Kulmbach
Kommentar

Contra-Kommentar: Bitte mal abschalten

Als ich jung war, stellte man seiner Angebeteten mit zitternden Knien und rasendem Herzen die alles entscheidende Frage: "Willst Du mit mir gehen?" Heute reicht ein gefühlsarmer Klick mit dem Finger, um eine neue "Freundin " aufzureißen.
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Dietmar Hofmann
Dietmar Hofmann
Früher schaltete man in seiner Freizeit oder im Urlaub einfach mal ab und genoss die Ruhe, heute lenken einen die rappelnden oder piepsenden kleinen Kisten in der Hosentasche pausenlos vom wirklich Wichtigen ab. Früher traf man sich zum Quatschen am Stammtisch im Gastzimmer, heute schickt man sich in Chatrooms jeden erdenklichen Quatsch zu. Irgendwie passen all diese so genannten sozialen Netzwerke in unsere Hektomatikwelt, Verschnaufpausen unerwünscht. Wer "in" sein will, muss posten. Kostet ja auch nichts - außer Zeit, kostbare Zeit.

Ich habe bis heute kein Handy - und, hurra, ich lebe noch. Nicht immer überall erreichbar zu sein, ist für mich der größte Luxus. Damit bin ich in der heutigen Zeit ein Exot - aber vielleicht werde ich mal profitieren: Niemand, nicht einmal Big Brother, kann mich via Satellit orten, ich brauche auch einen Strafzettel wegen Telefonierens am Steuer nicht zu fürchten. Übrigens: Gestern war ich auf einer Facebook-Schulung. Kein Witz. Ich habe mich sogar registrieren lassen. Und jetzt? Ich weiß nicht so recht. Eins steht fest: Wenn ich erst einmal anfange, komme ich da nie mehr raus. Ob ich das wirklich will?
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