Laden...
Kulmbach
Theater

Chiemgauer Fernsehtheater bringt Gaudi nach Kulmbach

Wenn das erfolgreiche Chiemgauer Fernsehtheater durch die Lande tourt, dann ist Oberbayern-Gaudi der schönsten Art garantiert. In die Dr. Stammberger-Halle lockten die Chiemgauer am Samstagabend immerhin 300 Theaterfans mit ihrem Stück "Die Töchter Josefs".
Artikel drucken Artikel einbetten
Zensi (Michaela Heigenhauser) hüpft dem Bauern (Markus Neumaier) auf den Arm, doch der hat zunächst nichts für sie übrig. Foto:Sonja Adam
Zensi (Michaela Heigenhauser) hüpft dem Bauern (Markus Neumaier) auf den Arm, doch der hat zunächst nichts für sie übrig. Foto:Sonja Adam
Die leichte Kost in oberbayerischer Idylle kommt auch mitten in Franken an. Die Besucher amüsierten sich prächtig bei dem volkstümlichen Lustspiel von Franz Gischl. Kuhglocken statt Gongs läuteten die Vorstellung ein, die Szene auf der Bühne eine urig eingerichtete Bauernstube, samt handbemalter Uhr und reich verzierten Bauernschrank. Nicht einmal die Madonnenstatue auf dem Schrank und die Parade-Kulisse hinter den Fenstern fehlte in dem Stück, das Egon Biscan inszeniert hat.

Die Geschichte dreht sich um Bauer Sixtus (Markus Neumaier). Der "macht sich nix aus d'Weibersleut", moniert der Opa (Egon Biscan). Doch dann holt sich der Bauer die junge Vroni (Simona Mai) als Magd an den Hof und Gerede macht die Runde.
Vorsorglich schreitet Schwägerin Agath (Mona Freiberg) ein und will sich mit ihrem Mann Josef (Rupert Pointvogel) schon frühzeitig den Hof sichern.

Es kommt, wie es bei Theaterstücken dieses Genres immer kommen muss: Es tauchen uneheliche Kinder mit Erbansprüchen auf. Es kommt zu jeder Menge Irrungen und Wirrungen. Jeder ist eifersüchtig auf jeden.
Dass der Abend mit den Chiemgauern dennoch nicht langweilig wurde, sondern vergnügliche Unterhaltung bot, lag an dem Talent der Darsteller, urkomische Charaktere auf die Bühne zu bringen. So hatten die Zuschauer schon bald Mitleid mit dem unter der Fuchtel stehenden Josef, der nicht einmal ein Bier oder einen Schnaps trinken darf, aber immer wieder seiner dominanten Agath auskommt.

Auch wenn schon frühzeitig abzusehen war, was der Opa, der im Hintergrund die Strippen zieht und die kuriosen Zusammentreffen inszeniert, im Schilde führt, so gestaltete sich das Lustspiel wirklich als Lust. Denn immer wieder verstanden es die Schauspieler zu überraschen und die Zuschauer zu begeistern.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren