Limmersdorf
Tradition

Braucht man beim Sandkegeln in Limmersdorf Glück, Kraft oder Bauchgefühl?

Beim Sandbahnkegeln auf der Limmersdorfer Lindenkerwa schwört jeder auf seine eigene Taktik.
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Ralf Bergmann hat schon vier Mal beim Kegeln mitgemacht, doch das Segerkrügla hat er noch nie einheimsen können. Auch heuer klappte es nicht. Foto: Sonny Adam
Ralf Bergmann hat schon vier Mal beim Kegeln mitgemacht, doch das Segerkrügla hat er noch nie einheimsen können. Auch heuer klappte es nicht. Foto: Sonny Adam
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Beim Sandbahnkegeln auf der Limmersdorfer Lindenkerwa sind theoretisch 27 Holz möglich - also dreimal alle Neune. Doch diesen Traum konnte sich keiner der ehrgeizigen Teilnehmer erfüllen.

"Ich kegle selber seit 45 Jahren mit. Und die Bahn hat es in sich in diesem Jahr. Denn der Sand ist sehr trocken, das macht die Kugel schnell", erklärte Rolf Täuber. Er überwachte den Kegelspaß wie in jedem Jahr, schrieb feinsäuberlich die Ergebnisse auf.

Und Täuber ließ auch selbst die Kugel rollen. "Ich habe zwar schon neun Kerwakrügla gewonnen. Aber selber sein Glück zu versuchen, gehört zur Limmersdorfer Kerwa dazu. Es ist einfach ein Spaß", sagte er, um gleich einzuschränken: . "Chancen habe ich aber in diesem Jahr nicht. Die Jugend ist zu stark."

Dieses Stechen gab's schon mal

Doch hat das Kegeln wirklich etwas mit dem Alter zu tun? "Ach was", meint Florian Thormeyer, der Sieger des am Sonntag. "Ich hab in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Krügla gewonnen. Und ich denke, es ist Glück dabei", sagte er offen. Im Stechen traf er wieder einmal auf Daniel Peukert. "Zweimal habe ich gegen den Flo jetzt schon verloren", bilanzierte Peukert und versuchte am Montag, diese Negativbilanz zu durchbrechen - vergeblich!

"Eine Grundfitness braucht man natürlich, um beim Kegeln mitzumachen. Ich denke, 30 Prozent sind Kraft, 30 Prozent ist vielleicht Glück. Aber es kommt auch darauf an, wie die Kinder die Kegeln aufstellen", mutmaßte Daniel Peukert, den alle nur "Schnapp" nennen.

Stärkung ist wichtig

Ganz anderer Meinung dagegen war die Titelverteidigerin Anina Kolb. "Man muss aus dem Bauch heraus kegeln. Einfach draufhalten", nannte sie ihre Taktik. Außerdem sei es wichtig, sich vorher ausgiebig mit den Kerwspezialitäten zu stärken.

Im Vorjahr hatte sie 23 Holz erzielt und damit alle Männer ausgestochen. Und noch einen Trick verriet Anina Kolb: "Nicht in die Mitte zielen!" Warum nicht? "Na, dann erzielt man eine Wurst - so nennt man das, wenn nur die mittleren drei Kegel umfallen."

Zuschauer hatten ihren Spaß

Die Ratschläge der Kegler waren vielfältig und phantasiereich. Hannes Pöhlmann hatte neben das Kegelbrett einen Eimer Wasser gestellt. Und in diesem wusch er die Kugel vor jedem Schub ab. "Dann klebt nicht so viel Sand dran, man kann sie besser kontrollieren", sagte er. Und Pöhlmann hatte mit dieser Taktik Erfolg: Er schaffte immerhin 22 Holz und landete punktgleich mit dem zweitplatzierten Frank Eisenhut auf Platz drei.

So mancher Kegler hatte übrigens Mühe, dass die Kugel überhaupt in der Bahn blieb. Mehr als einmal sprang sie über die Absperrung - sehr zum Amüsement der Zuschauer.

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