Kulmbach
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Campus Kulmbach: Söder sagt Geld schneller zu

Die Universität Bayreuth ist dabei, die Fakultät VII in Kulmbach plangemäß weiter vorzubereiten. Das sagte Präsident Stefan Leible am Donnerstag. Am gleichen Tag versprach Ministerpräsident Markus Söder , den Campus mit noch höherer Priorisierung und umfangreicherer finanzieller Rahmenbedingungen zu realisieren.
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Längst über den ersten Schritt hinaus (unser Archivbild stammt von Dezember 2017) ist die Fakultät VII der Uni Bayreuth. Unser Bild zeigt (von links) OB Henry Schramm, Gründungsdekan Stephan Clemens, Geschäftsführer Matthias Kaiser und Uni-Präsident Stefan Leible.  Foto: Dagmar Besand
Längst über den ersten Schritt hinaus (unser Archivbild stammt von Dezember 2017) ist die Fakultät VII der Uni Bayreuth. Unser Bild zeigt (von links) OB Henry Schramm, Gründungsdekan Stephan Clemens, Geschäftsführer Matthias Kaiser und Uni-Präsident Stefan Leible. Foto: Dagmar Besand

Für die Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit in Kulmbach sind die ersten sechs Professuren ausgeschrieben. Das erklärte Uni-Präsident Stefan Leible am Donnerstag im Pressegespräch zum Start des neuen Semesters.

Es entsteh in Kulmbach ein interdisziplinäres Team mit Expertise in Naturwissenschaften, Informatik, Jura, Wirtschafts- und Gesundheitswissenschaften. Zum Wintersemester 2020/2021 sollen die zwei internationalen Master-Studiengängen "Food Quality & Safety" und "Global Food, Nutrition & Health" (letzterer mit enger Verbindung zu den in Bayreuth beheimateten Afrikawissenschaften) starten, versprach Leible.

Jetzt gehe es in Kulmbach darum, den Studienstart im Herbst 2020 vorzubereiten. Die Universität brauche Räume und Labore für die mehrjährige Übergangszeit, bis ein Campus gebaut sei.

Die Life Sciences in Kulmbach können laut Regierungserklärung von Ministerpräsident Söder "nun schneller als geplant durchstarten", weil mehr Personal- und Sachmittel bereitgestellt werden. Diese

erfreuliche Nachrichten teilte auch Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (FW) mit: "Der geplante Uni-Campus in Kulmbach soll mit noch höherer Priorisierung und umfangreicherer finanzieller Rahmenbedingungen realisiert werden", so Ludwig. Das habe Söder in seiner Regierungserklärung zugesichert.

Man wolle längst versprochene regionale Projekte mit Personal und Sachmitteln ausstatten und könne damit schneller durchstarten als geplant. Dafür investierte man in den nächsten vier Jahren allein 150 Millionen Euro. Dazu gehöre u.a. auch der Campus in Kulmbach.

"Dieses Signal werte ich als klares Bekenntnis zum Standort Kulmbach, und es freut mich, dass nach wie vor auf breiter Front alles für eine Realisierung dieses Meilensteins getan wird", so MdL Rainer Ludwig. Er teilte die Nachricht eigenen Angaben zufolge auch Campus-Geschäftsführer Matthias Kaiser mit. Dieser habe sich ebenso höchst erfreut und voller Tatendrang gezeigt, die nächsten Schritte einzuleiten. "Das alles sieht sehr vielversprechend aus", so Kaiser im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten.

Die Fakultät "Life Science - Food and Health" der Universität Bayreuth soll zum Herbstsemester 2020 ihren Betrieb aufnehmen. Bis zu 1000 Studenten werden in Kulmbach erwartet; ebenso eine große Zahl an wissenschaftlichen Mitarbeitern.

"International, digital und nachhaltig" startet die Universität Bayreuth ins Wintersemester 2019/2020. Etwa 13.660 Studierende und knapp 1.500 Forschende sind dort tätig, wie es in einer Pressemitteilung der Universität heißt.

"Diese Zahlen machen deutlich, dass die Uni Bayreuth weiterhin national und international höchst attraktiv ist", sagte Universitätspräsident Stefan Leible bei der Jahrespressekonferenz. Rückenwind erhält die Universität durch die Hightech-Agenda der Staatsregierung. "Damit macht die Staatsregierung deutlich, dass Spitzenforschung und innovative Wissenschaft nicht nur in den Metropolen stattfinden."

Das Milliardenprogramm des Ministerpräsidenten, das den Freistaat als Standort der Spitzenforschung etablieren soll, begrüßte Präsident Leible ausdrücklich: "Die bayerische Wissenschaftslandschaft bekommt so endlich die richtigen Impulse." Mit großer Freude wurde in Bayreuth aufgenommen, dass Ministerpräsident Söder die bereits angestoßenen universitären Projekte - wie zum Beispiel das BayBatt, die 7. Fakultät und das Institut für Entrepreneurship und Innovation - verlässlich finanzieren will. Auch von den zusätzlichen Mitteln im KI Netz Bayern wird Bayreuth profitieren: "Wir werden uns ganz sicher um KI-Lehrstühle bewerben, die Ministerpräsident Söder angekündigt hat", sagt Leible. Außerdem soll das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik an der Universität Bayreuth zum Thema Blockchain ausgebaut werden. "Das hohe Niveau der Forschung am Standort Bayreuth wird damit eindrucksvoll bestätigt", sagt Leible.

