Himmelkron

Bürgermeister-Kandidaten Mainleus und Himmelkron: Nur einmal hat's geklappt

Bis Montagmittag hatten die Unterstützer der Werte-Partei in Mainleus und der Bürgerliste Zukunft Himmelkron Zeit, sich in Listen einzutragen, damit die Gruppierungen zur Wahl antreten dürfen.
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Steffi Meile-Fritz und die Bürgerliste Zukunft Himmelkron dürfen bei der Wahl am 15. März antreten. Foto: Archiv/Sonny Adam
Steffi Meile-Fritz und die Bürgerliste Zukunft Himmelkron dürfen bei der Wahl am 15. März antreten. Foto: Archiv/Sonny Adam
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Montag um 12 Uhr war klar: Marco Oettinghaus von der Werte-Partei wird in Mainleus am 15. März nicht zur Wahl stehen. Nur 33 Personen unterschrieben auf der Unterstützerliste, die im Rathaus auslag. 120 Unterschriften wären nötig gewesen, um Robert Bosch (CSU) herausfordern zu können.

Marco Oettinghaus, der auch als Gemeinderat kandidieren wollte, ist von seinem Abschneiden aber nicht enttäuscht: "Es war klar, dass es für eine neue Partei und einen Polit-Neuling nicht leicht wird", sagt er und räumt ein, dass er sich dennoch Chancen ausgerechnet hat. "Sonst hätte ich mich gar nicht beworben."

Wie geht es nun für ihn weiter? "Kommunalpolitisch werden wir - die Werte-Partei - uns weiter engagieren. Wir müssen größer werden und mehr Mehrglieder gewinnen, um bekannter zu werden", erklärt Oettinghaus. Er sieht die Werte-Partei als "einzig echte Opposition", weil alle anderen Gruppierungen als Gemeinderäte in der Verantwortung stünden. "Wir werden die Entwicklungen beobachten und den Finger in die Wunde legen", verspricht er und versichert mit Blick auf sein kommunalpolitisches Engagement: "Das soll keine Eintagsfliege sein." Womit er eine erneute Kandidatur in sechs Jahren nicht ausschließt.

Woran hat es gelegen, dass er nicht genügend Unterschriften zusammenbekommen hat? "Ich denke, wir haben als Neulinge Fehler gemacht." Zum Beispiel , so sagt er, mit Blick auf die Wahlwerbung und die Planung, um bis zur Entscheidung am 15. März im Gespräch zu bleiben.

Sein Dank gilt allen Unterstützern und den Personen, die für ihn unterschrieben haben. Er habe das Gefühl gehabt, so Oettinghaus, dass es für viele Bürger eine Hemmschwelle gewesen sei, mit ihrem Ausweis ins Rathaus zu gehen, um eine Unterschrift zu leisten. "Ich kann diese Bedenken aber nicht nachvollziehen, schließlich leben wir in einer Demokratie."

Er hofft nun, dass wenigstens ein anderer Schwarzacher als Gemeinderat gewählt wird, damit der Ortsteil in dem Gremium vertreten ist.

Der Landesvorsitzende der Werte-Partei, Frank Weiche, erklärt zum Abschneiden von Oettinghaus: "Wir können uns nicht vorwerfen lassen, es nicht versucht zu haben. Als neue Partei in Bayern gegen einen CSU-Mann anzutreten, ist wie ein A-Klassist im Fußball, der einen Bundesligisten herausfordert."

Auf das Ergebnis der Unterschriftensammlung war auch Bürgermeister Robert Bosch gespannt, weil: "Ich kann die Werte-Partei nicht einordnen und entsprechend nicht abschätzen, wie sie unterstützt wird." Kommentieren will er das Abschneiden deshalb nicht.

Stattdessen konzentriert sich Bosch nun auf den Wahlkampf. "Wir machen viele Veranstaltungen. Ich will meine Liste unterstützen und dafür werben, dass ich als Bürgermeister das fortsetzen kann, was ich begonnen habe." Natürlich hofft er auf Zustimmung "für meine erste volle Amtszeit". Denn in Mainleus war der Bürgermeister nach dem Tod von Werner Grampp außer der Reihe gewählt worden. Die Wahltermine wurden erst auf Antrag von Bosch 2016 zusammengelegt. Eine Entscheidung, die der Amtsinhaber nach wie vor für richtig hält. "Das war immer wieder Thema in Mainleus."

Anders als in Mainleus hat es die Bürgerliste Zukunft Himmelkron geschafft: Sie hat die nötigen Unterschriften zusammenbekommen (114 für die Bürgermeisterwahl, 108 für die Gemeinderatsliste), um am 15. März antreten zu dürfen. Offiziell ist das Ergebnis allerdings noch nicht. Heute wird der Gemeindewahlausschuss die Gültigkeit der Unterschriften noch prüfen. Nachdem aber nur 80 Unterschriften nötig sind, ist davon auszugehen, dass das Quorum erfüllt wird.

Dass es die neue Gruppierung geschafft hat, freut natürlich deren Spitzenkandidatin Steffi Meile-Fritz, die nun Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) herausfordert und hofft, dass die Unterschriften alle gültig sind. Ihr Dank gelte allen, "die uns unterstützt und zahlreich die Möglichkeit gegeben haben, uns zur Wahl zu präsentieren - und zu gewinnen". Sie habe immer gehofft, ausreichend Unterschriften zu bekommen. "Ich habe gespürt, dass die Menschen eine Veränderung wollen."

Die nächsten Wochen würden auch für sie als politischen Neueinsteiger spannend und vom Wahlkampf geprägt sein. "Wir werden Flyer verteilen, Wahlveranstaltungen durchführen, an Podiumsdiskussionen teilnehmen, Vortragsabende veranstalten." Ihr Wunsch: "Dass es im Wahlkampf sachlich und fair zugeht. Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten Wochen."

Schneider "wenig überrascht"

Wenig überrascht vom Ausgang der Unterschriftensammlung zeigt sich Bürgermeister Schneider. "Nach allem, was im Vorfeld passiert ist, bin ich eigentlich erstaunt, dass sie die Unterschriften nicht schneller zusammenhatten", sagt das Gemeindeoberhaupt mit Blick auf den Bürgerentscheid über die Ausweisung des Gewerbegebiets. "Dass es länger gedauert hat, war wohl für sie eher ernüchternd", vermutet Schneider.

Nun werde der Wähler am 15. März entscheiden, wer künftig die Geschicke Himmelkrons leiten wird. "Ich habe mich in 18 Jahren als Bürgermeister für die Gemeinde eingesetzt und viel erreicht. Jetzt liegt es am Bürger, das zu beurteilen", so Schneider.

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