Neudrossenfeld
Hauptversammlung

Bräuwerck kommt nicht aus den roten Zahlen

Das Unternehmen musste 2018 erneut einen Verlust ausweisen, der Umsatz war leicht rückläufig. Dennoch geben sich Vorstand und Aufsichtsrat zuversichtlich.
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Der Biergarten des Bräuwercks am Freitag: Mehr Resonanz täte auch der Bilanz gut. Horst Wunner
Der Biergarten des Bräuwercks am Freitag: Mehr Resonanz täte auch der Bilanz gut. Horst Wunner
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Sie tut sich schwer, die Drossenfelder Bräuwerck AG, die 830 Aktionäre mit 3400 Anteilen à 250 Euro sehen noch nicht Licht am Horizont: Die Bilanz des neuen Vorsitzenden Dieter Bauernfeind, seit Januar dieses Jahres im Amt, fiel bei der Hauptversammlung in der Schulturnhalle eher ernüchternd aus.

Man musste 2018 erneut einen Verlust verkraften, das Betriebsergebnis schloss mit einem Minus von 35 893 Euro ab. Der Umsatz war mit 582 409 Euro gegenüber 2017 leicht rückläufig, vor allem die Monate Januar und Februar seien verbesserungswürdig gewesen. Der Personalkostenanteil am Umsatz mit 324 926 Euro habe sich zwar verringert, liegt aber mit 55,5 Prozent immer noch über den angestrebten 50 Prozent. Als Eigenkapital sind 454 218 Euro vorhanden.

Die Entwicklung seit dem Start von Brauerei und Gaststätte im Jahr 2014 ist von einem ständigen Auf und Ab gekennzeichnet. Bauernfeind: "Mein Bestreben ist, möglichst bald aus den roten Zahlen zu kommen, eine Umsatzsteigerung ist zwingend notwendig, und die muss einen höheren Gewinn ergeben".

Der Sommer war zu heiß

Prokurist Peter Schuhmann erklärt sich den Umsatzrückgang paradoxerweise mit dem heißen Sommer 2018, "weil wegen der Temperaturen um die 35 Grad viele Radfahrer, die das Bräuwerck sonst als Zwischenstation nutzten, ausblieben".

Derzeit beschäftigt man acht fest angestellte Mitarbeiter und 21 auf 450-Euro-Basis, Bauernfeind lobte den Service, die Küche mit Chefkoch Karl-Heinz Jarema und Braumeister Bernd Weibbrecht: "Da gibt es nichts zu verbessern. Anders als in der Branche helfen bei uns junge Leute".

Die Brauerei, die eine Kapazität von 1200 Hektoliter hat, stellte im vergangenen Jahr 446 Hektoliter her , "da ist noch Luft nach oben", sagte der Vorsitzende, betonte jedoch gleichzeitig den kontinuierlichen Anstieg des Ausstoßes seit 2015. "Wir verkaufen unser Bier auch nach draußen in Fässern, Dosen, Nachfüllflaschen und im umweltfreundlichen Holzkasten.

Bauernfeind lud bereits zum Brauereifest anlässlich des fünfjährigen Bestehens am 11.August ein, "da gibt es ein extra eingebrautes dunkles Kellerpils, ich hab's schon probiert, es schmeckt prima".

Bekanntheit soll steigen

Von den 446 Hektolitern werden im eigenen Gasthaus 238,5 Hektoliter getrunken, was 53,4 Prozent des gesamten Absatzes bedeutet. "Ich wünsche mir aber, dass die Aktionäre vermehrt "ihr" Wirtshaus besuchen und zu einem höheren Verbrauch beitragen", so Bauernfeind. Im Außenverkauf sieht er gute Chancen mit der Belieferung von Getränkemärkten und umliegenden Gasthäusern, "bei der Grünen Woche machen wir auch Werbung".

Erschreckend findet er dennoch, wie wenig das Bräuwerck in den nahen Städten Bayreuth und Kulmbach bekannt ist und in der Region. Daher müsse unbedingt die Außenwirkung und Präsenz verbessert werden. "Das hausgemachte Bier und das schöne Ambiente innen und außen sollte doch mehr Anerkennung finden".

In seinem Ausblick bleibt Bauernfeind trotz aller Umstände positiv, "die alljährlichen Einbrüche im Biergartengeschäft müssen durch Veranstaltungen wettgemacht und das Weihnachtsgeschäft angekurbelt werden". Mit den von ihm initierten Brunch-Sonntagen und den Aktionsessen habe man gute Erfahrungen gemacht, darauf gelte es, aufzubauen. "Ich will das Bräuwerck mit ganzer Kraft voran bringen",schloss der Vorstand.

95 Prozent Zustimmung

In ein Lamento brach Aufsichtsratsvorsitzender Harald Hübner wegen des erneuten Minus nicht aus, "das Bräuwerck wird seinen Weg machen, es braucht weiter Geduld". Er schaue optimistisch in die Zukunft. Man sollte froh sein, beim allgemeinen Wirtshaussterben so ein Juwel im Dorf zu haben. Dass nicht alles verkehrt war, was die Verantwortlichen des Bräuwercks bewältigen mussten, offenbarte die Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrates: Es gab in geheimer Wahl mehr als 95 Prozent Zustimmung.

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