Steinenhausen
Mainbrücke

Brücke am Mainzusammenfluss in Kulmbach: Ein Ort der Identifikation

Das Bauwerk steht seit zehn Jahren. Aus diesem Anlass wurde tüchtig gefeiert.
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Foto: Werner Reißaus
Foto: Werner Reißaus
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Nach stundenlangem Dauerregen stellte sich am Samstag die Frage: Findet das Fest zum zehnjährigen Bestehen der Brücke über den Mainzusammenfluss überhaupt statt? Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) beantwortete diese Frage mit einer Gegenfrage: "Warum denn nicht?" Und so war es dann auch: Gut 300 unentwegte Brückenfreunde machten sich gegen 9.45 Uhr in der Maingasse in Melkendorf und beim ehemaligen Gasthaus Eber in Katschenreuth zu Fuß und trotz des weiter anhaltenden Regens auf den Weg zum Zusamenfluss des Weißen und des Roten Mains. Auf die musikalische Begleitung durch den Posauenchor Veitlahm musste freilich in Anbetracht der Witterung verzichtet werden.

Oberbürgermeister Henry Schramm sprach von einem besonderen Landschaftspunkt, der sich in den zurückliegenden zehn Jahren hervorragend entwickelt habe und zu einem beliebten Ausflugsziel und zu einem "Ort der Identifikation" geworden sei.

Schramm verwies auf die berühmte Frankfurter Skyline, das sogenannte Mainhattan:"Wenn man dort an der Promenade steht und über den Main schaut und daran denkt, wie klein und unscheinbar dieser Fluss hier bei uns seinen Anfang nimmt, dann ist das schon sehr beeindruckend." Ganze 524 Kilometer lege der Main zurück, bis er in den Rhein münde, so Schramm weiter. Dabei verändere sich flussabwärts nicht nur die Landschaft, sondern der Main verändere sich auch selbst. "Der Main wird, je weiter er fließt, vom Natur- zum Wirtschaftsraum und was früher galt, das gilt auch heute noch: Wasser ist die Quelle allen Lebens. Dort, wo Wasser ist, ist Leben. Jeder Platz am Main hat seine Stärken und seine Einzigartigkeit. Er bietet den Menschen Naherholung, Arbeitsplatz und Wohnraum."

Die Naherholung war für die Stadt Kulmbach auch einer der Beweggründe, die Brücke am Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main zu bauen, wie Schramm betonte: "Wir wollten die Einzigartigkeit sichtbar machen und in das Bewusstsein der Menschen rücken. Es sollte ein Ort der Erholung werden, aber auch eine Würdigung dessen, dass hier etwas Besonderes entspringt: Der drittlängste Fluss Deutschlands, einer der mächtigsten und geschichtsträchtigen Flüsse unseres Landes."

Erinnerung an Wolfram Brunner

OB Henry Schramm erinnerte an die Entscheidung im Jahr 2009, die Brücke zu bauen. Bis zu diesem Zeitpunkt führte der Mainzusammenfluss ein eher verborgenes Dasein; irgendwo zwischen Gebüsch und Sträuchern fand sich eine vergilbte Info-Tafel und es gab kaum Zugangsmöglichkeiten und keine Verbindung der beiden Main-Radwege.

Es sei der mittlerweile verstorbene Kulmbacher Wolfram Brunner gewesen, der nicht nachgegeben und immer wieder eine Brücke an diesem einzigartigen Ort gefordert habe.

2007 sei der Beschluss gefasst worden, eine Brücke zu errichten, so Schramm weiter. Die ursprüngliche Idee, dass das THW im Rahmen einer Übung einen kleinen Steg bauen sollte, habe sich nicht realisieren lassen. Das Projekt sei umfangreicher geworden als ursprünglich geplant, aber es hätten sich Unterstützer gefunden.

Letztlich habe die Maßnahme 463 000 Euro gekostet; die Stadt habe 215 000 Euro an FAG-Fördermitteln und 100 000 Euro von der Oberfrankenstiftung erhalten. Der Oberbürgermeister dankte allen, die das Projekt seinerzeit unterstützt hatten, insbesondere aber Stadtrat Horst Zahr (CSU) aus Katschenreuth, dessen Ideen auch zum Gelingen des Projektes beigetragen hätten.

Grußworte sprachen die Abgeordnete des Europaparlaments, Monika Hohlmeier, und Landrat Klaus Peter Söllner, der die Mainbrücke als eine feste Institution im wahrsten Sinne des Wortes bezeichnete.

"Fluss der Franken"

Bezirksheimatpfleger Günter Dippold setzte sich mit der Historie des Mains auseinander, den er als "Fluss der Franken" bezeichnete. Der Zusammenfluss des Roten und Weißen Mains gelte als ein Naturerlebnis und zugleich als eine Kulturwahrnehmung.

Nach dem offiziellen Festakt wurde am Sportheim Melkendorf zu musikalischer Begleitung der Stadtkapelle noch lange gefeiert.

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