Kulmbach
Badeverbot

Blaualgen: Noch keine Entwarnung an der Kieswäsch

Die Blaualgen in der Kieswäsch sind auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar. Doch in Sachen Badeverbot kann die Stadt bislang noch keine Entwarnung geben.
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Seit Dienstag hat das Thermometer wieder die 20-Grad-Marke hinter sich gelassen, der Sommer feiert nach dem durchwachsenen Wochenende ein kleines Comeback. Manch einer wird sich deshalb überlegen, ob sich vielleicht noch ein Sprung in die Kieswäsch lohnt. Doch da steht eine entscheidende Frage im Raum: Gilt das Badeverbot noch?

Ulrike Michael, Pressesprecherin der Stadt Kulmbach, die Mitte August auf Empfehlung des Gesundheitsamts ein Badeverbot am Oberauhof erließ, konnte am Mittwoch noch keine Entwarnung geben. Die Überprüfungen durch den städtischen Bauhof und das staatliche Gesundheitsamt, die täglich durchgeführt würden, hätten ergeben, dass wegen der geringen Sichttiefe das Badeverbot derzeit bestehen bleiben muss, erklärte Michael. "Die Situation hat sich in den letzten Tagen aufgrund des Regens und der regelmäßigen Säuberungsaktionen zwar verbessert, allerdings besteht das Sicherheitsrisiko nach Auskunft des staatlichen Gesundheitsamtes weiter fort."

Sobald ein unbedenklicher Bereich erreicht werde und eine Verbesserung der Sichttiefe eintrete, könne die "Kieswäsch" wieder zum Baden freigegeben werden.

Laut Joachim Steiß vom Staatlichen Gesundheitsamt liegt die Mindestsichttiefe bei 50 Zentimetern: "Das ist der Wert, bei dem wir sagen können, dass ein unbedenklicher Badebetrieb möglich ist."

Ob dies in den nächsten Tagen noch der Fall sein wird? Ulrike Michael dämpft zu hohe Erwartungen: "Leider können wir keine Prognose abgeben, ob das noch in der nunmehr letzten Ferienwoche möglich sein wird."

Bürgermeister Ralf Hartnack stellte die Bemühungen der Stadt und des Bauhofs heraus: "Natürlich ist es sehr schade, dass momentan noch nicht wieder gebadet werden kann. Dass bei den heißen Temperaturen in diesem Sommer erst Mitte August ein Badeverbot verhängt werden musste, zeigt aber deutlich, dass unsere Maßnahmen der vergangenen Jahre Früchte tragen. Durch regelmäßige Kontrollen, Reinigungs- und Beseitigungsaktionen konnte der Badebetrieb so lange aufrechterhalten bleiben."

Wie berichtet, hatte in dem Gewässer am Oberauhof Mitte August aufgrund der andauernden Hitze eine explosionsartige Vermehrung von Blaualgen stattgefunden, so dass am 15. August nur noch eine Sichttiefe von 15 Zentimetern festgestellt werden konnte. Letztere schrumpfte in der Folgezeit sogar auf Null, der Bezirksfischereiverein registrierte Wassertemperaturen von teilweise 30 Grad.

Während erhöhtes Aufkommen von Cyanobakterien, zu denen die Blaualgen gehören, bei Menschen zu Gesundheitsbeschwerden führen können, bereitet die blau-grüne, unappetitliche Masse den Fischen keine Probleme. "Die Tiere leiden nicht darunter, denn die Blaualgen sind ja nur an der Oberfläche. Sie gehen dann runter in die Tiefe, vor allem auch bei höheren Wassertemperaturen", erläutert der Gewässerwart des Bezirksfischereivereins Kulmbach, Gerd Suske. Ein Angelverbot sei nicht erlassen worden. "Das muss jeder für sich entscheiden. Wenn ein Fisch durch die Algen gezogen wird, kann es natürlich sein, dass sich das etwas auf den Geschmack auswirkt."

Suske hat am Mittwoch auch den pH-Wert und den Sauerstoffgehalt des Wassers nochmals gemessen: "Alles in Ordnung. Fürs Angeln gibt es von unserer Seite aus keine Bedenken."

Der Gewässerwart vermutet allerdings, das der Nitratwert noch erhöht ist.

Negativ hat das Algenproblem in den vergangenen Wochen wohl den Umsatz des dortigen Kiosks beeinflusst. Als wir nach dem Geschäftsverlauf fragen wollten, winkte die Betreiberin ab: "Kein Kommentar."



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