Kulmbach
Musik

Bierwoche: Andi Häckel feiert Heimspiel mit der "Münchner Zwietracht"

Der Kulmbacher Andi Häckel feiert mit seinen Bandkollegen der "Münchner Zwietracht" Konzertpremiere am ersten Bierfest-Sonntag.
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Die "Münchner Zwietracht" um den Kulmbacher Andi Häckel (Zweiter von links) konzertiert  am ersten Bierfestsonntag in Kulmbach. Wer einen Vorgeschmack auf das Premierenkonzert der Band haben möchte, der sollte Sonntag ab 10 Uhr  in die ARD-Sendung "Immer wieder Sonntags" mit Stefan Mross reinschauen, denn dort sind die Musiker live zu Gast.privat
Die "Münchner Zwietracht" um den Kulmbacher Andi Häckel (Zweiter von links) konzertiert am ersten Bierfestsonntag in Kulmbach. Wer einen Vorgeschmack auf das Premierenkonzert der Band haben möchte, der sollte Sonntag ab 10 Uhr in die ARD-Sendung "Immer wieder Sonntags" mit Stefan Mross reinschauen, denn dort sind die Musiker live zu Gast.privat

Zugegeben, das Kulmbacher Bierzelt ist nicht der "Marstall" auf der Münchner Theresienwiese. In diesem Tempel der bierseligen Atmosphäre und guten Laune hat Andi Häckel zigfach Musik gemacht, vor Tausenden Menschen Abend für Abend. Der 47-Jährige kennt die legendären Festzelte auf dem Oktoberfest von diversen Konzerten mit der "Münchner Zwietracht", der er seit mittlerweile 20 Jahren als Akkordeonist und Keyboarder angehört und als deren Tourleiter er fungiert.

Dennoch hat der Gig der Sechs-Mann-Band am ersten Bierwochen-Sonntag eine besondere Bewandtnis, denn: Es ist die Premiere für den Lokalmatador vor heimischem Publikum. Die Formation (deren Name übrigens nicht vom Streit in der Landeshauptstadt herrührt, sondern "zwei Trachten" bedeutet), gilt als die weltweite Nummer Eins unter den Oktoberfest-Formationen. Dass es mit einem Engagement für die "Festspülwoche" geklappt hat, ist nicht zuletzt Michael Schmid zu verdanken, dem für Veranstaltungen zuständigen Koordinator der Kulmbacher Brauerei.

"Andi Häckel und ich kennen uns schon lange, er schaut regelmäßig beim Bierfest vorbei, wenn es ihm zeitlich möglich ist. Wir standen immer mal wieder wegen einer Verpflichtung für Kulmbach in Kontakt", sagt Michael Schmid. Zuletzt sah er die Zwietracht vor zwei Jahren in Fulda. "Uns ist bekannt, was die Jungs draufhaben und dass es schön wäre, wenn sie auch mal bei uns spielen könnten."

Fixpunkt im Kalender

Für dieses Jahr machten die Zwietracht und Michael Schmid dann Nägel mit Köpfen. Grundvoraussetzung war, dass es terminlich hinhaut, denn die Musiker sind gefragt: An die 90 Konzerte im In- und Ausland stehen auf der Liste, dazu kommen - sozusagen als Fixpunkt im Kalender - die 16 Tage Oktoberfest. "Letztlich kam so der Sonntag zustande", sagt Michal Schmid erfreut.

Was die Münchner in Kulmbach an Musik auffahren? "Die volle Bandbreite der zwieträchtlichen Philosophie", sagt Andi Häckel. Dazu gehören natürlich auch die eigenen Hits wie beispielsweise "Juche auf der hohen Alm" und "Moos hamma".

Für den Kulmbacher, der hier sein eigenes Tonstudio betreibt, ist das bevorstehende Heimspiel - bei aller Routine im Geschäft - schon etwas Besonderes. "Es ist innerlich für mich ganz klar ein spezieller Termin. Das heißt aber sicher nicht, dass wir jetzt irgendjemandem mit dem Konzert etwas beweisen wollen oder müssen. Aber ich werde es besonders genießen."

Von Flensburg bis Garmisch

Die Band spielt übrigens tags zuvor in Kipfenberg anlässlich der 150-Jahr-Feier der dortigen Feuerwehr. Mehrfach hintereinander die volle Leistung abzurufen, von Flensburg nach Garmisch wechseln, dazwischen schnell noch zu einem TV-Auftritt fahren oder ein Interview geben: Das gehört zum täglichen und bisweilen stressigen Showgeschäft dazu, und zwar nicht nur an den Wochenenden.

Auf der Bierwoche sei der Sonntag traditionell der "Kulmbach-Tag", werde das Bierfest vor allem von Einheimischen frequentiert, sagt Michael Schmid. "Wir erhoffen uns, nicht zuletzt durch das Renommee der Zwietracht, dass die Münchner vielleicht den einen oder anderen Auswärtigen anlocken."

Doch Schmid blickt bereits in die Zukunft. "Es gibt konzeptionelle Überlegungen, dass aus der Premiere eine längere Geschichte werden könnte. Eine Wiederholung ist definitiv nicht ausgeschlossen und sogar erwünscht. Natürlich muss es den Leuten im Zelt gefallen, aber ich hoffe, Andi und seine Bandkollegen kommen nach einem gelungenen Einstand um eine Nachfolgebuchung nicht herum." Dass es keine Eintagsfliege bleibt, hoffen der Kulmbacher wie auch Bandgründer Wolfgang Köbele. "Wir finden es klasse, dass es nach so vielen Jahren mit der Zwietracht auf der Bierwoche klappt und hoffen auf eine langjährige Zusammenarbeit mit der Kulmbacher Brauerei."

Die Geschichte der "Münchner Zwietracht"

Anfänge Bassist Wolfgang Köbele gründete die "Münchner Zwietracht" 1991. Bereits nach einem Jahr ging man mit gestandenen Stars der Volksmusikszene auf Tournee und begleitete unter anderem Karl Moik, Maria Hellwig und Patrick Lindner musikalisch. Oktoberfest 1995 begann die Geschichte als legendäre Wies'n-Band im Festzelt "Hippodrom". Die Zwietracht wurde dort zum Inbegriff der Oktoberfest-Bands. Engagement Tourneen durch die USA, Mexiko, Brasilien, Korea und Anfragen aus der ganzen Welt untermauern den besonderen Status als Wies'n-Band. 2014 etwa schaffte es die Band zur "Celebration Night" des größten Computer-Kongresses der Welt nach Las Vegas, wo im Vorjahr kein Geringerer als Paul McCartney aufgetreten war. Produktionen Zahlreiche CD- Veröffentlichungen, Fernseh- und Rundfunksendungen sowie eine mehrseitige Reportage im "Stern" trugen dazu bei, die Zwietracht deutschlandweit bekannt zu machen. Im Jahr 2000 kam es zu einer Zusammenarbeit mit dem mittlerweile verstorbenen Münchner Modezaren Rudolph Moshammer und zur Produktion des Titels "Moos hamma". Die Single kam unter die TOP 100 der Single-Charts. Rekord 2001 nahm die Band beim deutschen Vorentscheid zum "Grand Prix Eurovision de la Chanson" mit dem Titel "Teilt Freud und Leid" teil. Dieser Auftritt, sowie zwei vorangegangene Auftritte beim "Grand Prix der Volksmusik" und "Grand Prix der guten Laune" bescherten einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde mit drei Grand-Prix-Auftritten in neun Monaten.red

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