die Sachlage möglichst schnell zu klären", so Landrat Söllner. Erst wenn das Ergebnis vorliege und der Test negativ sei, könne Entwarnung gegeben, der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Söllner und Amtsärztin Camelia Fiedler rechnen damit, dass die Auswertung spätestens am Mittwoch vorliegt und der Unterricht am Donnerstag eventuell wieder starten kann. Eltern und Schüler sollen über den Stand der Dinge zeitnah informiert werden.

Der betroffene Schüler befindet sich bis dahin übrigens nicht in Quarantäne. Ihm und seiner Familie sei nahegelegt worden, bis auf weiteres das häusliche Umfeld nicht zu verlassen. Sollte er mit dem Virus infiziert sein, werde man sich in einem nächsten Schritt mit dessen Kontaktpersonen in Verbindung setzen, so Amtsärztin Fiedler.

Auch Südtirol-Urlauber betroffen

Nicht nur der Fall am CVG, auch der Umgang mit den Schülern, die in den Faschingsferien in Südtirol waren, war gestern Thema. Nachdem das Robert-Koch-Institut die Provinz Bozen als Risikogebiet eingestuft habe, habe sich die Faktenlage am Freitag verändert, so Landrat Söllner. Nun gelte eine Allgemeinverfügung für alle Kinder, die in den Ferien im Norden Italiens waren. Dass Schüler, die in der vergangenen Woche schon wieder die Schulbank gedrückt haben, teilweise bis Freitag zuhause bleiben müssen, stoße zwar bei vielen auf Unverständnis. Doch das sei eine Folge der neuen Risikoeinstufung. Söllner schätzt, dass sich in den Ferien 500 bis 800 Kulmbacher in Südtirol aufgehalten haben.

"Lage kann sich täglich ändern"

Die Pandemie hält auch Kulmbach weiter in Atem. Wie sich die Lage entwickeln wird? Söllner: "Das kann sich von Tag zu Tag ändern. Es ist leider nicht auszuschließen, dass wir im Landkreis bald auch den ersten echten Corona-Fall haben."