Hier liegen die weiteren Schwerpunkte der Zukunftsprojekte an der Universität Bayreuth neben der Fakultät VII, die durch die Hightech-Agenda Bayern nun gesichert sind:

Bayerisches Zentrum für Batterietechnik - BayBatt

Ein Koordinator ist eingestellt, eine erste Professur wird Anfang Dezember ausgeschrieben, bisherige Forschungsaktivitäten auf dem Feld sind gebündelt. Die Universität Bayreuth wird ein Batteriezelltechnikum für Elektrodenfertigung, Zellassemblierung, Zelltest und Analyse einrichten, ein Graduiertenkolleg ist bereits ins Leben gerufen. "Bisher haben wir alles aus Bordmitteln gestemmt", sagt Leible, "nun können wir richtig loslegen": Das BayBatt wird im Rahmen der "Cleantech"-Projekte als Teil eines "Bayerischen Batterienetzwerks" gefördert.

Institut für Entrepreneurship und Innovation

Gesichert ist nun die Zukunft des Instituts für Entrepreneurship und Innovation, das in der Hightech Agenda als "Zentrum für Unternehmensgründer" genannt wird. Mit der Zusage zu diesem universitären Gebäude können nun die gemeinsamen weiteren Planungen mit der Stadt Bayreuth (Regionales Gründer- und Innovationszentrum - RIZ) kraftvoll vorangetrieben werden.

Die Internationalisierungsstrategie der Uni Bayreuth wird weiter forciert: Die Gründung des University of Bayreuth Centre of International Excellence "Alexander von Humboldt", die geplante Eröffnung eines dritten Gateway Offices in Bordeaux in 2020 (nach Shanghai 2016 und Melbourne 2018) sowie die Einrichtung der vier African Cluster Centers in Nigeria, Kenya, Burkina Faso, Südafrika sind wichtige Bestandteile dieser Strategie.

Das zweite Großthema "Digitalisierung" greift in alle Bereiche. So soll ein Forschungsdatenmanagement an der Universität Bayreuth aufgebaut werden, aber auch neue (Studien-)Angebote - wie zum Beispiel das interdisziplinäre Zusatzstudium Informatik und Digitalisierung für Juristen (DigiZ) - decken das Themenfeld Digitalisierung ab. 2020 sollen auch die "MOOCs" (Massive Open Online Courses) starten: universitäre Onlinekurse und Ministudienprogramme, die Interessenten weltweit auf ein Studium in Bayreuth vorbereiten.

Auch die MOOCs werden sich inhaltlich um das dritte wichtige Generalthema "Nachhaltigkeit" ranken. Was anderorts ein Mode-Hype ist, hat an der Universität Bayreuth lange Tradition: Nicht nur im Rahmen der Forschung - durch zum Beispiel den national renommierten Sonderforschungsbereich Mikroplastik - sondern auch auf der Verwaltungsebene. Bayreuth war 2016 die erste bayerische Fair Trade Universität, sie nutzt als einzige Uni in Bayern zu 100 Prozent Recycling-Papier, sie hat ökologische Aktivitäten in "Green Campus" gebündelt.

Gemeinsam erarbeiten Hochschulleitung, Studierendenparlament und "Green Campus" gerade den Entwurf einer Nachhaltigkeitsstrategie. Langfristig möchte die Universität Bayreuth die regelmäßige Nachhaltigkeitsberichterstattung einführen, welche Umweltaspekte wie Strom- und Wärmeverbrauch oder Ressourcenströme (Bürobedarf und Abfall) analysiert und Verbesserungspotenziale aufdeckt.

Positive Bilanz zum Start des Wintersemesters 2019/2020

Neue globale Stützpunkte und Netzwerke, intensivierte Forschungsschwerpunkte und zeitgemäße Forschungsthemen, moderne Lehrmethoden und innovative Angebote machen Bayreuth zu einem immer beliebteren Studienort. Uni-Präsident Leible zeigte sich daher zufrieden mit der Entwicklung: "Das stabile, nicht zu schnelle Wachstum der Studierenden- und Beschäftigtenzahlen ermöglicht es uns, Erreichtes zu konsolidieren und auszubauen", sagte er bei der Jahrespressekonferenz. In Zahlen bedeutet dies: Zum Wintersemester 2019/2020 ...

• ... werden voraussichtlich an der Universität Bayreuth rund 13.660 Menschen (davon ca. 6.290 weiblich) studieren. 31 Prozent der Studierenden kommen aus Oberfranken und der Oberpfalz; 24 Prozent aus dem Rest Bayerns, 34 Prozent aus dem übrigen Bundesgebiet; 11 Prozent kommen aus dem Ausland;

• ... promovieren hier 1.216 Nachwuchswissenschaftler, 484 von ihnen sind weiblich, aus dem Ausland kommen insgesamt 239;

• ... arbeiten an der Universität Bayreuth 184 Professoren und 54 Professorinnen;

• ... sind 832 wissenschaftliche Mitarbeiter und 427 Mitarbeiterinnen, sowie 389 nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter und 576 Mitarbeiterinnen an der Universität Bayreuth beschäftigt.

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