Menchau
Tragödie

Brandopfer sind den Helfern "unendlich dankbar"

Petra Groppweiß steht mit ihrer Familie nach dem Großbrand auf dem Bauernhof vor einer ungewissen Zukunft. Sie fühlt sich wie in einem Loch, schöpft mit ihrem Mann aber schon wieder Hoffnung. Von der Hilfsbereitschaft sind sie überwältigt.
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Der Bauernhof liegt in Schutt und Asche. Foto: Alexander Hartmann
Der Bauernhof liegt in Schutt und Asche. Foto: Alexander Hartmann
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Es fällt ihr nicht leicht, ihre Gefühlslage in Worten zu fassen. "Es ist schwer. Ich fühle mich einfach wie in einem großen Loch", sagt Petra Groppweiß (36), die mit Ehemann Harald (42) und den drei Kindern - 9,10 und 13 Jahre alt - vor den Trümmern ihrer Existenz steht. Ihr Bauernhof im Thurnauer Ortsteil Menchau liegt nach dem Großbrand am vergangenen Donnerstag in Schutt und Asche.

"Unter großer Gefahr"

Doch trotz der Katastrophe, die die Familie ereilt hat, verspürt das Ehepaar Dankbarkeit. "Wir können gar nicht sagen, wie unendlich dankbar wir allen sind, die uns während des Brands und danach zur Seite standen", betont die 36-Jährige. Sie denkt da an die Helfer, die die Tiere unter großer Gefahr vor dem Flammentod aus dem Stall gerettet haben. An die vielen Hundert Einsatzkräfte, die bei den Löscharbeiten im Einsatz waren. Aber auch an die Nachbarn und Landwirte, die bei den Aufräumarbeiten selbst am Wochenende angepackt haben. "Es ist unvorstellbar, welche Hilfsbereitschaft wir erfahren."

Mann ist noch im Krankenhaus

Ihr Mann Harald wird wohl noch für einige Wochen im Krankenhaus bleiben. Er hat Verbrennungen erlitten, musste aber nicht operiert werden. Ihrem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt Petra Groppweiß, die heute mit ihren Kindern in das Berndorfer Pfarrhaus einziehen wird, das die Marktgemeinde und die Kirchengemeinde als Notunterkunft zur Verfügung stellen. "Ich wäre schon froh gewesen, wenn wir fünf Matratzen gehabt hätten. Jetzt bekommen wir ein voll möbliertes Haus mit Schränken, Betten und einer Küche drin. Das ist der Wahnsinn", freut sich die 36-Jährige, die sich auch für die vielen Sachspenden aus der Bevölkerung ganz herzlich bedankt.

"Lassen uns nicht unterkriegen"

Dass das neue Zuhause nur einige Hundert Meter von der Brandstelle entfernt ist, ist ein glücklicher Umstand. Denn Petra Groppweiß und ihr Mann schmieden schon wieder Pläne, auch wenn noch fraglich ist, wie groß der finanzielle Schaden ist, was die Familie von der Brandschutz-Versicherung erwarten kann. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", so die 36-Jährige. Sie und ihr Mann haben das Ziel, die Landwirtschaft baldmöglichst fortzuführen. Die meisten großen Gerätschaften wie der Mähdrescher und auch die Traktoren seien bei dem Feuer nicht zerstört worden.

Viele wollen beim Aufbau helfen

"Wir brauchen ein neues Wohnhaus und einen Stall, um weitermachen zu können. Wir haben ja auch den Großteil unserer Tiere noch. Viele haben uns gesagt, dass sie auch beim Aufbau mit helfen wollen. Das gibt uns Kraft", sagt Petra Groppweiß.

Der größte Teil der Milchkühe wurde am gestrigen Sonntag nach Voitmannsdorf (Kreis Bamberg) gebracht. "Dort nimmt sie ein Landwirt übergangsweise in seinem Stall auf", berichtet die Menchauerin, die weiß, dass sie bei der Versorgung der Tiere auf die Unterstützung befreundeter Landwirte und der Betriebshelfer zurückgreifen kann.

Heilfroh sind Petra und Harald Groppweiß, dass von den Helfern keiner schwer verletzt wurde. Einige hätten teils unter Einsatz ihres Lebens geholfen, die Tiere aus dem Stall zu retten. Petra Groppweiß: "Wie gefährlich das war, das ist mir erst Stunden später bewusst geworden. Wir haben ohne Schutzausrüstung die Tiere aus dem Stall getrieben, obwohl über uns nur noch Flammen waren."

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