Untersteinach
Millionen-Projekt

Brückenbau bei Untersteinach: Lückenschluss ist geschafft

Für das staatliche Straßenbauamt Bayreuth war Donnerstag ein besonderer Tag. Denn eines der Mammutprojekte in der Region ist einen großen Schritt weiter.
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Blick auf die Brückenbaustelle in Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
Blick auf die Brückenbaustelle in Untersteinach. Foto: Jürgen Gärtner
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Jetzt ist der Lückenschluss geschafft, überspannt das rund 560 Meter lange Bauwerk das ganze Schorgasttal.

Radfahrer konnten den Fortschritt schon seit einiger Zeit erkennen: Der Abstand zwischen den Brückenteilen schrumpfte und schrumpfte. Von zwei Seiten arbeiteten sich die Fachleute aufeinander zu - vom großen Einschnitt im Osten und von der Bahngalerie im Westen. Bis nun ein durchgängiges Bauwerk entstand.

Für Fritz Baumgärtel, den Abteilungsleiter Straßenbau am Bauamt Bayreuth, ist der Zusammenschluss "ein Meilenstein", den das Bauamt mit Planern und den beteiligten Firmen in einer kleinen Runde feiern wollte.

Während des Treffens kamen die Experten ins Fachsimpeln und Schwärmen angesichts der Dimensionen und Herausforderungen, die das Projekt an Mensch und Material stellt: über im wahrsten Sinn des Wortes schweißtreibenden Schweißarbeiten in engen Schächten bis zur Architektur mit Pylonen und bis zu 54 Meter tiefen Bohrpfählen.

Neben den Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro gibt es noch weitere beeindruckende Zahlen: 44 000 Kopfbolzendübel sind auf die Stahlplatten aufgeschweißt. Sie gewährleisten später einmal den Verbund der Fahrbahnplatte aus Beton mit dem Stahltragwerk. Insgesamt 69 Stahlbausegmente, jedes etwa 50 Tonnen schwer, bilden die Brücke. Insgesamt wiegen diese Elemente 3340 Tonnen.

Von weitem deutlich sichtbar sind die Pylonen, eines der herausragenden Gestaltungsmerkmale der Brückenvariante, die in einem Architektenwettbewerb als Sieger gekürt worden war.

An jedem der sechs Pylonen werden zehn Seile (fünf auf jeder Seite) gespannt. Und auch die haben es in sich: Die elf Zentimeter starken Stahlstränge werden von einer Spezialfirma in Romanshorn in der Schweiz hergestellt. Ein halber Meter des Seils wiegt 35 Kilo. Sie werden in den nächsten Wochen angebracht.

Verkehrseröffnung Ende 2020

Da sämtliche Arbeiten sehr gut im Zeitplan liegen, wird laut Baumgärtel bei einem störungsfreien Bauablauf die Verkehrseröffnung wie vorgesehen wohl Ende 2020 erfolgen können.

Von den ausführenden Firmen gab es nur Lob: Marco Eckert, Geschäftsführer der Züblin Stahlbau GmbH aus Hosena, würdigte ebenso die gute Zusammenarbeit mit dem Bauamt wie Markus Möckel, der Fachbereichsleiter Bauüberwachung des Kronacher Ingenieurbüros SRP.

Und der Untersteinacher Gemeinderat Alfred Vießmann, der zufällig bei der Baustellenbegehung vorbei kam, hatte ebenso nur Gutes zu sagen: Die Brückenkonstruktion sei eine echte Meisterleistung.

Die Anwohner hätten zwar Lärm aushalten müssen, "aber die Untersteinacher stehen hinter dem Bau", so Vießmann. Und wenn die Brücke einmal fertig sei, dann habe man aus architektonischer und technischer Sicht ein Highlight für ganz Bayern.

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