Himmelkron
Infoveranstaltung

Bürgerinitiative gegen das Gewerbegebiet in Himmelkron gegründet

Die Kontroverse um das Gewerbegebiet in Himmelkron geht in die nächste Runde. Nun wurde auf Initiative des BN eine Bürgerinitiative gegründet.
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Wilhelmine Denk mit der noch leeren Unterschriftenliste. Die Zeilen sollen sich in den nächsten Wochen füllen.Sonny Adam
Wilhelmine Denk mit der noch leeren Unterschriftenliste. Die Zeilen sollen sich in den nächsten Wochen füllen.Sonny Adam
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Das 24 Hektar große Gewerbegebiet in Himmelkron, das nördlich der Bundesstraße 303 entstehen soll, ist nach Meinung der Naturschützer eine Nummer zu groß für die Gemeinde. Jetzt sammelt der Bund Naturschutz Unterschriften gegen das Projekt. "Nein zum neuen Gewerbegebiet Himmelkron" lautet das Motto der Initiative. Wilhelmine Denk, die Vorsitzende des Bundes Naturschutz, sprach sich bei dieser Versammlung klar und deutlich gegen die geplante Mega-Erweiterung des Gewerbegebietes aus. "Manche Gemeinderäte haben uns signalisiert, dass wir etwas machen sollen, um das Ding zu verhindern", erklärte Denk. Konkret sind wohl vor allem Mitglieder der Freien Wähler gegen die Realisierung des Gewerbegebietes.

"Die Entwicklung der Gemeinde Himmelkron in den letzten vier Jahrzehnten war beachtlich. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen - und schon manches Mal habe ich gesagt, dass unser Bürgermeister als Bürgermeister besser ist als als Landwirt", erklärte Landwirt Hans Spiller. Doch der 68-Jährige konnte sich schon mit den Plänen, in Himmelkron einen Möbelmarkt anzusiedeln, nicht mehr anfreunden. Mit dem neuen Mega-Gewerbegebiet erst recht nicht. "Fortschritt ja, aber doch bitte nicht um jeden Preis. Wir haben genug Einkaufsmärkte", sagte Spiller klipp und klar. Zudem befürchtet der Landwirt, dass durch die Vergrößerung des Logistikbereiches noch mehr Lkw-Verkehr auf Himmelkron zukommt: "Die Dimension des Gewerbegebietes ist eine Nummer zu groß", so Spiller.

Auch Andrea Jung, eine Himmelkronerin, die erst seit zehn Jahren im Ort ansässig ist, meldete sich zu Wort. Sie hatte ihre Zweifel daran, ob die Entwicklung wirklich durchdacht sei, ob Bürger und Politiker wirklich dasselbe unter einer positiven Entwicklung verstehen würden. Möglicherweise sei Himmelkron besser aufgestellt, wenn es ein zukunftsfähiges Konzept für die Ortsentwicklung ausarbeitet. "Ich frage mich, ob in Zeiten des Fachkräftemangels nicht Qualität mehr Wert ist als Quantität", so Jung.

Dieter Hornfeck trat für den Erhalt einer intakten Natur ein. "Wir vom Bund Naturschutz sind keine Neinsager. Wir sind Ja-Sager für Himmelkron."

Klaus-Dieter Schoberth gab zu bedenken, dass Bürgermeister Schneider betont habe, dass das jetzt geplante Gewerbegebiet die letzten Flächen seien. "Wenn das so ist, dann ist das ein Schatz, mit dem man sparsam umgehen muss und den man nicht einfach von einem Investor zuklatschen lassen kann. Wir liegen auch in Zukunft noch an der Autobahn, haben immer Wettbewerbsvorteile", so Schoberth. Er betonte jedoch auch, dass kein Krieg im Dorf entstehen sollte. Zuletzt hatte es Kritik gegeben, weil der stellvertretende Bürgermeister ein Fünftel der Fläche zur Verfügung stellen solle. "Er soll auch was verkaufen, aber wir sollten sachlich argumentieren. Und wenn Gemeinderat und Bürgermeister sehen, dass die Mehrheit der Bürger nicht dafür ist, werden sie sich dieser Meinung sicher nicht verschließen", so Schoberth.

In den nächsten Wochen wird der Bund Naturschutz Unterschriften gegen das Gewerbegebiet sammeln. Diese sollen dann den politisch Verantwortlichen übergeben werden. Im Raum stand ursprünglich auch die Idee, ein Bürgerbegehren ins Leben zu rufen. Doch die meisten Bürgerbegehren scheitern an formalen Gründen. Deshalb verzichtet der Bund Naturschutz zunächst auf dieses demokratische Mittel.

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