Stadtsteinach
Wasser

Bittere Pille, schwach dosiert

Hohe Investitionen machen Wasser und Abwasser in Stadtsteinach teurer. Statt durch Einmalzahlungen werden die Kosten über die Gebühren refinanziert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Stadtsteinacher müssen künftig fürs Wasser tiefer in die Tasche greifen. Foto: Jochen Eckel /dpa
Die Stadtsteinacher müssen künftig fürs Wasser tiefer in die Tasche greifen. Foto: Jochen Eckel /dpa

Das wird die Stadtsteinacher nicht freuen: Ab Januar müssen sie für Wasser und Abwasser deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Wasserpreis steigt pro Kubikmeter um zwölf Cent auf 2,07 Euro, beim Abwasser sind es pro Kubikmeter künftig genau 3 Euro, stolze 30 Cent mehr als bisher.

An der Kostensteigerung führt kein Weg vorbei, machte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) deutlich. "Wir müssen investieren, unter anderem in die Kläranlage und in die Wasserversorgung. Aktuell können wir für diese Aufgaben noch mit Staatszuschüssen rechnen." Auch unter diesem Aspekt sei es unklug, Notwendiges aufzuschieben: "Machen müssen wir's letztlich trotzdem, es aber später unter Umständen alleine bezahlen."

Kostendeckend wirtschaften

Die Höhe der Gebührensteigerung hat der Stadtrat nicht in der Hand. Das Kommunalabgabengesetz gibt vor, dass bei Wasser und Abwasser kostendeckend gewirtschaftet werden muss. Alle zwei Jahre werden deshalb die Gebühren überprüft. Die WRS Steuerberatungsgesellschaft Bamberg hat jetzt aufgrund der bereits erfolgten und noch ausstehenden Investitionen eine Neukalkulation vorgenommen.

In welcher Form die Bürger zu Kasse gebeten werden, darüber kann der Stadtrat allerdings schon bestimmen. Einstimmig entschieden sich die Mitglieder des Gremiums nach kurzer Diskussion dafür, die bittere Pille möglichst schwach zu dosieren und nach und nach zu verabreichen. Deshalb werden Kubikmeterpreise erhöht, statt den Grundstückseigentümern eine hohe Einmalzahlung zumuten.

Diese würde sich nämlich auf vierstellige, teilweise gar fünfstellige, Summen belaufen. "So viel Geld auf einmal aufbringen zu müssen, das wollen wir den Bürgern nicht antun", waren sich Knud Espig (SPD), Bernd Kotschenreuther (CSU) und Martin Baumgärtner (FW) einig. Zumal das nicht bedeutet, dass für die nächsten Jahre Ruhe ist. Beim Wasser ist schon jetzt abzusehen, dass ab 2022 eine erneute Erhöhung um mindestens 10 Cent pro Kubikmeter kommt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren