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Kulmbach
Katastrophenfall

Corona: Der Landkreis rüstet auf

Die Kapazitäten für Tests werden ausgeweitet. Koordiniert werden sie vom Gesundheitsamt. Die Testergebnisse für 80 CVG-Schüler stehen immer noch aus.
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Mehrzad Ibrahimi (rechts) geht es gut! An ihm demonstriert Ralf Queck, Hygienekontrolleur am Gesundheitsamt Kulmbach, lediglich das Verfahren, mit dem bei einem Corona-Verdacht ein Abstrich genommen wird. In der neuen Corona-Ambulanz könnten bei Bedarf viele Menschen in kurzer Zeit abgefertigt werden.Foto: Katrin Geyer
Mehrzad Ibrahimi (rechts) geht es gut! An ihm demonstriert Ralf Queck, Hygienekontrolleur am Gesundheitsamt Kulmbach, lediglich das Verfahren, mit dem bei einem Corona-Verdacht ein Abstrich genommen wird. In der neuen Corona-Ambulanz könnten bei Bedarf viele Menschen in kurzer Zeit abgefertigt werden.Foto: Katrin Geyer

Mehr als 250 Abstriche haben die Mitarbeiter des Kulmbacher Gesundheitsamtes schon genommen. Vermutet wird, dass deren Zahl in den nächsten Tagen noch deutlich steigen wird: Die Corona-Krise ist längst auch im Raum Kulmbach angekommen.

Auch im Landkreis Kulmbach hat gestern der Katastrophenstab getagt, und beraten, welche Maßnahmen nötig sind, um die Ausbreitung des Virus möglichst einzudämmen. Größere Einschnitte in das öffentliche Leben und in das Leben einzelner werden dabei wohl unvermeidlich sein, wie es dazu aus dem Landratsamt hieß. Gleichzeitig wurden aber auch Vorkehrungen getroffen, um einen möglichen größeren Ansturm von Verdachtsfällen bewältigen zu können.

Viele Test in kurzer Zeit

In einer Halle im Gebäude des BRK-Kreisverbandes am Rot-Kreuz-Platz ist eine sogenannte Corona-Ambulanz eingerichtet worden. Die bietet die Möglichkeit, viele Test innerhalb kurzer Zeit vorzunehmen. Wie das funktioniert, erläuterte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Camelia Fiedler.

Wer sich krank fühlt und den Verdacht hat, es könnte sich um Symptome einer Corona-Infektion handeln, sollte zunächst telefonisch mit seinem Hausarzt Kontakt aufnehmen. Die Vergabe von Terminen für einen Test erfolgt dann durch das Gesundheitsamt. "Bitte kommen Sie nicht einfach hierher", so Camelia Fiedler.

Die Abstriche werden dann in einem Labor untersucht. Weil dort der Arbeitsanfall hoch ist, kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. So sollten die Test, die am Freitag bei 80 Kindern des Caspar-Vischer-Gymnasiums durchgeführt wurden, eigentlich bis heute ausgewertet sein. "Wir haben aber noch keine Ergebnisse."

Wer sich einem solchen Test unterzieht, muss sich danach Informationen des Landratsamtes zufolge für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Die Einhaltung dieser Vorschrift werde kontrolliert: telefonisch, durch persönliche Besuche - und notfalls durch die Polizei.

Sowohl Landrat Klaus Peter Söllner, Chef des örtlichen Katastrophenstabes, als auch Oberbürgermeister Henry Schramm bezeichneten gewisse Einschnitte zum jetzigen Zeitpunkt als unumgänglich und baten um Verständnis. "Wir müssen Corona in den Griff kriegen", so der Landrat. Und Oberbürgermeister Schramm betonte, in einer Situation wie dieser müssten sich alle solidarisch zeigen.

Bis auf weiteres werden alle Maßnahmen, die die Corona-Krise betreffen, vom Landratsamt als der zentralen Stelle für den Katastrophen-Schutz koordiniert. Eine wichtige Aufgabe wird es sein, die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung für den Katastrophenfall im Landkreis Kulmbach umzusetzen.

Sonderregelungen gelten bis auf weiteres für den Öffentlichen Personennahverkehr mit Bahn und Bus. Was den Bahnverkehr betrifft, verweist das Landratsamt auf Pressemitteilungen von Agilis und DB Regio Oberfranken - die uns allerdings bis Redaktionsschluss noch nicht vorlagen.

Die Busse (Omnibusverkehr Franken und Stadtbus) fahren in dieser Woche noch wie an Schultagen üblich. Allerdings entfallen die sogenannten Verstärkerbusse für den Schülerverkehr. Ab Montag, 23. März, wird auf den Ferien-Fahrplan umgestellt. Der Stadtbus in Kulmbach fährt bereits seit gestern nach dem Ferienfahrplan.

Der Fahrkartenverkauf in sämtlichen Bussen wurde eingestellt. Die Vordereinstiege bei den Fahrern bleiben geschlossen. Absperrungen und Markierung sollen dafür sorgen, dass die Passagiere in den Bussen einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zum Fahrerarbeitsplatz einhalten. Die von Ministerpräsident Markus Söder gestern in der Pressekonferenz zum Katastrophenfall in Aussicht gestellten Hilfen für die Wirtschaft stehen selbstverständlich auch heimischen Unternehmen zur Verfügung. Auskunft dazu erteilt die Wirtschaftsoffensive im Landratsamt.