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Kulmbach
Nachwuchsbrauer

Bio und mit Bügelverschluss: Das ist Oberfrankens bester Gesellensud 2020

Oberfrankens Nachwuchsbrauer präsentierten in Kulmbach fantasievolle Gerstensaft-Kreationen. Das Rennen machte ein Biobier.
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Die Präsentation der "Blonden Emma" war überragend - die Gestaltung des Etikettes absolut professionell. Toni Gärtner, Philipp Andiel und Richard Stoll hatten sich viel Mühe gegeben. Foto: Sonny Adam
Die Präsentation der "Blonden Emma" war überragend - die Gestaltung des Etikettes absolut professionell. Toni Gärtner, Philipp Andiel und Richard Stoll hatten sich viel Mühe gegeben. Foto: Sonny Adam
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Solch eine Schulvorstellung erlebt auch der Landrat nicht alle Tage: Klaus Peter Söllner schwenkte bei seinem Besuch im Beruflichen Schulzentrum das bauchige Bierglas verheißungsvoll und kostete: "Mmhhh", schwärmte er, "wirklich gut." Das Bier im Glas entstammt einer dunklen Bügelverschluss-Flasche und trägt den Namen BOA. Die drei Buchstaben stehen für "Bio Organic Ale".

Die Nachwuchsbrauer des Beruflichen Schulzentrums hatten für den Ausbildersprechtag Biere kreiert, um ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Eine Fachjury wählte aus sieben verschiedenen Craft-Bieren den besten Gesellensud aus.

Bier-Kreationen der oberfränkischen Nachwuchsbrauer: Für wahre Kenner

"Wir haben ein Amber Ale gebraut - alle Zutaten sind bio. Unser Bier ist für wahre Kenner", so Maik Muhazi. Er hat mit David Klein und Maria Ott-Wagner ein obergäriges, bernsteinfarbiges Vollbier kreiert - nicht zu bitter, nicht zu hopfenlastig.

"Frauen mögen den bitteren Hopfengeschmack oft nicht so sehr. Wir wollten deshalb auch die Malznote betonen. Wir wollten einfach beides", erklärt Maria Ott-Wagner.

Das Trio landete mit seinem BOA einen Volltreffer. Auf Anhieb wurde das Amber Ale zum besten Gesellensud Oberfrankens gewählt. Das bedeutet: Die Schüler dürfen das Bier in der Kommunbräu noch einmal nachbrauen und der Öffentlichkeit vorstellen. Für das Trio die schönste Belohnung.

Außerdem wird das Siegerteam mit einem Hopfenboniteurkurs, gestiftet von der Barth-Haas-Group, belohnt.

Insgesamt sieben Teams schickten ihre fantasievollen Biere ins Rennen. Und kein Sud war daneben gegangen. Auf Platz zwei kam eine Kreation, die aus Marketingsicht besonders gelungen ist: die "Blonde Emma".

Die Dame im Hopfenfeld

"Auf den Namen kamen wir, weil das Bier so goldgelb ist. Wir haben uns vorgestellt, dass eine schöne, junge blonde Dame im Hopfenfeld steht und für uns den Hopfen pflückt", erklärte Philipp Andiel. Da mussten auch seine Mitstreiter Richard Stoll und Toni Gärtner schmunzeln. "Ein sehr erfrischendes Sommerbier", zollte Norbert Heimbeck von der Genussregion Oberfranken auch den Zweitplatzierten größten Respekt.

Auf Rang drei wurde von der Fachjury die Kreation von Daniel Bähr, Tim Hoffmann und Lena Mainardy gewählt: Sie trägt den Namen "Callisto" - nach einer Hopfensorte. Die Zweit- und Drittplatzierten erhielten ein Brauwelt-Abo und ein Bierkulinarium von Gosch.

Der Kirchleuser Roland Limmer präsentiert in der ProSieben Fernsehshow "Ding des Jahres" mit seinem Bruder Stefan seinen innovativen Flaschenverschluss: den Bier-Protector.

Bundessieger aus Kulmbach

"Wir haben in unserer Versuchs- und Lehrbrauerei einen 80-Liter-Kessel. Der ist ideal zum Experimentieren", freute sich Schulleiter Alexander Battistella über das Engagement der Nachwuchsbrauer.

Auch Elias Rittmayer testete die Biere: Er war im vergangenen Jahr im Siegerteam, hat inzwischen den Bundessieg errungen. "Damit sind schon zum zweiten Mal in Folge Brauer, die in Kulmbach ihre Ausbildung absolviert haben, auf Bundesebene ganz vorne", sagte Battistella. "Genuss und Bier stehen im Vordergrund und gehören zusammen. In den letzten Jahren haben wir bei der Brauerausbildung hervorragende Zahlen", kommentierte Landrat Klaus Peter Söllner.

Tatsächlich übertrafen sich die Brauer beim "Bierwerk 2020" selbst: Die Biere, die sie entwickelten, trugen Namen wie "Rote Erle", "Zeus", "Export Wiener Art", "Voller Hans" oder "Shinig Hope".

Leberkäs nach Döner-Art

Aktuell erlebt der Brauerberuf einen echten Hype. Doch beim Wettbewerb "Bierwerk 2020" zeigten sich auch die Fleischer von ihrer besten Seite.

Sie kredenzten den Gästen blaue Zipfel, Leberkäs-Wraps nach Döner-Art mit Krautsalat und Dressing sowie Kalbs-Corndogs mit italienischer Würzung - alles Eigenkreationen, die ebenfalls am Beruflichen Schulzentrum entwickelt worden sind. Am Ende hat's allen Teilnehmern so richtig geschmeckt.

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