Neuenmarkt
Interview

Bürgermeister-Wahl in Neuenmarkt: Wunderlich will's wissen

Alexander Wunderlich tritt im Frühjahr erneut für die CSU-WG bei der Wahl des Bürgermeisters in Neuenmarkt an. Welche Chancen er sich ausrechnet und welche Ziele er hat, sagt er im Interview.
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Alexander  Wunderlich tritt für die CSU-WG bei der Bürgermeisterwahl in Neuenmarkt an.  Foto: Alexander Hartmann
Alexander Wunderlich tritt für die CSU-WG bei der Bürgermeisterwahl in Neuenmarkt an. Foto: Alexander Hartmann

Was viele erwartet haben, steht jetzt fest: Alexander Wunderlich wird für die CSU-Wählergemeinschaft bei der Bürgermeisterwahl in Neuenmarkt im März 2020 erneut ins Rennen gehen. Der 48-Jährige, für dessen Kandidatur sich der CSU-Ortsverband in seiner Sitzung am Donnerstagabend ausgesprochen hat, tritt zum zweiten Mal nach 2014 an. Im Interview spricht er über seine Chancen und Ziele. Herr Wunderlich, bei der Wahl 2014 haben Sie 16,97 Prozent der Stimmen erhalten. Welche Chancen rechnen sie sich 2020 aus, nachdem Bürgermeister Siegfried Decker, der für die Neuenmarkter Gemeinschaft damals auf 58,45 Prozent gekommen war, ja nicht mehr antreten wird? Siegfried Decker hat 2014 ein herausragendes Ergebnis erzielt. Er hat da die Ernte für seine jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit eingefahren. Diesmal werden die Karten neu gemischt. Bis dato gibt es mit Horst Schirmer, der für die NG antritt, einen zweiten Kandidaten. Die Chancen stehen deshalb 50 zu 50. Sollten auch andere Fraktionen jemanden ins Rennen schicken, wären die Voraussetzungen natürlich wieder ganz anders. SPD-Gemeinderat Alfred Faßold hat jüngst erklärt, dass die SPD noch keinen Kandidaten hat. Patricia Lerner, die für die Sozialdemokraten 2014 angetreten war, steht nicht mehr zur Verfügung und spielt mit dem Gedanken, auf der Liste der CSU-Wählergemeinschaft anzutreten. Sie hätten damit nicht nur eine Gegenkandidatin weniger, sondern ein weiteres Zugpferd. Wie ist Ihnen der Coup gelungen? Erst einmal muss ich dazu sagen, dass wir mit Patricia Lerner schon länger im Gespräch sind, aber noch nichts entschieden ist. Patricia hat die Arbeit, die wir für die Gemeinde leisten, offenbar schätzen gelernt. Würde sie auf unserer Liste antreten, wäre das für uns ein Riesengewinn. Die SPD spielt mit dem Gedanken, Sie zu unterstützen. Laufen da Gespräche? Auch da werden Gespräche geführt. Was herauskommt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sagen. Wie würden Sie die Stimmung im Gemeinderat bewerten, in dem es mit den Themen Hochwasser und Wärmeleitung in den vergangenen Jahren teils heiß hergegangen ist? In den nun fast schon sechs Jahren, in denen ich jetzt im Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister bin, war die Zusammenarbeit über die Fraktionen hinweg immer sehr gut, auch wenn es natürlich Diskussionen gegeben hat. Aber das soll in der Kommunalpolitik ja auch so sein. Im Hegnabrunner Hochwasserstreit sind die Wogen immer noch nicht geglättet. Welchen Weg wollen Sie da beschreiten? Die Gemeinde hat seit der Hochwasserkatastrophe im August 2014 schon Einiges unternommen. Ich würde als Bürgermeister versuchen, mit allen Fraktionen weiterhin eine alle zufriedenstellende Lösung zu finden. Die suchen wir ja schon seit längerem. Mit dem Bau eines Umleitungskanals könnten wir die Hochwasserproblematik wohl in den Griff bekommen. Doch das ist ein schwieriges, weil kostenintensives Unterfangen. Die Kosten lägen bei über vier Millionen Euro, wobei wir mit keiner Förderung rechnen könnten. Für eine kleine Gemeinde wie Neuenmarkt ist so ein Projekt eine gewaltige Herausforderung. Was würden Sie, wenn Sie Bürgermeister wären, anders machen als Siegfried Decker? Siegfried Decker hat in den rund 30 Jahren, in denen er an der Gemeindespitze ist, viel geschafft, was ja auch die Tatsache belegt, dass Neuenmarkt fast schuldenfrei ist. Wir wollen die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Natürlich müssen aber auch einige neue Impulse gesetzt werden. Welche Maßnahme würden Sie als erste in Angriff nehmen, wenn Sie gewählt würden? Wichtig ist, wie bereits gesagt, dass das Hochwasserproblem gelöst wird. Wir müssen außerdem dafür sorgen, dass wir weiterhin neue Bauplätze und Flächen für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stellen können, denn die Nachfrage ist in beiden Bereichen groß. Nicht aus den Augen lassen darf man die Entwicklung im alten Ortskern, in dem es etliche Leerstände gibt.

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