Blaich

Blaicher Weihnachtsmarkt: Adventszauber unter grauen Wolken

Der Blaicher Weihnachtsmarkt lockte die Unentwegten in den Mönchshof - obwohl das Wetter alles andere als ansprechend war.
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Weihnachtsschmuck war gut nachgefragt beim Blaicher Weihnachtsmarkt im Mönchshof.  Foto: Stephan Stöckel
Weihnachtsschmuck war gut nachgefragt beim Blaicher Weihnachtsmarkt im Mönchshof. Foto: Stephan Stöckel
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"So ein Mistwetter", fluchte ein Besucher unter seinem Regenschirm. Das regnerische Wetter hielt gestern so manchen von einem Besuch des Blaicher Weihnachtsmarktes ab. Auch ein paar Standbetreiber hatten im Vorfeld mit Blick auf das angekündigte Wetter abgesagt. "Die Besuchter tröpfeln so wie es von oben herab tröpfelt", sprach Eva Potzel von der Töpferei Renner aus Thurnau vielen Fieranten aus der Seele.

Schönes Kunsthandwerk

Die Unentwegten hielt das Wetter allerdings nicht von einem Besuch ab. Zu ihnen zählten Claudia und Detlef Sigismund. "Auf dem Blaicher Markt findet man schönes Kunsthandwerk zur Weihnachtszeit aus Holz", sagte Claudia Sigismund. Am Stand von Herbert Pullheller aus Neudrossenfeld konnte man es erwerben. Hier gibt es Schnitzereien in Hülle und Fülle - von Eulen über Rentiere und Bäume bis hin zu Engeln und den heiligen Drei Königen.

Der Duft von Lebkuchen, Zimt und gebrannten Mandeln wehte über das Mönchshofgelände, als das Christkind die Besucher aus Nah und Fern begrüßte. Es wünschte ihnen eine besinnliche Zeit auf dem Markt und in der verbliebenen Adventszeit. Hanna Salzer aus Forstlahm war, wie schon im vergangenen Jahr, in die Rolle des himmlischen Wesens geschlüpft. "Ich liebe es, mit anderen Kindern zu basteln und sie mit Gaben zu bescheren."

Geschenke für die Kinder

Ihren Worten ließ die elfjährige Taten folgen. Beim Tag der offenen Tür in den Mönchshof-Museen (siehe unten) bastelte sie mit den Kleinen, und auf dem Markt schenkte sie allen Buben und Mädchen, die ein Gedicht oder Lied vorgetragen hatten, eine Kleinigkeit.

Wer regionale Waren und Spezialitäten sucht, der wurde wieder auf dem Blaicher Weihnachtsmarkt fündig - von selbstgemachten Seifen über Töpferwaren bis hin zu Schnitzerein, gab es fast alles, was das Herz begehrte. Eine originelle Geschenkidee zum bevorstehenden Fest der Liebe hatten sich Ben Berthold und seine Frau Johanna aus dem Kulmbacher Ortsteil Eggenreuth einfallen lassen. An ihrem Stand gab es nicht nur Fleisch- und Wurstwaren vom Weideschwein zu kaufen, sondern auch ein Schwein zu leasen.

"Wir suchen für unsere Kunden ein Ferkel aus. Sie zahlen einen monatlichen Betrag und wir ziehen es dann für sie auf. Der Kunde wählt zudem den Zeitpunkt aus, an dem wir das Tier für ihn schlachten dürfen", erklärte Ben Berthold.

Marcel Völkel aus Himmelkron hatte Hochprozentiges im Angebot. Im Januar dieses Jahres hatte er von einem Bekannten aus Weißenstadt, der in den Ruhestand gegangen war, eine Schnapsbrennerei übernommen. Ihr Name: Sack's Destille. Die Besucher probierten leckere Spirituosen aus dem Fichtelgebirge.

Regionales ist gefragt

Zur Freude des Produzenten. "Auch wenn das Wetter heute nicht ideal ist, so habe ich schon ordentlich verkauft", sagte der Himmelkroner und schob eine Erklärung hinterher: "Die Leute kaufen lieber regionale, handwerklich hergestellte Produkte als Massenwaren."

Die Wiesenttaler Blechbläser aus der Fränkischen Schweiz, die Gitarrengruppe und der Chor der Auferstehungskirche Blaich sowie der "Mainline-Gospel-Chor" unter der Leitung von Heinz Bittermann erfreuten mit weihnachtlichen Weisen.

Tag der offenen Tür in den Museen

Jahre wieder vollzieht sich auf dem Mönchshof-Gelände in der Blaich eine gelungene Symbiose: Viele Besucher des Blaicher Weinachtsmarktes verbinden ihren Bummel durch die weihnachtlich geschmückten Budengassen mit einem Besuch der Museen im Mönchshof.

Regen zieht die Leute ins Museum

Diese hatten zu einem Tag der offenen Tür geladen. Aufgrund des regnerischen Wetters zog es in diesem Jahr noch mehr Besucher in die Museen, wo es viel zu erleben, sehen und kaufen gab.

Auch das Christkind schaute vorbei. Zusammen mit den Kindern und den Mitarbeitern der Junior-Akademie unter der Leitung von Uschi Prawitz verzierte es im museumspädagogischen Zentrum (Mupäz) Untersetzter für Teelichter mit Gewürzen, wie Sternanis oder Wacholderbeeren. Eifrig bastelten die Kleinen mit Bäckermeister Ralf Groß Lebkuchenhäuser. Die Waldorfschule lud sie zum Kerzenziehen aus Bienenwachs.

Im Mupäz kamen aber nicht nur die Kinder auf ihre Kosten. Für die großen Besucher gab es verschiedene Stände mit unterschiedlichen Produkten - wie zum Beispiel von der Arnika-Akademie Teuschnitz, die Honig, Senf und Tee offerierte. Diplom-Braumeister Sebastian Hacker zeigte den Besuchern in der Gläsernen Museumsbrauerei die einzelnen Schritte vom Maischen übers Abläuten bis hin zum Abkühlen der Würze. Im Foyer des Museums wurde das goldgelb schimmernde Lebkuchenbier ausgeschenkt.

Bierfilzla to go

Es gibt "Coffee to go" oder "Cappuccino to go" - beim Tag der offenen Tür gab es "Bierfilzla to go". Unter der fränkisch-englischen Wortschöpfung präsentierte Hubert Waldhier aus Thurnau im Foyer der Mönchshof-Museen altes Druckerhandwerk. Mit einer Kniebedruckpresse bedruckte er Bierdeckel mit originellen Sprüchen.

Handwerkliche Erzeugnisse aus dem fernen Nepal, wie Hüte aus Filz oder Schnitzerein, bot am Eingang Museumseingang der Basar des Vereins Nepalhilfe Kulmbach. Viele nutzen die Gelegenheit, sich mit kleinen Geschenken einzudecken und damit noch etwas Gutes zu tun.Die Erlöse aus dem Verkauf kommen den verschiedenen Hilfsprojekten des Vereins in Nepal zugute.

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