Kulmbach
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Blaulichtwoche in Kulmbach: Polizei fährt elektrisch vor

14 Tage lang dreht sich im beruflichen Schulzentrum in Kulmbach alles um die Blaulichtberufe und das ehrenamtliches Engagement bei Feuerwehr, THW und BRK.
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Giuseppe Sutera besucht aktuell die Berufsintegrationsklasse am beruflichen Schulzentrum. Der junge Italiener würde gerne zur Polizei gehen und sprach mit Robert Schwarz über die Möglichkeiten eines Praktikums.  Foto: Sonny Adam
Giuseppe Sutera besucht aktuell die Berufsintegrationsklasse am beruflichen Schulzentrum. Der junge Italiener würde gerne zur Polizei gehen und sprach mit Robert Schwarz über die Möglichkeiten eines Praktikums. Foto: Sonny Adam
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Den nagelneuen Elektro-BMW in die Aula des beruflichen Schulzentrums zu bringen, stellte die Polizei vor ein echte Herausforderung. Die Beamten mussten den Einsatzwagen über eine kleine Treppe befördern. Kurzerhand bauten die Experten der Kfz-Abteilung der Berufsschule eine kleine Rampe und polsterten den Untergrund. Und schon konnte das Auto in die Aula surren.

Ein Pilotprojekt

Die Blaulichtwochen am beruflichen Schulzentrum sind ein Pilotprojekt. 14 Tage lang sollen sich Polizei, THW, Feuerwehren und BRK vorstellen. Die Schüler unternehmen Exkursionen und absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs. Konzipiert wurde das Projekt mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Gesundheitsministeriums von der "Gesundheitsregion plus" mit Annkatrin Bütterich an der Spitze sowie den den Integrationslotsen des Landkreises Kulmbach, Souzan Nicholson und Peter Müller.

In erster Linie haben die Rettungsorganisationen die neu Zugewanderten im Blick. "Die Schüler, die wir hier unterrichten, haben oft ganz andere Erfahrungen mit der Polizei - bedingt durch ihre Herkunft. Sie sollen die Polizei als Freund und Helfer kennenlernen", erklärte Schulleiter Alexander Battistella. Er sah die Blaulichtwochen als Chance, Vorbehalte und Ängste abzubauen. Außerdem hoffe man, einen Anreiz zu schaffen, damit junge Leute sich ehrenamtlich engagieren.

"Ein wunderbarer Ansatz"

"Die Blaulichtwochen sind ein wunderbarer Ansatz", erklärte Landrat Klaus Peter Söllner. Es gehe darum, den Schülern die eigentliche Bedeutung der Farbe Blau zu erklären.

Diese stehe für innere Ruhe, für Vertrauen, für Seriosität - "genau für das, wofür unsere Rettungsorganisationen stehen", ergänzte Annkatrin Bütterich.

Kreisbrandrat Stefan Härtlein betonte, dass sich fast 3500 Männer und Frauen in 115 Wehren im Landkreis Kulmbach unentgeltlich engagieren.

Werbung für das Ehrenamt

Das Technische Hilfswerk hat deutschlandweit 80 000 ehrenamtliche Helfer. In Kulmbach sind laut Rüdiger Mätzig auch die Fachgruppen Räumen und Sprengen ansässig.

Peter Hübner ging auf die Strukturen der örtlichen Polizei ein: In Kulmbach habe die Dienststelle 70 Mitarbeiter, in Stadtsteinach 35.

"Das Bayerische Rote Kreuz lebt von denen, die mehr tun als nur ihre Pflicht", sagte BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold. Er warb für das Ehrenamt. 1200 Helfer gebe es im Landkreis, weitere 400 Männer und Frauen seien fest angestellt.

Marktplatz der Möglichkeiten

Nach den Impulsreferaten nutzten die Schüler die Möglichkeiten, den "Marktplatz der Möglichkeiten" zu erkunden. Giuseppe Sutera sprach Robert Schwarz von Bayreuther Polizei wegen eines Praktikums an. "Polizist ist mein Traumberuf", sagt Sutera. Voraussetzung seien jedoch sehr gute Sprachkenntnisse, die deutsche Staatsbürgerschaft sowie ein mittlerer Schulabschluss, erklärte Schwarz.

Auch andere Schüler interessierten sich für die Arbeit der Rettungskräfte. Hidr Al Jirudi, ein Flüchtling aus Syrien, der derzeit die Berufsintegrationsvorklasse besucht, würde sich gerne bei der Feuerwehr engagieren und sprach deshalb bei Kreisbrandrat Stefan Härtlein vor. Doch der Kreisbrandrat betonte, dass sehr gute Deutschkenntnisse nötig seien. "Es geht im Ernstfall ja um Menschenleben", bat er um Verständnis.

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