Kulmbach
Wirtschaft

BMW Herrnleben ist verkauft

Die BMW-Autohäuser Herrnleben in Kulmbach und Bayreuth sind verkauft. Neuer Besitzer ist die Heilbronner Rhein-Gruppe.
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Das Kulmbacher Autohaus  hat einen neuen Besitzer: Aus BMW Herrnleben wird BMW Rhein. Foto: Alexander Hartmann
Das Kulmbacher Autohaus hat einen neuen Besitzer: Aus BMW Herrnleben wird BMW Rhein. Foto: Alexander Hartmann

Es ist ein Paukenschlag in der oberfränkischen Automobilbranche: Die mächtige Heilbronner Autohandelsgruppe Rhein übernimmt BMW Herrnleben mit seinen Autohäusern in Kulmbach und Bayreuth sowie BMW Degner in Hof und Naila. Für einen Kaufpreis im zweistelligen Millionenbereich, wie der geschäftsführende Geschäftsführer Ralf Rhein im Gespräch mit der BR erläutert.

Was passiert mit den Beschäftigten?

Was für die Beschäftigten von Herrnleben (70) und Degner (60) wichtig ist: Sie werden ihre Arbeitsplätze behalten, wie Rhein versichert. Die Herrnleben-Autohäuser werden künftig unter den Namen Rhein Bayreuth und Rhein Kulmbach geführt, BMW Degen in Hof unter Rhein Hochfranken.

Die Autohaus-Gruppe hat unter anderem Standorte in Würzburg, Schweinfurt und Rothenburg. Sie zählt sich mit einem jährlichen Umsatz von 720 Millionen Euro und 20 000 verkauften Fahrzeugen (darunter 8000 Neuwagen) schon jetzt zu den größten BMW-Händlern und baut ihre Marktstellung aus. "Wir freuen uns, die neuen Autohäuser als Teil unserer Unternehmensfamilie zu wissen, und sind sehr zuversichtlich, in Oberfranken erfolgreich zu werden", sagt Ralf Rhein.

An 25 Standorten

Die Firma wird nach der Übernahme ab Januar an 25 Standorten BMW, BMW Motorrad, MINI und Iveco-Nutzfahrzeuge vertreiben. Bis dato arbeiten 1200 Mitarbeiter für das Unternehmen. "Künftig werden es um die 1330 sein", so Ralph Rhein.

Einst Hirn, dann Herrnleben

Die Herrnleben GmbH, die die Marken BMW beziehungsweise MINI vertreibt, hatte 2001 in Kulmbach BMW Hirn übernommen. Die Firma, die es seit 65 Jahren gibt, verkauft etwa 1000 Fahrzeuge im Jahr. "Wir haben innerhalb der Familie sehr lange darüber diskutiert, wie wir unser Unternehmen mit Blick auf die starken Branchenveränderungen zukunftsfest machen. Wir sind froh, mit der Rhein-Gruppe einen fairen und zuverlässigen Partner gefunden zu haben, der die Betriebe und Arbeitsplätze erhält", teilt Inhaber Ralph Herrnleben mit, der aus dem Unternehmen ausscheidet. Auch Siegfried Degner, geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Autohauses, steigt aus. "Wir betrachten es als unsere Verpflichtung, nach vorne zu schauen. Nach unserer Überzeugung gehört die Zukunft großen, wirtschaftlich starken Gruppen. Darum haben wir die Gespräche mit der Rhein-Gruppe gesucht. Heute sind wir mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden", stellt Degner fest.

BMW Müller bleibt BMW Müller

Dass man nicht zu einer großen Gruppe gehören muss, sondern auch als familiengeführtes Unternehmen bestehen kann, stellt Georg Müller vom gleichnamigen BMW-Autohaus in Hollfeld fest. "Wir sind besonders bemüht, individuelle Kundenwünsche zu erfüllen", sagt Müller, der anführt: "Das gelingt uns seit mehr als 50 Jahren. Wir bleiben selbstständig und wollen den Namen Auto Müller auch künftig hochhalten." Der BMW-Konzern poche nicht auf Fusionen, lasse Händlern verschiedenster Größe Spielraum: "Natürlich müssen die Verkaufszahlen passen. Und die passen bei uns."

Dass die Konzentration im Neuwagenvertrieb immer weiter fortschreitet, ist für Jochen Isert, Geschäftsführer des Autohauses Isert in Mainleus, Kronach und Bayreuth, nicht überraschend. Die Firma Isert selbst setzt auf die Vermittlung von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen und blickt auf ein positives Jahr zurück.

"Breit aufgestellt"

"Wir sind mit unserem Geschäftsmodell zufrieden und blicken zuversichtlich nach vorn", sagt Jochen Isert, der betont, dass seine Firma nicht nur auf BMW, sondern auch auf Maserati, Ferrari und den Motorsport setze und breit aufgestellt sei.

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